Mitgliederversammlung 2014 Garten von Mahrin - Deutsche Gesellschaft für Hydrokultur e.V.

Mitgliederversammlung 2014 Garten von Mahrin

© Andreas Hönemann Landschaftsgärten in der Region Müritzer Seenplatte

Horst Forytta und Verena Hoppe hatten die DEG dieses Jahr in den "Garten von Marihn" in Mecklenburg eingeladen. Für die Ausrichtung der Veranstaltung und die Führungen durch die schönen Gartenanlagen möchten wir uns bei Beiden recht herzlich bedanken.


Schwerpunkt unseres Zusammenkommens war zweifellos die Sichtung der Efeusammlung von Robert Krebs, welche 2013 vom "Garten von Marihn" übernommen wurde. Herr Krebs hatte es sich nicht nehmen lassen, zusammen mit seiner Frau Irmtraut die für ihn beschwerliche Reise anzutreten, um die Sammlung persönlich in Augenschein zu nehmen, er musste diese ja bekanntlich aus Altersgründen aufgeben. Für die Sammlung wurde dann durch die Initiative unserer Gesellschaft und in Kooperation mit der DGG 1822 e.V.- Netzwerk Pflanzensammlung, mit dem "Garten von Marihn" ein angemessener Partner gefunden.


Die Pflanzen wurden im alten Teil des Schlossparks an den Wegrändern angeordnet und bilden damit einen attraktiven Rahmen um diese Flächen. Zum Zeitpunkt unserer Besichtigung befanden sich einige Efeus noch in der Anwachsphase, andere Exemplare hatten sich schon etabliert und quittierten dies mit einem kräftigen Wuchs. Unsere Arbeit bestand neben der Überprüfung der korrekten Namensgebung darin, an einzelnen Efeus sortentypische Ranken zu markieren, um die nachfolgenden Pflegemaßnahmen zu erleichtern. Leider neigen ja viele Sorten gern dazu, sich ihrer ursprünglichen Blattform ungefragt zu entledigen, so dass es bei schnellem Wachstum und längeren Kultivierungspausen im Nachhinein schwierig ist, den Efeu richtig zu bestimmen.
Zur Abrundung der Veranstaltung durch den "Garten von Marihn" gab es seitens unserer Gesellschaft einen interessanten, zweiteiligen Vortrag von Mario Hollmann:  "Über die Bedeutung des Efeus für Flora und Fauna und über die Verwendung von Efeu in der Objektbegrünung". 

Ein weiterer Höhepunkt war mit Sicherheit die Führung durch die ausgedehnten Anlagen des "Garten von Marihn". Dieser wurde mit der Errichtung des Schlosses 1830 als Landschaftspark im englischen Stil angelegt. Nach 2007 wurde die Anlage durch neue private Eigentümer zu einer 13 Hektar großen Parklandschaft umgebaut, dazu waren erhebliche Kraftanstrengungen notwendig. Viel Wert wurde dem Wiederaufleben der alten Gutsstrukturen beigemessen. Der Garten gliedert sich in mehrere Areale, so wechseln sich Gehölz- und gewässerbetonte Flächen wirkungsvoll mit 11 weiteren "Gartenräumen" ab, in diesen durch Buchsbaum, Hainbuchen- und Ligusterhecken und Obstbäume gegliederten Bereichen werden Gemüsepflanzen, Rosen, Kräuter, Spalier- und Beerenobst sowie Wein kultiviert. Ein absolutes Highlight sind die "David-Austin-Rosengärten" mit über 9.000 "Englischen Rosen" im zentralen Gartenbereich, es ist die größte Ansammlung dieser Rosensorte auf dem europäischen Festland.
Einen kleinen optischen Überblick bietet Ihnen die Galerie Garten von Marihn

Das war aber noch nicht alles, im mit reichlich Gartenparks gesegneten Mecklenburg gab es für uns noch weitere sehenswerte Stationen, wobei uns mit Horst Forytta ein kompetenter und geduldiger Begleiter zur Seite stand.

