Beiermeister Hydrokulturen - Deutsche Gesellschaft für Hydrokultur e.V.

Beiermeister Hydrokulturen

Unsere Förderndes Mitglieder – ein Porträt


Im Zusammenhang mit unserer Artikel - Serie:
Unsere Fördernden Mitglieder – ein Porträt,
haben wir uns diesmal in Richtung Süden auf den Weg gemacht und unser Förderndes Mitglied die Beiermeister Hydrokulturen –besucht.

Da Bernd Beiermeister noch in einem Kundengespräch vertieft war, empfing uns die Seniorchefin, Frau Regina Beiermeister und hieß uns herzlich Willkommen. Mit großer Freude, Fachwissen und nicht ohne Stolz, führte sie uns durch die Gewächshäuser und ließ keine unserer Fragen unbeantwortet. Schon früh wurde der Seniorchef Wolfgang Beiermeister mit der Pflanzenwelt vertraut gemacht. Im elterlichen Geschäft lernte er die Geheimnisse der Gemüsepflanzen kennen und auch blühende Grünpflanzen zu schätzen, doch die Beschäftigung mit der Erde allein reichte ihm nicht! Er begann zu experimentieren und da bot sich die Hydrokultur gerade zu an.
Dass er außer dem berühmten grünen Daumen, einem tüchtigen Geschäftssinn und viel Unternehmerglück, auch eine große Überzeugungskraft besitzen muss, zeigt sich heute in seinem Betrieb. Auch nach der Firmenübernahme durch die beiden Söhne, Bernd und Michael, geht es ständig mit dem Unternehmen bergauf. Unterstützt werden sie durch einen jungen Stab von etwa 40 Mitarbeitern, von ca. 20 bis 40 Jahren, alle ausgebildet als Gärtner,- Techniker,- Meister oder Kaufleute. Die Firmenleitung setzt großes Vertrauen in ihr junges Team, damit auch neue Ideen und Innovationen von jungen Menschen direkt zum interessierten Kunden transportiert werden können. Natürlich wird dieses junge Team nach wie vor auch noch von den Seniorchefs unterstützt:

Frau Beiermeister hat als gute Seele des Betriebes das Management des Büros unter ihre Fittiche genommen und „schmeißt“ mit drei weiteren Mitarbeiterinnen den „Laden“. Dort hat sich inzwischen auch die Schwiegertochter Birgit, Ehefrau von Michael Beiermeister, sehr gut eingearbeitet. Der Seniorchef, Wolfgang Beiermeister, betreut alle Aktionen des Großmarktes und steht ansonsten immer mit Rat und Tat zur Seite. In zwei bis drei Jahren werden sich die „Senioren“ so peu à peu aus dem Unternehmen zurückziehen: „Denn irgendwann muss man auch wirklich ganz allein auf eigenen Füßen stehen können“, so die Aussage von Frau Beiermeister, „und dann wollen wir unseren Kindern auch nicht mehr im Wege stehen. Natürlich werden wir aushelfen, wenn die Lage es erfordert, aber ansonsten müssen sie dann ihren eigenen Weg gehen". Die Aufteilung der Arbeitsbereiche: Michael Beiermeister- Vertrieb und Verkauf, Bernd Beiermeister- Einkauf und Produktion, scheint bis jetzt richtig gewesen zu sein, denn nach Aussage von Bernd Beiermeister geht es mit der Hydrokultur wieder aufwärts, auch junge Leute interessieren sich wieder mehr für den Gärtnerberuf.

Obwohl Bernd Beiermeister noch im Gespräch mit Herrn Nieukoop junior und seinem Geschäftsführer war, wollte er mich doch kurz begrüßen, als ich mich langsam und ganz vorsichtig, wie ich glaubte, der großen Hydrothek und der Gesprächsrunde näherte.
Wir waren eigentlich für 15:00 Uhr verabredet, doch der Weg von Bernd Beiermeister´s Gesprächspartnern führte, von Holland aus, über zu viele Baustellen und so konnte der Termin nicht eingehalten werden, ein leidiges Thema, wer kennt es nicht?! Doch für uns konnte keine Langeweile aufkommen, bei den vielen verschiedenen Themenbereichen mit Großpflanzen, Gefäßen und der passenden Keramik, nahm das Erstaunen kein Ende.

