Eine Pflanze lebt vom Licht - Deutsche Gesellschaft für Hydrokultur e.V.

Eine Pflanze lebt vom Licht

Fünf Dinge braucht die Pflanze zum Leben: Licht, Luft, Wasser, Wärme und Nährstoffe. Wenn nur einer dieser fünf Wachstumsfaktoren nicht ausreichend zur Verfügung steht, können die anderen dies nicht ausgleichen:

Die Pflanze leidet.

Leider ist sehr oft das Licht der größte Mangelfaktor.
Immer öfter steht der Raumbegrüner vor einem Phänomen: Er wird in einen Licht durchfluteten Wintergarten gerufen, in dem todkranke Pflanzen stehen — arme Krüppel, die ausgerechnet hier alle Anzeichen von Lichtmangel tragen. Wie ist das möglich?
Doch die Kernfrage lautet: Wie ist die Verglasung?
Das Bestreben zum Schutze der Energieeinsparung Wärmeschutzgläser in Neubauten zu verwenden, ist offenbar mancherorts übers Ziel geschossen.
Viele der empfohlenen oder verordneten Gläser verfälschen das Tageslicht und schaden damit nicht nur konkret dem pflanzlichen Wachstum, sondern auch dem menschlichen Wohlbefinden.

Paradox: Kunstlicht im Wintergarten

Wer einen Wintergarten baut, weil er vom gesunden Luftaustausch , der guten Luftfeuchtigkeit und den vielen weiteren Vorteilen durch Grünpflanzen im Raum profitieren will, schafft so dort Bedingungen , in den Pflanzen gar nicht leben können, oder gleich wieder künstliches Licht einsetzen muss, das zusätzlich Energie verbraucht.

Problem 1: Zu wenig Licht

Sonnenschutzgläser und - folien erlauben nur eine Lichtausbeute von 45 - 7 % der vorhandenen Lichtmenge!
Ebenso wie bei den M e h r f a c h s c h e i b e n - Isoliergläsern liegt hier in unseren Breiten bereits ab Ende August bis Anfang Mai ein Lichtmangel vor, der innerhalb kürzester Zeit zum Absterben der Pflanze führen kann.
Falsches Licht kann Pflanzen ebenso krank machen wie zuwenig Licht. Sonnenlicht besteht weitgehend aus kurz- und mittelwelligen sichtbaren Strahlen und kann die Glashaut größtenteils, bis auf den besonders kurzwelligen UV-Bereich, durchdringen. Unter UV durchlässigen Kunststoffeindeckungen wie Plexiglas, könnte man sich sogar im Wintergarten bräunen.

Problem 2: Falsches Licht

Ganz anders bei gedampften oder beschichteten Gläsern.
Hier kann es zu starken Veränderungen im Spektraldurchgang kommen, das heißt: Sie filtern und verfälschen das Tageslicht- Spektrum. Das Pflanzenwachstum ist gefährdet. Die Konsequenz: Wer die offiziell empfohlenen Gläser verwendet, muss grundsätzlich Zusatzlicht für lebende Pflanzen installieren. Sie sind von Oktober bis März mindestens 8 Stunden täglich zu betreiben. Für die meisten Pflanzen 10 bis 14 Stunden.

Gesunde Pflanzen - gesunder Mensch?

Dabei ist noch gar nicht berücksichtigt, dass auch wir Menschen Spektralbereiche des Sonnenlichts für unsere Gesundheit brauchen. Depressionen und bestimmte Hautkrankheiten werden bereits unter Einsatz von Sonnenlicht behandelt, weil wir Mangelerscheinungen aufweisen.

Und mangelnder Luftaustausch ruft neue Probleme auf den Plan. Nach Wärmedämmung und Energiesparmaßnahmen ist der Luftaustausch in Wohnräumen auf ein Minimum gesunken. Die Konsequenz sind Schadstoffanreicherungen - Gift für Allergiker.

Richtiges Licht
ist die wichtigste Voraussetzung für gesundes Pflanzenwachstum in Räumen. Pflanzen, die kein direktes Tageslicht erhalten, müssen künstlich belichtet werden!
Einzelne Pflanzenarten haben einen unterschiedlichen Lichtbedarf:
Pflanzenstandorte mit zu geringem Tageslicht bedürfen einer Zusatzbelichtung.

Für die Belichtungszeit sind entsprechend dem Tageslichtrhythmus 12-16 Stunden zu empfehlen. Zusatzlicht wird dem Tageslicht je nach Bedarf zu-, vor- oder nachgeschaltet. Ausschlaggebend ist auch die Art des Lichtes:

Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass Pflanzen für Photosynthese, Chlorophyllsynthese, Morphogenese und Phototropismus, Licht in bestimmter spektraler Energieverteilung benötigen, d. h., dass Pflanzen nur unter Einwirkung des richtigen Lichts die für sie lebensnotwendigen Nährstoffe und Pigmente bilden.

Diese spektrale Strahlungsverteilung ist z. B. gegeben bei Leuchtstofflampen der Lichtfarbe 830 u. 840 (internationale Bezeichnung namhafter Hersteller) und- H o c h d r u c k - Entladungslampen SDW-T oder CDM-T (-TD)

(27.11.2007)
(21.10.2010)
Update: 2012-01-06 00:00:00