Blühende Eucharris

Thripse

Thripse muss man im Auge behalten
Gemeint sind hier nicht die als Gewittertierchen bekannten Getreidethripse, die zur Erntezeit in Massen in Gärten und Häuser einfallen und sich dabei auch schon einmal ins menschliche Auge verirren können. Diese länglichen, 1 bis 2 mm großen, dunklen Insekten haben gefranste Flügel und Haftblasen an den Beinen, was ihnen auch die Namen Fransenflügler oder Blasenfüße eintrug. Getreidethripse können sich an unseren Zimmerpflanzen zwar nicht entwickeln, doch sie haben verschiedene gefährliche Verwandte, die auf ein Leben im Zimmer, Wintergarten oder Gewächshaus spezialisiert sind.

Eine heimliche Sippschaft
Der häufigste und bekannteste ist hier sicher der gebänderte Gewächshausthrips (Parthenothrips dracaenae) mit seinen auffällig quergestreiften, hellen Flügeln über dem dunklen Körper. Er wird auch Dracaenen- oder Palmenthrips genannt, da er besonders gern an diesen Pflanzen zu finden ist. Eine bei uns neuere Thripsart, die mittlerweile als Schädling an Zierpflanzen große Bedeutung hat, ist der kalifornische Blütenthrips Frankliniella occidentalis. Er wurde aus Amerika eingeschleppt und verursacht Schäden an Blüten zahlreicher Pflanzen. Mit seinem gelblichen Kopf und dem braunen Hinterleib ist er, meist versteckt in den Blüten lebend, sehr schlecht zu erkennen. Weitere unterschiedliche Thripsarten können in Gewächshäusern und Wintergärten auftreten. In Hydrokultur findet man sie außer an den oben genannten Pflanzen häufig an Ficusarten, Schefflera, Anthurien und anderen hartlaubigen Gewächsen. Manche Sorten wie z.B. Schefflera actinophylla ‘Amate’ sollen gegen Thripsbefall weniger empfindlich sein.

Unerwünschter Silberglanz
Oft bemerkt man von den versteckt lebenden Thripsen anfangs nur die kleinen schwärzlichen Kottropfen, die an den Blattunterseiten und teilweise auch auf der Fensterbank zu finden sind. Beim Blütenthrips findet sich auch aus den Blüten verstreuter Pollen. Der eigentliche Schaden zeigt sich erst allmählich. Die Thripse stechen mit ihren Mundwerkzeugen nämlich die einzelnen Pflanzenzellen der obersten Zellschicht an und saugen sie aus. In die zerstörten Zellen dringt Luft ein, was diese Bereiche zunächst silbrig schimmern lässt. Besonders in der Nähe von Blattadern kann es aber auch zu Verkorkungen kommen, wenn die Pflanzen versuchen die Verletzungen zu verheilen. Später vertrocknen die befallenen Stellen und bei starkem Befall, fallen die mittlerweile stark vergilbten Blätter schließlich ab. An Blüten und Früchten treten oftmals Verkrüppelungen auf. Verschiedene Thripsarten sind auch als Virusüberträger gefährlich.

Thripse haben es gern warm und trocken
Weil die Thripse auf Grund ihrer fransigen Flügel nicht so gut fliegen können, nutzen sie zu ihrer Verbreitung warme Luftströmungen, mit denen sie sich im Sommer weite Strecken tragen lassen. Im Winter erfolgt die Ausbreitung gerne durch die warme, trockene Heizungsluft, welche auch gute Bedingungen für die Vermehrung schafft. Bei den meisten Thripsen besitzt das Weibchen einen Legebohrer, mit dem es die Eier geschützt in dem Pflanzengewebe ablegt. Aus diesen schlüpfen dann weichhäutige, hellgelbe Larven, die versteckt an den Blattunterseiten zu saugen beginnen. Nach zwei Larvenund zwei bis drei Nymphenstadien verpuppen sich die Thripse, oftmals im oder am Boden, bis schließlich das erwachsene geflügelte Insekt schlüpft.

Farben, auf die Thripse fliegen
Eine Überwachung und ein Abfangen zufliegender Thripse ist je nach Thripsart durch beleimte Blau- oder Gelbtafeln möglich. Gelbtafeln fangen zusätzlich noch viele andere Schädlinge ab. Besonders im Winter kann eine Erhöhung der Luftfeuchte z.B. durch häufiges Besprühen der Pflanzen, die Vermehrung der Schädlinge vermindern. Unter für die Thripse günstigen Bedingungen sind sonst 60 Eier pro Weibchen und 12 Generationen pro Jahr möglich.

