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Eisheilige - Alle reden davon. Kaum einer weiß, wer sie waren

© Hydrotip

Wer gab den Eisheiligen ihre Namen und wann kommen sie?

Zu den Eisheiligen, auch gestrenge Herren genannt, zählen mehrere (drei, regional unterschiedlich auch vier oder fünf) Gedenktage von Heiligen im Mai. Die Eisheiligen sind in Mitteleuropa meteorologische Singularität (Witterungsregelfälle).
Laut Volksmund wird das milde Frühlingswetter erst mit Ablauf der „kalten Sophie“ stabil.
Alle sprechen immer von diesen Eisheiligen. Aber wer kennt sie noch, wer kennt noch die Namen dieser Heiligen oder den historischen Hintergrund.

Die fünf Heiligen lebten im vierten und fünften Jahrhundert. Zwei waren katholische Bischöfe, drei gingen als christliche Märtyrer in die Geschichte ein. Aufgrund ihrer Taten wurden sie Jahrhunderte später vom Papst heiliggesprochen und erhielten Ehrentage zugewiesen: vom elften bis zum 15. Mai. Im katholischen Mittelalter waren diese Tage elementar mit dem Alltag der Menschen verknüpft - so wussten auch die Bauern ganz genau, welches Datum für welchen Heiligen steht. Über die Jahre erkannten sie, dass während der sogenannten Lostage Mitte Mai oft noch mit Spätfrösten zu rechnen war. So entstand der Begriff der „Eisheiligen".
Wir wollen Ihnen hier die fünf Eisheiligen ein bisschen genauer vorstellen.


Die Eisheiligen beginnen am 11. Mai.
Der erste heißt Mamertus und ist gleichzeitig ein katholischer Gedenktag. Mamertus wurde um 400 in Vienne in Frankreich geboren und starb um 475. Am gleichen Ort war er auch Bischof. Er setzte in 'St. Die' selbst einen neuen Bischof ein und wurde dafür von Papst Hilarius scharf getadelt.
Mamertus ist der Patron der Ammen, Hirten und der Feuerwehr; gegen Krankheiten der Brüste, Fieber und Dürre

Eine von mehreren Bauernregeln ist:
"Der heilige Mamerz - hat von Eis ein Herz."


Der zweite Eisheilige ist Pankratius.
Der 12. Mai ist katholischer und evangelischer Gedenktag. Pankratius wurde um 290 in Phrygien in der heutigen Türkei geboren und starb um 304 in Rom.
Pankratius ist der Patron der Erstkommunikanten und Kinder, der jungen Saat und Blüte; gegen Meineid, falsches Zeugnis, Krämpfe und Kopfschmerzen.

Eine der Bauernregeln:
"Wenn‘s an St. Pankratius gefriert - wird viel im Garten ruiniert."
"Servaz muss vorüber sein, will man vor Nachtfrost sicher sein."



Der dritte Eisheilige am 13. Mai ist Servatius. Soweit bekannt ist, wurde er in Armenien geboren. Er starb am 13. Mai 384 (?) in Maastricht. Servatius war nach der Legende der Sohn jüdischer Eltern aus Armenien. Sicher ist, daß er um 340 Bischof von Tongern wurde.
Servatius ist der Patron von Maastricht, Goslar, Limburg/Lahn, Quedlinburg, der Lahmen, der Schlosser und Tischler, gegen Fußleiden, Rheumatismus, Fieber, Todesfurcht, Frostschäden, Mäuse- und Rattenplagen und das Lahmen von Tieren.

Die Bauernregel:
"Servaz muss vorüber sein, will man vor Nachtfrost sicher sein."

Bonifatius ist der vierte der Eisheiligen am 14. Mai.
Eigentlich hieß er Bonifatius von Tarsus. Er wurde vermutlich in Rom geboren und starb um 306 in Tarsus in Kilikien in der heutigen Türkei.
Bonifatius war kein Christ, er wurde aber von einer reichen Römerin beauftragt, in Tarsus Reliquien christlicher Märtyrer zu finden und diese nach Rom zu bringen. Als er dort die Folterungen und Tötungen in der Christenverfolgung unter Kaiser Galerius miterlebte, ließ er sich taufen und bekannte sich dann zum Christentum, worauf er dann durch siedendes Pech sterben musste. Das waren raue Sitten zu dieser Zeit!
Noch eine Bauernregel:
"Pankrazi, Servazi, Bonifazi - sind drei frostige Bazi, und am Schluss fehlt nie, die kalte Sophie."

Mit Sophie am 15.Mai sind die Eisheiligen vorüber.
Sophia von Rom wurde in Rom geboren und starb dort um 304. Sie starb als junge Frau den Martertod, vermutlich während der Christenverfolgung unter Diokletian.
Sophia von Rom ist die Patronin gegen Spätfröste und für Wachsen der Feldfrüchte.

Zwei weitere Bauernregeln von vielen:
"Kalte Sophie wird sie genannt, denn oft kommt sie mit Kälte dahergerannt!"

"Oft hat Sophie Frost gebracht und manche Pflanze tot gemacht."

Wegen der Verschiebung durch die gregorianische Kalenderreform sind die gleichnamigen alten Bauernregel aus der Zeit des julianischen Kalenders mittlerweile allerdings erst jeweils 10 Tage später anzuwenden als die Gedenktage der jeweiligen Heiligen liegen.

Also: Die "Kalte Sophie" kommt demnach erst am 25. Mai!
Und damit stabilisiert sich auch erst zu diesem Datum die Wetterlage.

Auch wenn diese Bauernregeln schon uralt sind und sich während der letzten Jahrhunderte sogar der Kalender geändert hat - vom julianischen zum gregorianischen - spielen die Eisheiligen immer noch eine wichtige Rolle. Sie bieten eine grobe Orientierung, ab wann nicht winterharte Pflanzen in den Boden gesetzt werden können. „Besonders bei Dahlien, Zantedeschia oder Anemonen hilft es, sich an diesen Tagen zu orientieren", betont Blumenzwiebelspezialist Carlos van der Veek von Fluwel. „Wie die meisten sommerblühenden Blumenzwiebeln und Knollen sind diese Exotinnen hierzulande nicht winterhart und dürfen erst nach den letzten Spätfrösten in den Boden kommen." Zwar variieren die klimatischen Verhältnisse von Region zu Region und auch nach den Eisheiligen kann es noch kalt werden - aber in der Regel ist ab Mitte Mai die Gefahr für Frühlingsfrost vorbei.

Wenn Sie weitere Informationen über die Eisheilige lesen möchten, so besuchen Sie bitte diese oder jene Seite.

Dieser Artikel ist am 20.05.2006 zum ersten Mal auf hydrotip erschienen, allerdings leicht verändert.

(19.05.2017)

Update: 26.04.2018 11:05:37