Mitgliederversammlung 2020

Mitgliederversammlung 2020

© Jochen Euler
22.01.2021
Frankfurt-Höchst - Die “Gärtnerei Hecktor - Kirche im Grünen“ 05. September 2020

Dieses Jahr steht fast von Beginn an unter einer prägenden Besonderheit: Pandemie. Alle größeren Veranstaltungen wurden und werden nur unter ganz strikt festgelegten Bedingungen zugelassen.

Und unter solchen Kriterien hat unser Geschäftsführer, Stefan Hecktor die “Deutsche Gesellschaft für Hydrokultur“ zu einer Mitgliederversammlung eingeladen, die ihres gleichen sucht.

“Blumen Hecktor“, Stefan Hecktors Vater hat in den 60er Jahren die “Stadtgärtnerei Höchst“ gepachtet und seitdem gärtnerisch gestaltet. „Im Freiland kultivierte Gärtner Heinrich A. Hecktor mit einem kleinen Team Stiefmütterchen, Dahlien und Schnittchrysanthemen. Natürlich wurden auch Weiden für die Kätzchenproduktion, Blautannen und Blühgehölze für die “Frühjahrstreiberei“ gezogen.

Nach den ersten Ölpreiskrisen in den 70er Jahren wurde die Produktion konsequent von intensiver auf möglichst extensive Bewirtschaftung umgestellt. Koniferen und “Buchs wurden die Hauptkulturen“. Heute produziert Stefan Hecktor in den alten Gewächshäusern im “Low-Budget-Verfahren“ Beet und Balkonpflanzen, einige Sommerpflanzen und ein kleines “Herbstzaubersortiment“. Im Winter stehen die Häuser leer. Die Hauptkulturen für die Schnittgrünproduktion sind:
Glanzmispel, Eiche, Weigelia, Aucuba,
Liguster, Koniferen, Frauenmantel
und
(noch) Buchs.

Alles was wir heute in der Gärtnerei an Bäumen und Sträuchern sehen hat Heinrich A. Hecktor gepflanzt. Ob Blautanne, oder, oder, oder hatte und hat eine Bedeutung für die Floristik. Aber alles unter dem extensiven Ansatz, was zur Folge hat, dass alles hier so abenteuerlich aussieht. Das Grundstück hat 7.800 m2, die Gärtnerei besteht aus 2 Teilen, dem Außengelände für die Floristik und aus den 4 Gewächshäusern, in denen Beet- und Balkonpflanzen produziert werden. Ein Haus wird geheizt, z.B. Geranien und auch außergewöhnliche Pflanzen, alles was geplant wird, ist mit ca. 80% schon an Altenheime, etc. verkauft. Das hat aber auch zur Folge, dass Stefan Hecktor von März bis Juni jeden Tag in die Gärtnerei muss!

So um das Jahr 2012 / 2014 kam die Idee auf, das ganze Areal, das schon für Familienfeiern ab und zu genutzt wurde, in ein Projekt des Bistums Limburg einzubringen: “Abenteuer Glaube - Kirche im Grünen“.