Bemerkenswert ist der 25.000 Quadratmeter große "Landschaftsgarten der Büdnerei Lehsten". Das ehemalige Anwesen einer Kleinbauernfamilie wurde ab Mitte der 1990er Jahre durch Familie Schmalisch liebevoll restauriert und beherbergt heute rustikale Ferienwohnungen und Gästezimmer. Die vier Häuser mit kleinen Nebengebäuden und eine große Scheune wurden zwischen 1825 und 1850 erbaut und sind die einzigen von ehemals 33 Büdnereien, welche in Lehsten noch existieren. Hier waren auch die meisten Teilnehmer der Veranstaltung untergebracht. Der Garten schließt sich unmittelbar an die alten Ziegelgebäude an, über 3.000 Sträucher, Stauden und Rosen sorgen für ein kleines Paradies. Es gibt hinter jedem Weg etwas Neues zu entdecken: Blumenwiesen umgeben von Schlehe, Weißdorn und Flieder sowie Obstbaumwiesen mit riesigen Mirabellensträuchern, ein Teich, verschiedene Rosen in Buchsbaum eingefasst, Kirsch-, Birn- und Apfelbäume. Abwechselnd dazu finden sich überall Sitzecken und gemütliche Plätze, die zum Verweilen und Träumen einladen.
Auch hier haben wir die Fotos in der Galerie Gärten in der Region Müritzer Seenplatte.


Eine Nummer größer gestaltet sich das nur wenige Kilometer entfernte Schloss Kittendorf, errichtet zwischen 1848 bis 1853 im Baustil der "Tudorgotik". Es gehört zu den schönsten und repräsentativsten Adelsbauten der Region und wurde in den 1990er-Jahren nach Originalplänen restauriert. Das Schloss liegt eingebettet in einen rund 13 ha großen Landschaftspark, welcher vermutlich vom Landschaftsarchitekten Peter Joseph Lenné angelegt wurde. Wobei die heutige Parkfläche wohl mehr ein Reststück ist, denn Lennés ursprünglich entworfener englischer Landschaftspark zählte seinerzeit mit seinen 110 Hektar zu den größten Anlagen Mecklenburgs. Wichtige Bestandteile der Gartenanlage sind die noch heute erhaltene, vierreihige Lindenallee, die von Nordwesten auf das Schloss zuführt. Südlich des Schlosses ist die Peene zu einem Teich mit zwei Inseln angestaut, eine malerische, alte, verfallene Wassermühle rundet das dortige Bild ab. Der Park beeindruckt trotz der verringerten Größe auch heute noch, allein der Blick von der Schlossterrasse in die sanfte, hügelige Landschaft ist großartig.

Klein, aber fein präsentierte sich der Schaugarten am Tiefwarensee vom "Lebenshilfewerk Waren". Dieser ca. 16.000 qm umfassende botanische Garten befindet sich auf einer Landzunge am angrenzenden Tiefwarensee in der "Müritz-"Metropole" Waren", wobei hier eine reizvolle Blickbeziehung auf die Warener Altstadt den Besucher zu beeindrucken vermag. Mediterrane Kübelpflanzen inmitten von prächtigen arrangierten Sommerblumen bilden den zentralen Gartenteil, dieser ist umgeben von naturnahen gestalteten Blütenstauden und einem Heidegarten. Einen sehr gelungenen Übergang zum Wasser des Tiefwarensees vermittelt im südlichen Teil der Landzunge der Blick auf eine große Wiese, welche eine abwechslungsreiche aber dezente Bepflanzung mit zum Teil seltenen Solitärbäumen und Blütengehölzen aufweist. Dort befindet sich auch seit kurzem ein von dem renommierten, japanischen Landschaftsarchitekten Kanji Nomura gestalteter Zen-Garten, eine originelle Idee um vom Tourismustamtam verstörten Urlaubern einen kleinen Orte der Besinnlichkeit und inneren Zuflucht zu bieten.
Auch die Verehrer stachliger und skurriler Wuchsformen kommen hier auf ihre Kosten, vier Gewächshäuser beherbergen eine der größten Kakteen- und Sukkulentensammlungen im Norden Deutschlands, außerdem gibt es zahlreiche Orchideen, Bromelien und andere tropische Pflanzen zu bewundern.

Wie auch in den Vorjahren haben wir noch ein paar Tage für besondere Besichtigungen angehängt, die nicht so direkt etwas mit der Flora Mecklenburg zu tun hatten, darum hier noch die Galerie: Sehenswürdigkeiten rund um den "Garten von Marihn".

(28.07.2014)

Update: 2018-06-12 17:32:11