Deutsche Gesellschaft für Hydrokultur zeichnet Aquaponik-Projekt aus - Deutsche Gesellschaft für Hydrokultur e.V.

Deutsche Gesellschaft für Hydrokultur zeichnet Aquaponik-Projekt aus

"Die Urbanisten" holen Günter Gregg-Preis 2019

Soest - 20.09.19. Das Projekt "Urban Gardening and Farming" der "Dortmunder Urbanisten" hat den Günter Gregg-Preis 2019 geholt, den höchsten Preis, den die "Deutsche Gesellschaft für Hydrokultur (DGHK)" zu vergeben hat. „Es geht um "Gartenbau und Landwirtschaft in der Stadt"“, erklärt Rolf Morgenstern, mit Jan Bunse und Nils Rehkop Repräsentant und Preisträger, „nicht auf Kornfeldern, sondern mit Obst und Gemüse, das Bürger frisch auf versiegelten Flächen ziehen.“
Die Auszeichnung ist benannt nach dem "Begründer der Hydrokultur", Gärtnermeister Günter Gregg (*03.08.1924 in Dortmund, † 04.08.2013 in Nordkirchen). „Wir teilen seine Überzeugung, dass "Hydrokultur" für Pflanze und Mensch heute das Beste ist", so DGHK-Präsident Carsten Stakalies, "und wollen nach seinem Vorbild querdenken, über den Tellerrand schauen".

Neue Perspektiven in urbanen Lebensräumen
Das sei "den Urbanisten" nachhaltig gelungen: „Sie haben durch "Hydrokultur" neue Perspektiven in urbanen Lebensräumen geschaffen. Stadtbewohner können wieder selbst Nahrungsmittel produzieren“, würdigte DGHK-Geschäftsführer Stefan Hecktor in seiner Laudatio. „Man braucht weder Acker noch Meer, es funktioniert mitten in der Stadt bei Nutzung versiegelter Flächen!“, erläuterte Preisträger Dipl.-Ing. Nils Rehkop.

„Günter Gregg war bei der Entwicklung des "Hydrokultur-Systems" von Visionen geleitet, die mit "den Urbanisten" wahr werden“, betont Marlis Gregg, Tochter des Hydro-Pioniers. „Eine lautete: Mit "Hydrokultur" werden versiegelte Flächen wieder grün. Auf Hausdächern, City-Plätzen, oberhalb von Tiefgaragen … überall bietet die Stadt Pflanzbecken für Hydrokultur. Davon hat er unermüdlich gesprochen, ebenso tun es die Urbanisten: Mit Workshops und Führungen, als Referenten und Aussteller betreiben sie ein stetig wachsendes Netzwerk hochinteressanter Partner – vom Nachbarn bis hin zur internationalen Hochschule“.

Stadtnahe Landwirtschaft: Frische und Güte mit Hydrokultur
Einer davon ist Dipl.-Ing. chem. Rolf Morgenstern, Kopf des "Aquaponik-Projekts" im Fachbereich Agrarwirtschaft an der Fachhochschule Südwestfalen in Soest. Hier werden unter der Leitung von Dekan Prof. Dr. Wolf Lorleberg in der Arbeitsgruppe "Stadtnahe Landwirtschaft und Aquaponik" "Hydrokultur-Systeme“ in Versuchsanlagen getestet. „Der Sinn urbaner Landwirtschaft liegt aber nicht in ihren Produktionsmengen, sondern in der Frische und Güte ihrer Produkte und der Gemeinschaft ihrer Betreiber“, so Morgenstern.

Fachhochschule und Urbanisten sind offizielle Partner im EU-geförderten internationalen Forschungsprojekt "proGIreg": "Produktive grüne Infrastruktur für die Regeneration alter Industriestädte". Darin ist Dortmund neben Turin und Zagreb eine von drei "Frontrunner"-Städten, weitere sieben Kommunen sollen die Projekte nachahmen; beteiligt sind sechs Universitäten, acht Unternehmen sowie sieben Nichtregierungsorganisationen (NGO). Der Aachener RWTH-Lehrstuhl koordiniert das Vorhaben.