„Wir produzieren auf ca. 8000 qm Hochglasfläche Hydrokulturpflanzen und konzipieren maßgeschneiderte Innenraumbegrünungen für Ihre Räume,“
so Bernd Beiermeister. Wir waren von dem großen und vielseitigen Sortiment an Tischgefäßen total überrascht; unsere Erfahrungen in den Gartencentern und Gärtnereien im Ruhrgebiet haben so etwas nicht vermuten lassen.

Alle unsere „Mitbringsel“ von der IPM 2008, auch bei uns mittlerweile in Hydrokultur kultiviert, haben wir hier wieder gefunden:
angefangen bei der „Hawaii-Palme“ - Brighamia insignis über Euphorbia lactea bis hin zu den geflochtenen Sansevieria cylindrica; aber was das „Hydroherz“ des Liebhabers höher schlagen lässt, haben wir hier auch auf den Mustertischen wiedergefunden: blühende Pflanzen, einen kleinen Eindruck bekommen Sie in der Galerie Tischgefäße!

Nicht nur das Standartsortiment vom Christusdorn bis zur Anthurie, sondern von Aeschinanthus über Ardisia crenata, bis hin zum Usambaraveilchen waren in großer Pracht zu bewundern.


In dem Gespräch mit Frau Beiermeister wurde wieder sehr deutlich, dass gerade in diesem Sektor in den letzten 10 - 15 Jahren fürchterlich viel falsch gemacht worden ist; so ist das Sortiment der Tischgefäße aus den Garten-Center- Ketten total herausgeflogen, weil die Flächenumsätze nicht mehr stimmten.
Der Werbeslogan für die Discounter vor 20 Jahren: „Bei der Hydrokultur kann man nichts falsch machen, Sie müssen nur noch gießen“ wirft lange Schatten und ist nur mühsam wieder zu korrigieren.

„Das ist die Chance für den Fachhandel, aber auch das Inhaber geführte Garten- Center“, so Bernd Beiermeister.
„Durch fachlich hochstehende Beratung lassen sich heute wieder die Vorteile der Hydrokultur problemlos vermarkten! Aber wer erfolgreich verkaufen will, muss seinen Kunden klar vermitteln, dass auch die Hydrokultur-Pflanze lebt und neben Nährlösung auch Licht und Luft zum Atmen, zum Leben benötigt.“

Das spiegelt die eigene Erfahrung wieder, denn der Tischgefäße -Verkauf läuft fast ausschließlich über die große Hydrothek.
Hydrokultur ist ein beratungsintensives Produkt, nur wenn diese fachkundige Beratung garantiert wird, ist Beiermeister Hydrokulturen auch in Zukunft wieder bereit, in Baumärkten und / oder Gartencentern Hydrokulturen anzubieten.

Überzeugend und übersichtlich präsentierte sich das riesige Sortiment an großen Pflanzen bis 5 m Höhe für die Raumbegrüner: von Ficus, Dracaena, Phoenix, Cycas bis hin zu Coeffea arabica oder Strelitzia, wir waren überwältigt. In der Ladehalle konnten wir den Blähtonbunker bestaunen, Bernd Beiermeister berichtete, dass für die Weiterverarbeitung der Blähton in siebartige Schubkarren abgefüllt und durchspült wird, bevor er zum Topfen eingesetzt wird; wichtig ist, dass nach dem Einpflanzen die Kulturtöpfe erneut durchgespült werden!