Zu Beginn unseres Rundganges kreuzten wir den Zufahrtsweg, der von Buchsbäumen eingerahmt wird. Es standen einmal 500 Buchsbäume auf dem Gelände. Zu Beginn der “Allee“ stehen heute noch einige “Leichen“, die dem Buchsbaumzünsler zum Opfer gefallen sind. Es scheint aber mittlerweile so zu sein, als ob sich die Vögel darauf eingestellt hätten. Als nächstes folgt der Hauptplatz, der von der Aktion “Kirche im Grünen“ so aufgearbeitet worden ist, dass man ihn behindertengerecht nutzen kann. So sind die Gewächshäuser aus sicherheitstechnischen Gründen heute eine Tabuzone für alle, die zu irgendwelchen Aktionen auf das Grundstück kommen. Da das Gelände nicht an die öffentliche Kanalisation angeschlossen ist, hat Stefan Hecktor eine Öko-Toilette installiert, die auf dem Kompost entleert wird. Auf dem Weg zu den Gewächshäusern stehen Hochbeete, die an Paten vermietet werden. Darüber hinaus ist das ein Lagerplatz für Pflanzen, die aus dem Geschäft zurückkommen. Die alten Gewächshäuser werden nur zum Überwintern von Pflanzen genutzt und mit Lufterhitzern frostfrei gehalten. Nur in dem Foliengewächshaus wird produziert und so kann man schon die erste Frühjahrsbepflanzung der Beet- und Balkonpflanzen bestaunen. Im nächsten Jahr soll auch noch ganz einfaches Schnittgrün, wie Eukalyptus produziert werden. So unterstützt Stefan Hecktors Sohn, Jonathan seinen Vater auch durch spezielle Aktionen. Nachdem er auf dem Gelände alte Utensilien gefunden hatte, reaktivierte er sie zu dem ehemaligen Erdgewächshaus. Er hat da z.B. Tomaten und Erdbeeren gepflanzt. Vor Jahren wurden in diesen Erdgewächshäusern Alpenveilchen und Weihnachtssterne produziert. In der Sommerperiode verhindert das im unteren Teil anliegende Erdreich als thermaler Speicher eine zu starke Überhitzung. Andererseits wird im anschließenden Winterhalbjahr eine zu starke Abkühlung verhindert.

Als nächstes folgte das Areal mit “Schnittgrün“, Stefan Hecktor unterscheidet zwischen Wintergrün und Restgrün, so wird im Moment “Schneebeere“ Symphoricarpos geschnitten. Danach folgten die Koniferen, Pianceae, die Heinrich A. Hecktor praktisch als Stecklinge gepflanzt hat, heute sind es stattliche Bäume, die für Monate Begleitgrün liefern. Das Gleiche betrifft das Schilf, Phragmites australis, gebraucht würden vielleicht 2 Reihen, heute bleibt es praktisch als “Dekoration“ für die Aktionen der “Kirche im Grünen“. Stefan Hecktor betonte immer wieder, dass er viel mehr Zeit in die Gärtnerei investieren müsste, z.Z. hat er nur einen Mitarbeiter, der ihm auch nur stundenweise hilft. Eine der Hauptkulturen für den Grünschnitt ist die großblättrige Eiche, Färber-Eiche, Quercus velutina, die als Begleitgrün verwendet wird. Durch die derzeitige Trockenheit muss ein 3 bis 5%iger Verlust mit einkalkuliert werden. In diesem Naturparadies hat ein Imker seine Völker aufgestellt und interessanter Weise ist im vergangenen Jahr dieser Honig zum besten Honig Hessens gewählt worden.



Nach diesem Waldspaziergang folgte die Spielwiese mit Trampolin und Lagerfeuerareal. Der Mittelpunkt der “Kirche im Grünen“ ist natürlich rund um das “alte Kesselhaus“, in dem die Küche und die Vorratsräume untergebracht sind. Hier ist auch ein gepflasterter, überdachter Vorplatz entstanden, wo sich über 100 Personen treffen können. Gespült kann hier nicht werden, Geschirr, etc. wird wieder mit nach Hause genommen und wieder zurück ins Geschäft gebracht Durch gemeinsame Aktionen ist hier eine Apfelbaum-Allee gepflanzt worden, von jeder Gemeinde ein Bäumchen. Die Pfadfinder haben in einer 72 Stunden- Aktion einen Erlebnispfad gebaut.

Und als Kernstück ist dann auf dem Gelände der ehemaligen Gewächshäuser die “Weiden-Kapelle“ entstanden. Den Abschluss durch die “ehemalige Gärtnerei - Abenteuer Glaube - Kirche im Grünen“ bildete das Teilnehmerfoto. Carsten Stakalies bedankte sich ganz herzlich bei Stefan Hecktor für diese beeindruckende Führung, bei der er uns an dem “Abenteuer seiner Initiative und seines gärtnerischen Elans“ so intensiv teilhaben ließ!


Alle Fotos finden Sie unter: Mitgliederversammlung 2020

(23.01.2021)

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