Ab 2020 kann man sich ein Stück Gewächshaus mieten
Dafür wird ab 2020 auf der ehemaligen Dortmunder Kokerei Hansa ein "bürgergetragenes Reallabor" entstehen mit zwei Gewächshäusern im wissenschaftlichen Vergleich – eins mit Gemüse-Produktion für die örtliche Gastronomie, das andere mit Mietflächen für Bürger, vergleichbar dem Konzept "der Ackerhelden", aber hier unter Glas.
Ab 2027 könnte das Projekt zudem Teil der IGA-Fläche und damit zehntausenden von Besuchern zugänglich werden. „Welche Dimension, welche Verbreitung von Wissen, Können und Ideen!“, schwärmte die Laudatio.

Die Keimzelle des Aquaponik-Projekts: 20 Quadratmeter unter Glas mitten in Dortmund
Vor der Preisverleihung hatten rund 25 DGHK-Mitglieder das Preisträger-Projekt in seiner Keimzelle besichtigt, einem Mini-Gewächshaus von 20 qm mitten in Dortmund: Obst und Gemüse – u.a. Tomaten, Gurken, Rhabarber, Erdbeeren – werden in "Hydrokultur" gezogen und mit Nährlösung versorgt. Diese stammt aus einem Aquarium mit Fischen, deren Ausscheidungen die Nährstoffe für die Pflanzen liefern. Fisch, Obst und Gemüse wachsen weitgehend ohne Belastung der Umwelt, Dünger- und Nitrat-Einsatz werden gesenkt. Die Fischproduktion erfolgt ohne Antibiotika, das Wasser verbleibt effizient in seinem Kreislauf.

"die Urbanisten": Gestalter von neuen Perspektiven für urbane Lebensräume. Der gemeinnützige Verein ist Impulsgeber, Initiator und Plattform für die aktive Mitgestaltung städtischen Zusammenlebens: "Aktionsfeld 'Urban gardening & farming" der Urbanisten, Dortmund

Deutsche Gesellschaft für Hydrokultur (DGHK): 1951 mit Schwerpunkt auf Forschung für erdelose Pflanzenzucht gegründet, hat sich die DGHK in mehr als 65 Jahren zum Netzwerk für professionelle und private Raumbegrünung entwickelt, in dem sich professionelle Experten und Liebhaber der "Hydrokultur" ebenso treffen wie Wissenchaft und Forschung. Die DGHK hat über 120 Mitglieder in elf Ländern.

Günter Gregg-Preis: Benannt nach dem Begründer der Hydrokultur, Gärtnermeister Günter Gregg (* 3. August 1924 in Dortmund, † 4. August 2013 in Nordkirchen). Mit Entwicklung der "Hydrokultur" hat Günter Gregg "Pflanzenhaltung in Gefäßen" einfach, sicher und mobil gemacht, prädestiniert für versiegelte Flächen.
Als Präsident des "Landesverbands Gartenbau Westfalen-Lippe" leitete er ab 1970 die Geschicke der Gärtner; ab 1976 betrieb er in Nordkirchen die größte "Hydrokultur-Gärtnerei Europas", ab 1983 hat sich seine Idee der "Internationalen Pflanzenmesse" (IPM - Essen) zum weltweiten Erfolg entwickelt. Günter Gregg war "zweifacher Träger des Bundesverdienstkreuzes" und stand der DGHK seit 1999 als Präsident und später als Ehrenpräsident vor. Mehr über den Preis und seine Wurzeln finden Sie im Internet:

Ansprechpartner & Kontaktdaten
Deutsche Gesellschaft für Hydrokultur (DGHK)

"Die Urbanisten" und ihr Aktionsfeld "Urban Gardening & Farming":

  • Dipl.-Ing. Jan Bunse, Dortmund – mobil 0151. 2074 2512 - Jan Bunse
  • Dipl.-Ing. Nils Rehkop, Dortmund – mobil 0176. 8594 5943 Nils Rehkop

Forschung zu Stadtnaher Landwirtschaft und Aquaponik an der Fachhochschule Südwestfalen (FH SWF) in Soest sowie offizieller Partner im internationalen, EU-geförderten Forschungsprojekt "proGIreg"  unter Leitung der RWTH Aachen

  • • Dipl.-Ing. chem. Rolf Morgenstern – mobil 0163. 2524 104 - FH Südwestfalen | FB Agrarwirtschaft
  • Pressestelle FH SWF: Sandra Pösentrup – 02921. 378 3461 - poesentrup.sandra@fh-swf.de

(06.11.2019)

Update: 2019-12-21 11:20:46