Genau so großzügig sortiert stellte sich das Lager der Gefäße dar, alle Materialien, Farben und Formen sind heute hier vertreten, viel Keramik und Naturprodukte, von Banane über Reisstroh, bis hin zu Schilf, ist alles vertreten, sogar Eierschalen werden zur Oberflächen Gestaltung verarbeitet und angeboten. Hier werden nicht nur Träume war, sondern auch Wünsche und Begehrlichkeiten geweckt, so bei uns ganz spontan, nach einer größeren Wohnung oder auch einem Haus, um all den schönen Dingen dann auch einen entsprechenden Rahmen geben zu können.

Einen vergleichsweise großen Raum nehmen auch die Semisysteme, wie hier Lechuza, ein Produkt der Brandstätter Gruppe (playmobil), ein. Für uns interessant und wichtig war das überzeugende Plädoyer von Bernd Beiermeister, der diesen Semisystemen perspektivisch keine allzu großen Chancen einräumt: „die alt bewährten Vorteile der Hydrokultur werden, wenn man die offenen Fragen weiter bearbeitet, sich wieder durchsetzen.

So ist mein Eindruck z.B., dass die Körnung des Blähtons sich zu Lasten des Grobanteiles verschoben hat, was sich für die Hydrokultur sehr negativ auswirkt. Aber der Marktanteil im grünen Sektor ist einfach zu klein geworden, als dass wir Forderungen stellen könnten, auf die die Produzenten auch Rücksicht nehmen würden. Auch ist der 11 / 9 Topf eigentlich für die gärtnerische Produktion, die auch noch vermarktet werden soll, zu klein, aber heute ist auch der Pflanzenmarkt „amerikanisiert“, auf Wegwerfprodukte ausgerichtet“.
Bernd Beiermeister brachte in diesem Zusammenhang ein sehr eindrucksvolles Beispiel: „Im 17. Jahrhundert ist ein Schrank für die Standzeit von 200 Jahren produziert worden, mit jedem Jahrhundert reduzierte sich die Standzeit; heute wird der Wohnzimmerschrank nicht einmal für eine Generation angeschafft!“

Fast drei Stunden haben wir in Korntal- Münchingen bei Beiermeister Hydrokulturen verbracht und haben beeindruckende Impressionen mitgenommen. Wenn wir auch im Grunde unseres Herzens immer noch so ein klein bisschen glaubten, dass die Hydrokultur das Tal der Tränen noch nicht überwunden hat, hier sind wir eines Besseren belehrt und überzeugt worden! Nicht nur der Optimismus, den Bernd Beiermeister verbreitete, hat uns angesteckt, auch die Fakten und Zahlen die er so beiläufig erwähnte, machten Mut und Hoffnung.

So erzählte er, dass die Produktionsfläche für Hydrokulturen in Holland und Dänemark im letzten Geschäftsjahr um ca. 20% vergrößert worden ist und er davon ausgeht, dass auch in diesem Jahr ab November die Lieferanten nicht nachkommen können.
Auch nur so sind die Investitionen der Beiermeister Hydrokulturen zu verstehen, auch wenn mit den Investitionen z.B. ein Wechsel vom Brennstoff Öl auf Holz-Pellets vorgenommen worden ist, um die Beheizung der Gewächshäuser krisensicher auf den technisch neusten Stand zu bringen.
Wir haben viele schöne Fotos mitgebracht, von denen wir hier nur eine Miniauswahl zeigen können, im Internet werden wir die sortierten Galerien vorstellen. Mit diesen Fotos möchten wir die positiven Eindrücke vermitteln, die Bernd Beiermeister uns rüberbringen konnte.

Wir wünschen der Firma Beiermeister Hydrokulturen weiterhin viel Erfolg und hoffen mit Ihnen, dass die Hydrokultur wieder den Platz in der Grünen Branche einnehmen wird, der ihr nach unserer Überzeugung und Erfahrung zusteht.
(25.10.08)

Update: 2017-07-12 11:37:20