Blühende Eucharris

Weiße Fliege

© Sabine Klingelhöfer

gefürchteter Schädling mit besonderen Vorlieben

Weiße Fliegen (sogenannte Motten- (schild)läuse) gehören zu den weltweit wichtigsten Gewächshausschädlingen und zoologisch zu den Pflanzenläusen. Das erwachsene Tier ist ein ca. 1,5 mm langes, weiß bepudertes Fluginsekt.

Bei Störungen oder Erschütterungen flattern die Tiere rasch von den Blattunterseiten auf. Weiße Fliegen legen auf den Blattunterseiten gestielte Eier kreisförmig ab.
Ein Weibchen kann zwischen 200 und 400 Eier legen. Die daraus schlüpfenden flachen, hellgrünen Larven sind nur am Anfang beweglich. Später sehen sie aus wie helle Schildläuse und bleiben bis zum Schlupf der erwachsenen Tiere an derselben Stelle. Die Entwicklung der Tiere vom Ei zum erwachsenen Tier dauert bei Temperaturen von 20 bis 24 °C etwa 25 bis 30 Tage. Weiße Fliegen besiedeln oft Pflanzen, die stark riechen. Sie treten an Zierpflanzen wie Wandelröschen, Weihnachtssternen oder Fuchsien, sowie an verschiedenen Gemüsearten wie Kohl und Tomaten auf.

Schäden durch Weiße Fliege
Weiße Fliegen gehören zu den Pflanzensaftsaugern.
Die Schädlinge sind an der gesamten Pflanze, in der Regel, auf den Blattunterseiten zu finden. Dort saugen sowohl die Larven als auch die erwachsenen Tiere. Durch die Saugtätigkeit treten zuerst gelbe Flecken auf den Blättern auf, später vertrocknen die Blätter und Triebspitzen komplett. Weiterer Schaden entsteht durch das Ausscheiden von Honigtau, einer stark zuckerhaltigen Lösung. Auf diesem klebrigen Belag siedeln sich schnell Schwärzepilze an, welche die Pflanze extrem verschmutzen und dadurch schwächen.

Wegen der schwarzen Beläge wird der Schädling in vielen Produktionsbetrieben sehr gefürchtet. Zusätzlich können Weiße Fliegen noch Pflanzenviren übertragen, welche nicht heilbare Erkrankungen verursachen.

Bekämpfung
Jeder Art von Bekämpfung geht eine Kontrolle der Schädlinge mit Hilfe von Gelbtafeln “Hobby“ oder Gelb- Stickern voran. Der spezielle gelbe Farbton der Leimtafeln zieht die Weißen Fliegen magisch an. So kann man das erste Auftreten und die Anzahl vorhandener Schädlinge gut im Blick behalten. Zur Bekämpfung der Weißen Fliege stehen bei Befall verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung.

Einsatz von Pflanzenschutzmitteln
Beim ersten Auftreten der gefürchteten Schädlinge muss man sofort eingreifen.
Der richtige Zeitpunkt ist für den Erfolg beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gegen Weiße Fliegen ausschlaggebend.
Zur Bekämpfung der Weißen Fliege sind Präparate mit natürlichen Wirkstoffen wie Neudosan - Neu Blattlausfrei, Spruzit - Schädlingsfrei oder Raptol - Schädlings- Spray in Innenräumen und an vielen Gemüsekulturen zugelassen. Alle drei Präparate sind für viele Pflanzen gut verträglich.
Bei empfindlichen oder gestressten Pflanzen sollte man trotzdem an einzelnen Trieben Probespritzungen vornehmen.
Für einen optimalen Spritzerfolg beachten Sie bitte:
  • Bei der Spritzung die gesamte Pflanze sehr gründlich benetzen, vor allem die Blattunterseiten müssen sorgfältig behandelt werden.
  • Weiße Fliegen verharren bei Kälte in einer Art Starre und flattern dann nicht sofort auf. Um die Tiere bei einer Spritzung auch sicher zu treffen, nutzt man also kühlere Tageszeiten. Besonders die frühen Morgenstunden sind optimal zur Bekämpfung der Schädlinge.
  • Die Behandlung noch zweimal im Abstand von 5 - 7 Tagen wiederholen. Einsatz von Nützlingen


