Hoya

Der Pflanzenschutztipp: Niem (Neem)

© Stefan Hecktor

NeemAzal TM PC 05 speziell für die Anwendung bei Hydrokulturen

Beheimatet ist der Neem-Baum in Burma/Indien. Von dort erfolgte eine weitere Ausbreitung insbesondere nach Westafrika, Mittel- und Zentralamerika.
Die korrekte botanische Bezeichnung ist Antelaea azadirachta(Familie der Mahagonigewächse (Meliaceae), Syn. Azadirachta indica). In Deutschland ist er unter den Namen Neem, Niembaum oder auch Indischer Flieder bekannt. Der Neem-Baum besitzt bei einer Höhe von bis zu 20m eine breit ausladende Krone und kann bis zu 200 Jahre alt werden. Er ist jedoch kälte- und nässeempfindlich, bei uns somit nicht winterhart. Eine weltweite Verwendung findet er bei Problemstandorten, z.B. mit Erosionsgefahr.

Der Neem-Baum besitzt gefiederte Blätter ähnlich einer Esche, weiße Blüten sowie olivenartige Früchte mit einem bitter schmeckenden Samen. Insbesondere die Samen werden zur Pflanzenschutzmittelgewinnung herangezogen (Abbildung).

Neben dem Leitwirkstoff Azadirachtin finden sich in einem wässrigen Extrakt der Neemsamen weitere Hauptkomponenten (z.B. Salannin, Nimbin und Meliantriol); insgesamt sind bis zu 40 verschiedene Inhaltsstoffe beschrieben. Es gibt keine Sofortwirkung, die Wirkung erfolgt über vielfache, zeitversetzt wirksame Mechanismen (z.B. Fraßhemmung, Häutungshemmung, Hemmung der Eiablage).

Das Mittel wirkt pflanzenabhängig systemisch über das Xylem bzw. nur translaminar und wird in der Pflanze auch rasch abgebaut. Im Handel erhältlich sind derzeit die Produkte Neem-Azal-T/S (Sauter & Stepper) sowie Schädlingsfrei Neem (Scotts Celaflor). Es handelt sich jedoch um die gleichen Produkte, die von der Firma Trifolio hergestellt werden. Zugelassen sind sie bereits seit Oktober 1998 bzw. März 1999 nach dem neuen Pflanzenschutzgesetz. Der eigentliche Wirkstoffanteil (=Azadirachtin) ist mit 10g/l recht gering, mengenmäßig relevante Inhaltsstoffe sind Öle und Tenside. Eingesetzt werden die beiden Neemprodukte als Insektizid und Akarizid in Zierpflanzen, aber auch im Obst- und Kartoffelanbau gegen saugende und minierende Insekten, Spinnmilben, Gespinstmotten sowie gegen den Kartoffelkäfer. Das Mittel ist mit Ausnahme bei Schwebfliegen nützlingsschonend (läßt sich somit gut mit dem Nützlingseinsatz integrieren) und weist grundsätzlich eine gute Pflanzenverträglichkeit auf.

Weitere Einzelzulassungen für den Gemüsebau und Obstbau sind in Vorbereitung. Sicherlich sind Neem-Produkte kein neues Wundermittel für den Pflanzenschutz (die Neemforschung begann 1959), aber ein breit einsetzbares, zudem umweltverträgliches Mittel. Nicht nur im Pflanzenschutz sondern auch im veterinären Sektor insbesondere für Pferde) und humanmedizinischen Bereich gibt es bereits einige Anwendungen mit Neemprodukten. Die Forschung ist hier sicherlich noch lange nicht am Ende angelangt.

(SH nach einem Artikel von Thomas Lohrer , Institut für Botanik und Pflanzenschutz, FH Weihenstephan)
Die Fa. Trifolio hat speziell gegen freilebende saugende und beißende Schadinsekten und Milben in Hydrokulturen das Mittel NeemAzal TM PC 05 entwickelt. Die Pulverformulierung enthält neben dem naturbelassenen Inhaltsstoff des tropischen Neembaumes NeemAzal natürliche Trägersubstanzen auf Basis nachwachsender Rohstoffe. Derzeit befindet sich das Produkt noch in der Zulassung.

Das Pulver wird mit dem Gieïßwasser verabreicht. Der Wirkstoff wird über die Wurzel aufgenommen, über den Saftstrom in der Pflanze verteilt und gelangt durch die Saug- bzw. Fraßtätigkeit der Schädlinge in deren Körper.

(24.08.2006)
(28.11.2014)

Update: 28.11.2014 09:39:33