Blühende Eucharris

Schäden oder Schadbilder bei Hydrokulturpflanzen

Immer und immer wieder wird die Frage gestellt, woher kommen eigentlich Schäden oder Schadbilder bei Hydrokulturpflanzen, speziell bei Dracaenen. Es ist wohl eine der häufigsten Fragen, die in der Hydrokultur in der Innenraumbegrünung auftreten.

Jeder von uns, liebe Hydrokulturfreunde oder Objektund Raumbegrüner, hat hier seine eigenen Erfahrungen gesammelt. Hat man Sie erst einmal eingekauft und so belassen wie sie sind, zur weiteren Verwendung in ein größeres Gefäß gesetzt, an dem hierfür vorgesehenen Standort platziert, treten trotz richtiger Pflege und Versorgung schon nach mehr oder wenig kurzer Zeit, Pflanzveränderungen auf, zu erkennen an heller werdenden Blättern, an Blattfall oder an einem nur noch geringem Neuaustrieb, bei Dracaenen zum Beispiel, zu erkennen an dunklen Blattflecken oder an Blattspitzen, die sich stark braun verfärben, aber auch das Absterben des Neuaustriebes ist zu beobachten, im Allgemein gesehen eine schlechte Pflanzenentwicklung und Haltung im Objekt, oder Wohnbereich auf Dauer.

Da ich mich selbst seit vielen Jahren intensiv mit Hydrokultur- Raumbegrünung beschäftige, nicht nur mit Neubegrünungen und deren Pflege, sondern auch stark mit Umtopfarbeiten, war es mir möglich, im laufe der Jahre nachfolgend aufgeführte Meinung über auftretende Schadbilder bei Hydrokulturen zu bilden.
Beginnen wir mit der Frage, was eine Pflanze als erstes und als wichtigstes braucht, um gesund zu wachsen und sich auf lange Zeit wohl zu fühlen.

,,Einen gesunden Schuh auf Dauer und nicht nur für eine kurze Zeit.“ Genau wie der Mensch, der einen gesunden Schuh braucht, der sich in seinem Leben, seinem Wachstum anpasst, und dann erst kommen die Faktoren: Licht, Wärme, Luft und Wasser. Der gesunde Schuh besteht aus unserem Tongranulat und dem Hydrokulturtopf. Diese beiden Systemteile sind für unsere Pflanzen zum Vorteil, können aber auch zum Nachteil, bei falscher Anwendung oder Verwendung auf Dauer werden.

Der bestehende Hydrokultur- Topf, bietet der Pflanze im Tongranulat platziert, bei der Anzucht im Treibhaus einen festen Halt, einen festen Stand, eine optimale Nährlösungsaufnahme und eine gute Belüftung über das Tongranulat von Anfang an, die sie auch braucht, um im Treibhaus, bei dementsprechenden Temperaturen und Luftfeuchtigkeit sich oberhalb des Topfes, sowie auch im Topf , gesund entwickeln zu können.

Nach Beendigung der Anzucht, haben sich unsere Pflanzen prächtig entwickelt, oberhalb wie auch im Topf im Wurzelbereich. Jetzt kommen die angezogenen Pflanzen in andere Treibhäuser, wo sie zum weiteren Verkauf angeboten werden. Auch hier, wenn sie längere Zeit stehen, entwickeln sich unsere Pflanzen ständig weiter, nicht nur an Blattmasse, sondern auch an Wurzelmasse.

Stehen jetzt unsere Pflanzen für längere Zeit in einem Wiederverkaufstreibhaus bekommen Sie ein Problem. Ihr Wurzelwachstum geht weiter und braucht mehr Platz, aber wie schaffen sich unsere Wurzeln mehr Platz, in einem Tongranulat und einem Topf , der so gut wie nicht nachgibt. Mit Kraft und mit Gewalt, bis sogar der Hydrokulturtopf schon die ersten Beulen zeigt. Nur an diesem Bild ist im Moment zu erkennen, dass unsere Wurzeln mehr Platz benötigen und den Topf verlassen wollen, aber nicht können. Genau zu dieser Zeit, wenn der Hydrokulturtopf die ersten Beulen zeigt, vermute ich auch die ersten Wurzelschäden, die an der Pflanze selbst noch nicht zu sehen sind.



