Die Menschen setzen sich am liebsten unter die Bäume

Die Menschen setzen sich am liebsten
unter die Bäume

© Plants for people
11.11.2005
Nach sieben Jahren Erfahrung im CentrO stellt Marcus Töpp fest: "Wenn wir morgen neu anfangen müsst, würden wir wieder genauso viele Pflanzen einplanen."

Wahrlich, bei bestem Herbstwetter ins CentrO Oberhausen, die Sonne scheint, im Parkhaus stehen viele Autos, nicht nur mit OBKennzeichen. Die Besucher kommen aus ganz NordrheinWestfalen und darüber hinaus.

"Das CentrO läuft auf Hochtouren", sagt Marcus Töpp, der im CentrO für den Garten- und Landschaftsbau verantwortlich ist , "durchschnittlich haben wir 70.000 Besucher am Tag. An besonderen Event-Tagen sind es sogar mehr als 120.000 Gäste pro Tag." Die Menschen flanieren durch die Einkaufsmeile, shoppen und genießen die kulinarischen Angebote. Töpp: "Viele verbringen hier einen ganzen Tag, im Einkaufszentrum, den Geschäften oder im Freizeitpark mit den Spielmöglichkeiten für Kinder und dem Erholungsangebot für Erwachsene." Die gesamte Fläche der Neuen Mitte misst etwa 80 Hektar, davon sind mehr als die Hälfte attraktive Grünflächen. Auch im Innern des CentrO wird größter Wert auf ansprechendes Grün gelegt.

"Unser Ziel ist es, eine möglichst angenehme und freundliche Einkaufs- und Arbeitsatmosphäre zu schaffen" fasst die Pressereferentin Tanja Bodenburg zusammen, "das liegt im Interesse der etwa 200 Geschäfte und der über 40 Gastronomen genauso wie in dem unserer Gäste".
Schon als das CentrO 1996 nach 2-jähriger Bauzeit eröffnet wurde, erwartete die Kunden eine Flora, wie sie sonst nur in einem Botanischen Garten zu sehen ist: In der Oase beispielsweise stehen etwa 8 Meter hohe chinesische Fächerpalmen, ein paar Schritte weiter ebenso große Areco-Palmen und Bucidien. "Aus Besucherumfragen wissen wir, dass viele Menschen die außergewöhnliche Bepflanzung im CentrO sehr zu schätzen wissen und auch deshalb gerne hier herkommen", so Tanja Bodenburg.

In der Coca-Cola Oase, dem großen Fast FoodBereich im CentrO kann man das Phänomen beobachten, dass immer zuerst die Tische unter den Palmen besetzt sind. Im Bereich eines Cafés breitet sich zurzeit eine riesige Phönixpalme aus, die während des Sommers draußen im Eingangsbereich steht. Der Restaurantbesitzer möchte die Palme am liebsten das ganze Jahr in seinem Lokal stehen lassen, denn er stellt fest, dass die stattliche Pflanze die Gäste "festhält".

Diese Erfahrungen im CentrO bestätigen die Ergebnisse langjähriger Forschungen aus den USA und Skandinavien: Pflanzen wirken positiv auf das Wohlbefinden von Menschen. In begrünten Einkaufsstraßen halten sich Passanten länger auf und das lässt sich mit einer Reihe von messbaren Faktoren begründen.

Im CentrO gibt es keine technischen Klimaanlagen! Ob die Klimatisierung der öffentlichen Bereiche des CentrO allein durch Pflanzen auch in Extremsommern wie 2003 ausreiche? "Ja, absolut!" ist die eindeutige Antwort der Fachleute vor Ort. "In den Glaskuppeln sind Lüftungsklappen, aber darüber hinaus benötigen wir keinerlei technische Einrichtung für die Klimasteuerung. Die Luftfeuchtigkeit schwankt lediglich um 5 % und die Temperatur um 10° C im Jahr." Auch die Filterung von Stäuben, die Lärmdämmung und nicht zuletzt die Möglichkeit, Naturräume zu gestalten, hat die Betreiber überzeugt.

Mit der Begrünung ist es gelungen, ein sympathisches Gegengewicht zu Stahl und Glas zu setzen und auch nachhaltig öffentliches Interesse zu wecken. Dass die Pflanzen nicht nur gut für das Image sind, bestätigen auch die Mieter: "Die angenehme Einkaufsatmosphäre lädt zum Verweilen und zum wiederholten Besuch ein". Das positive Beispiel des CentrO ist Vorbild für andere Unternehmen in der Neuen Mitte Oberhausens. Auch in Bürogebäuden sowie Sport- und Freizeiteinrichtungen wurde nach und nach in Grün investiert.

Tanja Bodenburg: "Unsere regelmäßige Besucherbefragung ergibt eindeutig, dass die intensive Bepflanzung sehr positiv bewertet wird. Die Investitionen in die Anlage und Pflege der Innenraumbegrünung sind nach unserer Überzeugung gut angelegt."

Über 240 Großpflanzen stehen im CentrO: Alle sind in bestem Pflegezustand, sie werden dreimal im Jahr komplett abgewaschen und bei Bedarf beschnitten. Die Bewässerung und Düngung überwachen Fachfirmen der Innenraumbegrünung. "Natürlich haben wir auch zuerst unsere Erfahrungen machen müssen", erinnert Marcus Töpp, "eine ganze Gruppe von großen Kokospalmen musste ausgetauscht werden, weil sie das Klima im Einkaufszentrum einfach nicht vertragen haben."

Für das Gelingen einer solch intensiven Innenraumbegrünung ist eine solide Planung wesentlich.
Die Licht- und Temperaturbedingungen sowie die baulichen Vorgaben müssen klar erfasst werden und geben den Freiheitsgrad für die Innenraumbegrünung vor. Grundsätzlich lässt sich jeder öffentliche Raum und jedes Büro begrünen – mit standortangepasster Pflanzenauswahl. Nach sieben Jahren Erfahrung im CentrO stellt Marcus Töpp fest: "Wenn wir morgen neu anfangen müssten, würden wir wieder genauso viele Pflanzen einplanen." (pfp)

 

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