Gegen Thripse ist ein Kraut gewachsen
Zur biologischen Bekämpfung der Thripse eignen sich Spritzmittel mit Naturpyrethrum besonders gut. Spruzit Schädlingsfrei und Raptol SchädlingsSpray enthalten diesen Chrysanthemenextrakt und zusätzlich noch einen Rapsölanteil, so dass auch die Eistadien der Schädlinge mit erfasst werden. Die Spritzung wird zweimal im Abstand von 14 Tagen durchgeführt. Die Pflanzen müssen hierbei tropfnass gespritzt werden, denn nur die von der Spritzbrühe getroffenen Schädlinge sterben sicher ab, da es sich um reine Kontaktmittel handelt. Die Mittel sind zur Behandlung in Innenräumen zugelassen.

Auch Thripse haben Feinde
Wie auch bei der Blattlausbekämpfung sind die Larven der heimischen Florfliege (Chrysoperla carnea), auch Goldauge genannt, eine große Hilfe gegen Thripse. Während sich die erwachsene Florfliege nur von Honigtau ernährt, leben ihre einem winzigen Krokodil ähnlichen Larven räuberisch und können während ihrer dreiwöchigen Entwicklung Unmengen an Schädlingen vertilgen. Im Zimmer wird diese Entwicklung allerdings nicht zu Ende gebracht. Daher muss man keine Bedenken haben, dass hinterher Hunderte von Florfliegen den Weg in die Freiheit suchen. Tritt indes später ein erneuter Thripsbefall auf, müssen auch wieder Florfliegenlarven eingesetzt werden. Der Vorteil der gefräßigen Chrysoperla- Larven gegenüber anderen, thripsvertilgenden Nützlingen wie Amblyseius-Raubmilben oder Orius- Raubwanzen liegt darin, dass sie keine großen Ansprüche an Licht und Temperatur, sowie an die Luftfeuchtigkeit stellen und außerdem besonders gern den sehr häufigen Dracaenenthrips verspeisen. Räuberische Thripse wie Franklinopthrips vespiformis fressen zwar auch die Larven der wichtigsten Schadthripsarten, lassen sich jedoch im Winterhalbjahr nicht einsetzen.

Nützlinge - einfach und nützlich
Da die Florfliegenlarven so anspruchslos sind, ist bei ihrem Einsatz nicht viel zu beachten. Lediglich unter 12 – 15 °C sollten die Temperaturen nicht fallen. Weil die Florfliegenlarven nicht sehr beweglich sind, sollte man sie direkt in die Befallsherde setzen. Die Blätter der einzelnen befallenen Pflanzen sollten sich berühren, um den Räubern ein Überwechseln zu ermöglichen. Ist der Befall schon sehr stark, müsste man vor dem Ausbringen einmal mit einem nützlings-schonenden Mittel spritzen, um den Nützlingen einen guten Start zu ermöglichen. Hierfür eignen sich die oben angegebenen Mittel mit einer Wartezeit von nur drei Tagen. Ansonsten ist die Nützlingsausbringung einfach und ohne besondere Vorkenntnisse oder spezielles Gerät machbar. Auch Schädlinge an sehr großen Pflanzen lassen sich gut bekämpfen, ohne empfindliche Böden, Verglasungen oder Mobiliar in der Nähe der Pflanzen durch Spritzbeläge zu verunreinigen. Für Menschen, andere Tiere, Pflanzen und die Umwelt stellen die Nützlinge keine Gefahr dar, sie sind so klein, dass ihre Anwesenheit meist unbemerkt bleibt. Ihre Wirkung ist dagegen sehr gut, auch Schädlinge, die bereits gegen Pflanzenschutzmittel resistent sind, werden erfasst.

Die kleinen Helfer kommen per Post
Der Hobbygärtner bekommt seine Florfliegenlarven über das Bestell-Set „Nützlinge gegen Schädlinge“, das er im Fachhandel kauft. Die Nützlinge plus ausführlicher Gebrauchsanweisung, werden dann unverzüglich mit der Post vom Nützlingsbetrieb zum Anwender geschickt. Im Winter findet der Versand allerdings nur bei Temperaturen über 5 °C statt, da die Tierchen sonst eingehen könnten. (Skl)
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(12.12.2007)
(01.06.2012)

Update: 24.03.2018 11:23:59