Und gerade bei Dracaenen, die nur wenige Wurzeln aber dafür sehr dicke bilden, kommt es hier verstärkt, meiner Meinung nach, jetzt schon zu Wurzelschäden, die sich erst später an der Pflanze selbst auch zeigen werden.

Eine Feststellung ist auch, dass der Druck der Wurzeln nur seitlich am Hydrokulturtopf zu erkennen ist und nicht wie bei Erdkulturen, sich die Pflanze nach oben aus dem Topf hebt. Dieses zeigt, dass alle Pflanzen, die zur weiteren Verwendung in ein größeres Gefäß platziert werden, die Möglichkeit erhalten müssen, sich seitlich im übrigen Substrat auszubreiten. Die eine Variante ist hier, den Hydrokulturtopf, vor dem Einsetzen zu entfernen. Dieses ist jedoch nicht unbedingt zuempfehlen, da dabei in den meisten Fällen auch das Substrat das sich zwischen und um unsere Wurzeln befindet herunterfällt, und somit das Herz der Pflanze aufgelöst wird. Die hierdurch entstehende Folge ist in den meisten Fällen erst einmal Wachtumstillstand, wovon sich die Pflanze im Objekt, wo ja schlechtere Standortverhältnisse wie in Treibhäusern herrschen, wenn überhaupt, nur schwer erholen kann. Ein weiterer Nachteil ist auch das unsere Pflanzen keine Standfestigkeit im Hydrokulturgefäß mehr haben. Bei einigen Pflanzen ist diese Lösung überhaupt nicht denkbar oder durchführbar.

Eine weitere Möglichkeit ist das Öffnen der Kulturtöpfe vor dem Einsetzen in ein Gefäß, indem man den Kulturtopf seitlich mit Fenster versieht, die entweder mit einem Messer oder einer Schere eingebracht werden können. Bei dieser Lösung ist ein sehr behutsame Vorgehensweise von Nöten, da man hierbei sehr schnell Wurzeln verletzten kann, aber auch sich selbst. Vorteil, der Wurzelbereich der Pflanze wird nicht gestört und auch die Standfestigkeit der Pflanze im Gefäß, die ja auch dringend benötigt wird, bleibt erhalten.
Somit ist zu empfehlen, direkt Hydrokulturtöpfe zu entwickeln und zu produzieren, die schon in ihrer Gefäßwand dementsprechende Vorrichtungen aufweisen, welche vor dem Einsetzen in größere Gefäße leicht durch einige Handgriffen geöffnet werden können. Somit behaupte ich heute, im Gegensatz zu einer Meinung, die wir, einige Mitglieder des Fachverbands Deutscher Hydrokulturen und ich, bei einem Vortrag auf der BUGA 2005 in München, erhalten haben, welche Besagen, dass das Öffnen der Kulturtöpfe keinerlei Vorteil im Hydrokulturtopf an den Wurzeln, wie auch oberhalb an der Pflanze erkennen lassen. Blattschäden vor allen Dingen, bei Dracaenen, seien nach wie vor vorhanden. Diese Aussage ist nach meinen Erfahrungen, die ich seit vielen Jahren habe, falsch.

Anhand von Pflanzbeständen, wo der Hydrokulturtopf geöffnet wurde, sind auch nach vielen Jahren keinerlei Blattschäden und ein hervorragendes Wachstum auch bei Dracaenen, aber auch bei allen anderen Pflanzen, zu erkennen. Diese Aussage kann Jederzeit und von Jedem in unseren Objekten eingesehen werden.
Hiermit möchte ich alle Hydrokulturfreunde, Objektbegrüner und DGHK – Mitglieder aufrufen, uns Informationen zukommen zu lassen, die auch in unserer Mitgliedszeitung Hydrokultur - intern veröffentlicht werden dürfen, welche meine Aussagen belegen. Wenn wir in Zukunft schönere Pflanzen, ein gesünderes Wachstum und damit verbunden dieser gesunden und schönen Kulturform seinen Namen zu erneuern, zu verbessern, dann bedarf es aller nicht nur einiger Weniger, die hier an diesen Aktivitäten zur Teilname aufgerufen werden. Leider hat meine eigene Aktivität bis jetzt noch nicht den nötigen Erfolg gezeigt.
Alle, bitte ich Sie, um Mitarbeit, um Ihre Meinung.

Ihr Udo Stock Präsident der DGHK

Update: 05.11.2013 10:10:53