Blühende Eucharris

Reisebericht Singapur II

© Carsten Stakalies

Zoologischer- und Botanischer Garten, Singarpur

Von Fauna zu Flora
Auf dem heutigen Gelände des Botanischen Gartens war ursprünglich der erste Zoo Singapurs aus dem Gründungsjahr 1870. Erst ab 1969 entstand auf dem heutigen Gelände an der Mandai Lake Road der Zoologische Garten mit einer Größe von 69 Hektar, der für über 2.500 Tiere ein Zuhause bietet. Das besondere an der Anlage ist wohl das Freigehege-Konzept, das dem Besucher in dem Park das Gefühl gibt, mit den Tieren zusammen in freier Natur zu sein. Auf der Entdeckungsreise ist man nur von überwiegend natürlichen Grenzen von den Tieren getrennt.  Dies sind beispielsweise trockene Gräben oder kleine Flüsse. So kann es passieren, dass sich Affen über den Köpfen der Besucher von Ast zu Ast schwingen oder seltene Vogelarten den Weg kreuzen. Man wandert durch einen subtropisch bewaldeten Naturpark, vorbei an Seen und Flüssen und hat das Gefühl, mitten im Urwald zu sein. Nur gefährliche Tiere, die im Menschen eine Beute sehen, werden hinter großen Glasfassaden gehalten.


Aber nicht nur die Fauna ist beeindruckend, auch die Flora sucht ihresgleichen.
Gigantische Urwaldgrößen, wie der bis zu 40 m hohe Dipterocarpaceae (Flügelfruchtgewächs) mit wunderschönen großen rot-rosa farbenen Blüten und zahlreiche weitere Blühpflanzen wie der Hibiscus, der gleichzeitig auch die Nationalpflanze Malaysias ist und zur Familie der Malvengewächse gehört, ist in großer Zahl anzutreffen. Beeindruckend ist auch der Sternfruchtbaum, der botanisch als Averrhoa carambola bezeichnet wird und zur Gattung der Gurkenbäume zählt. Die bis zu 13 cm großen Früchte werden hier zu Lande gerne im Querschnitt zugeschnitten und zum Garnieren von Desserts und Cocktails verwendet.

Des Weiteren ist man von vielen Palmenarten, wie zum Beispiel der heimischen Licuala malajana umgeben. Somit lässt es sich auch sonnengeschützt durch den Zoologischen Garten wandeln und man genießt das üppige Grün mit den über 300 verschiedenen lebenden Tierarten, die jährlich von über 1,5 Millionen Besuchern bestaunt werden. Es besteht auch die Möglichkeit, den Zoo nachts und somit im Dunkeln zu erkunden. Hierfür werden spezielle Führungen angeboten, um die nachtaktiven Tiere zu beobachten.

Wer nur im Reich der Pflanzen unterwegs sein möchte, darf den Botanischen Garten Singapurs auf seiner Reise nicht verpassen. Er gehört zu den wichtigsten Gärten Asiens und ist mit jährlich über 4 Millionen Besuchern der meistbesuchte Botanische Garten der Welt und wurde 2015 als erste Stätte Singapurs in das Unesco Weltkulturerbe aufgenommen.


Der Besuch des 74 Hektar großen Geländes ist bis auf den Orchideengarten kostenfrei und lässt den Besucher nicht aus dem Stauen herauskommen. 1859 gründete der Schotte Lawrence Niven die Anlage. Anfangs diente der Park zum Anbau von wirtschaftlichen Gütern wie den Gewürzen Kakao und Muskat. Später ließ der erste Direktor des Gartens ab 1888 Kautschuk Pflanzen anbauen, um dem damaligen Boom in den Plantagen Malaysias Rechnung zu tragen. Aus dieser Zeit stammt auch das heutige "Corner House" das innerhalb des Parks als Wohnhaus und heute als Verwaltung dient.

Erst Mitte des letzten Jahrhunderts dient der botanische Garten der Forschung im Interesse der Wissenschaft und beheimatet unter anderem ein Herbarium mit über 650.000 pflanzlichen Präparaten.

Heute ist der Park für Einheimische eine Oase für den Frühsport oder am Abend, ein für besondere Konzerte genutzter Ort mitten im Zentrum von Singapur. Hier findet man auch viele Pflanzen, die wir bei uns in der Innenraumbegrünung verwenden. Beispielsweise der Asplenium nidus (Nestfarn), der in der freien Natur Asiens auf Bäumen wächst und somit das ganze Stadtgebiet von Singapur prägt.

Insbesondere für Orchideen Freunde ist der Garten ein Muss. Mit über 400 verschiedenen Arten umfasst die größte Ansammlung von Orchideen weltweit. Große Persönlichkeiten unserer Zeit haben diesen Park bereits besucht und haben neuen Orchideen Sorten Ihren Namen gegeben. Darunter auch unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel.


Es lohnt sich die Galerie Reisebericht anzuklicken, vielleicht möchten sie dann auch noch den 1. Artikel lesen.

(04.08.2017)

Update: 04.08.2017 19:25:22