Neben einer Bekämpfung mit Pflanzenschutzmitteln kann die Weiße Fliege in Innenräumen und Gewächshäusern auch durch den Einsatz von Nützlingen bekämpft werden. Nützlinge sind die natürlichen Feinde von Schädlingen. Man kann sie im Handel kaufen und gezielt gegen bestimmte Schädlinge einsetzen. Nützlinge sind auf die Schädlinge spezialisiert und sterben ab, wenn keine Nahrung mehr vorhanden ist.
Der Vorteil eines Nützlingseinsatzes ist die sichere, umweltfreundliche und einfache Anwendung. Weder der Anwender, noch die Umwelt oder die Pflanze werden durch schädliche Rückstände belastet.

Gemüse kann sofort wieder verzehrt werden. Da Weiße Fliegen inzwischen gegen einen großen Teil der auf dem Markt erhältlichen chemischen Pflanzenschutzmittel resistent sind, wird sogar in professionellen Kulturen in großem Umfang mit Nützlingen gearbeitet.

Aktive Schlupfwespen
Gegen die Weißen Fliegen wird in der Regel die EF - Schlupfwespe Encarsia formosa eingesetzt – und das schon seit 1927 mit Erfolg. Diese EF-Schlupfwespe ist max. 0,8 mm groß und mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Die Nützlinge legen Ihre Eier in die Larven der Weißen Fliege. Aus den Eiern schlüpfen im Inneren der Weißen Fliege die Larven der EF- Schlupfwespen.

Diese Larven fressen die Larven der Weißen Fliege von innen her aus und verpuppen sich dann selber dort. Ca. 10 bis 14 Tage nach der Freilassung sind auf den Blattunterseiten kleine schwarze Punkte zu erkennen, welche ein Zeichen für eine erfolgreiche Parasitierung der Weiße Fliege- Larven sind. Aus diesen parasitierten Weiße Fliege - Larven schlüpfen bald die erwachsenen EF - Schlupfwespen, die Schädlingsvermehrung ist unterbrochen.

Nach dem Schlupf suchen die Nützlinge sofort wieder Schädlingslarven auf, um dort ihre Eier abzulegen. Ab einer Tagestemperatur von 20 °C läuft die Vermehrung der Schlupfwespen schneller als die der Weißen Fliege. Bis zur endgültigen Vertilgung können je nach Befall trotzdem mehrere Wochen vergehen Besonderheiten beim Nützlingseinsatz

  • In den letzten drei Monaten vor dem Einsatz der Nützlinge dürfen keine systemischen Pflanzenschutzmittel ausgebracht worden sein. Diese würden die Nützlinge ebenso vernichten.

  • Die Schlupfwespen müssen sofort beim ersten Auftreten der Schädlinge eingesetzt werden (Befallsfeststellung mit Gelbtafeln s.o.).

  • Die Nützlinge fliegen nicht aus Fenstern oder Lüftungen nach draußen, so dass man ohne Probleme während des Nützlingseinsatzes lüften kann.

  • Die EF - Schlupfwespen fliegen nicht auf Gelbtafeln, diese können daher im Bestand hängen bleiben.

  • Trotz ihres “gefährlichen“ Namens stechen die EF-Schlupfwespen weder Menschen noch Haustiere.
  • Sind alle Schädlinge abgetötet, verschwinden die Nützlinge nach draußen oder verhungern.


Die Nützlinge können über Bestell-Sets für “Nützlinge gegen Schädlinge“ im Gartenfachhandel bezogen werden. Per Post werden die Nützlinge mit einer Gebrauchsanwendung innerhalb weniger Tage zugesandt (solange es die Temperaturen zulassen).
W. NEUDORFF GmbH KG
Anastasia Wagner

(15.12.2009)
(01.03.2012)
Update: 03.03.2012 00:00:00