Unsere "Grüne Woche" im April 2012 — 3. Tag - Deutsche Gesellschaft für Hydrokultur e.V.

Unsere "Grüne Woche" im April 2012 — 3. Tag

© Jochen Euler Botanischer Garten Münster

Anstatt einen zweiten Tag, wie geplant, nach Venlo zu fahren, sind wir stattdessen am nächsten Tag im Botanischen Garten der Westfälischen Wilhelms - Universität in Münster gewesen!


Mitten in der Stadt, direkt hinter der Uni liegt dieses Kleinod für Forschung und Lehre. Hier mussten wir wieder einmal erleben, wie entspannend es ist, wenn man sich nicht, wie in Solingen anmeldet, sondern spontan entscheidet. Dann steht man halt auch vor verschlossenen Türen, na und?

"1797 wird an der Medizinischen Fakultät der noch jungen Universität Münster ein Lehrstuhl für Naturgeschichte (Botanik) eingerichtet, auf den der praktische Arzt Franz Wernekinck (1764 – 1839) berufen wird. Da ihm kaum Lehr- und Anschauungsmaterial zur Verfügung steht, wird nach einem geeigneten Ort für einen Hortus botanicus gesucht. Hier bietet sich der fürstbischöfliche Residenzgarten hinter dem Schloss an. Der weit über die Ländergrenzen hinaus bekannte Freiherr vom Stein, zu dem Zeitpunkt oberster Regierungsbeamter und Repräsentant Preußens in Westfalen, fördert das Projekt, und so wird 1803 per Dekret die Anlage eines Botanischen Gartens verfügt."
Pelargonien und Bromelien sind wohl die beiden Schwerpunkte der Sammlungen.

Mit welcher pädagogischer Akribie der Garten durchdacht ist, führt ein riesiges Beet buchstäblich vor Augen. In diesem Rondell werden nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen um die 46 Ordnungen, durch ca. 135 Familien mit ihren typischen Vertretern näher vorgestellt.

"Die Größe der einzelnen Bereiche und Beete wurde den Artenzahlen der einzelnen Pflanzensippen nachempfunden. Die Gesamtgestaltung des Pflanzensystems vermeidet den sonst oft gezeigten Stammbaum, da die heute lebenden Pflanzen nicht in direkter Linie miteinander verwandt sind, sondern höchstens gemeinsame Vorfahren haben."
Für solche Tagesausflügler wie wir es immer sind, ist es auch sehr schön, wenn man fußläufig ein Café – Restaurant findet.
Man kann sich den Unterschied zwischen FLORIADE und dem Botanischen Garten in Münster nicht krass genug vorstellen. Hier in Münster z.B. ein überschaubar gestaltetes Areal – Heide, Düne, Sandmagerrasen, weil Heideflächen in und um Münster bis ins 19. Jahrh. noch ein Drittel des heutigen Stadtgebietes ausgemacht haben.
"Durch Ausdehnung der Bebauung, Aufgabe der Nutzung und Düngung der Sandböden sind sie bis auf kleine, jetzt geschützte Gebiete verschwunden. Heute erinnern aber noch Stadtteilnamen an diesen Landschaftstyp, z.B. Coerheide, Hornheide, Loddenheide."
Nun, und auf der Welt – Garten - Expo: "groenondernemers maken wonen natuurlijk – Garten und Wohnzimmer der Zukunft.

Und wer noch gut zu Fuß unterwegs ist, sich außer für Flur und Fauna auch für Kultur und Geschichte interessiert, der kommt in Münster ganz bestimmt auf seine Kosten. Diese gemütliche Stadt mit ihren Fachwerkhäusern und engen Gassen, die kleine Plätze und Grünanlagen liebevoll umschließen, hat sich viel von ihrem "Mittelalterlichen Charme" bewahren können. Nicht ohne Grund ist Münster auch deshalb bei Studenten so beliebt, unabhängig von den vielen urigen Kneipen und Restaurants.

Ein Besuch des Rathauses und Besichtigung des Ratssaales, in dem der "Westfälische Frieden" geschlossen wurde, ist genauso ein "absolutes Muss" wie der Besuch im Dom! Sollte Petrus den Tagesausflug nicht abgesegnet haben und die Gewächshäuser alle geschlossen sein, so bietet der Allwetter – Zoo eine gute Alternative, besonders für Familien mit Kindern.
Alle Fotos finden Sie in der Galerie Botanischer Garten Münster


(20.06.2012)

Update: 2013-06-22 15:00:21