Basisdünger – System

Basisdünger – System

© Dr. Heinz-Dieter Molitor
29.12.2006
Schwerpunktthema: Hydrokultur richtig düngen

Zur Düngung von Hydrokulturen werden überwiegend Flüssigdünger oder Ionenaustauscherdünger eingesetzt. Mit diesen Düngemitteln ist allerdings eine Berücksichtigung der jeweiligen Gießwasserqualität kaum möglich. Eine Alternative stellt das sogenannte "Basisdünger-System" dar, bei dem die N-Komponente getrennt von den übrigen Nährstoffen verabreicht wird. Was zunächst kompliziert erscheint ist relativ einfach und bei näherer Betrachtung überzeugend. Wesentlicher Vorteil ist, dass sich die Ernährung besser an unterschiedliche Wasserqualitäten anpassen lässt. Eine noch weiter gehende Optimierung ließe sich durch Einsatz von Einzelsalzen erreichen, wie er in Großbetrieben des praktischen Gartenbau praktiziert wird.

Wie funktioniert das Düngesystem?
Bei der Gießwasserqualität ist der Gehalt an HCO3-Ionen (Säurekapazität oder Karbonathärte) und Kalzium (Ca) von besonderer Bedeutung. Die HCO3-Ionen beeinflussen deutlich den pH-Wert der Nährlösung und zwar nach oben. Einem unerwünschten pH-Anstieg kann wiederum durch Ammonium-Stickstoff entgegen gewirkt werden, da Ammonium physiologisch sauer wirkt.
Der Ca-Gehalt des Gießwassers ist deshalb von besonderer Bedeutung, weil Mehrnährstoffdünger aus technischen Gründen in der Regel kein Kalzium enthalten und die Pflanzen somit auf ausreichende Ca-Zufuhr über das Gießwasser angewiesen sind.

Soweit die theoretischen Grundlagen. Problem ist nun, dass die meisten Düngemittel ein bestimmtes festes Ammonium/Nitrat-Verhältnis aufweisen. Meist enthalten sie aus technischen Gründen mindestens 50 % Ammonium-N. Dies ist für die meisten Wässer viel zu viel und führt deshalb rasch zur Versauerung der Nährlösung. Das gilt besonders in Kombination mit Regenwasser und anderen weichen Wässern. Hinzu kommt, dass solche weichen Wässer keine ausreichenden Ca-Gehalte enthalten. Dieses Problem lässt sich lösen, wenn das N-Angebot von den übrigen Nährstoffen abgekoppelt wird (siehe Tabelle 1).
Die angegebenen Salzmengen ergeben eine Nährlösung mit folgendem Nährstoffgehalt pro Liter:
75 mg N; 20 mg P; 110 mg K, 10 mg Mg. Bei der Rezeptur mit Kalksalpeter sind zusätzlich 86 mg Kalzium (Ca) enthalten. Die Spurennährstoffe Mangan, Kupfer und Zink liegen im "Flory Basisdünger 1" chelatisiert vor und sind deshalb besonders gut verfügbar. Eisen ist in der besonders hochwertigen Chelatform als EDDHA- und DTPA-Fe enthalten, wodurch eine hervorragende Verfügbarkeit auch bei hohem pH-Wert gewährleistet ist. In der Hauptwachstumszeit können die Hydrogefäße bei jedem Nachfüllen mit dieser Nährlösung ergänzt werden.

Es empfiehlt sich Stammlösungen in 100-facher oder sogar 200-facher Konzentration anzusetzen, die dann vor Gebrauch auf Endkonzentration verdünnt werden. Dadurch erspart man sich das häufige Abwiegen der Nährsalze:

Anwendung:
bei 100-facher Konzentration à 100 ml Stammlösung auf 10 Liter Wasser

bei 200-facher Konzentration à 50 ml Stammlösung auf 10 Liter Wasser

Beispiel für den Ansatz einer 100-fach konzentrierten Stammlösung für Regenwasser oder weiche Gießwässer:
Stammlösung A: 35 g/Liter "Flory Basisdünger 1"
Stammlösung B: 45 g/Liter Kalksalpeter
Damit alle Bestandteile des Basisdüngers in Lösung gehen, sollte warmes (kein heißes) Wasser verwendet und gut gerührt werden. Der Kalksalpeter löst sich problemlos. Für den Hobbybereich eignen sich als Behältnis sehr gut leere Kunstoffflaschen von Flüssigwaschmitteln, die in der Regel eine praktische Ausgießtülle haben.

Wichtiger Hinweis:
Die einzelnen Stammlösungen unbedingt getrennt halten. Dies gilt besonders für die Kalksalpeterlösung, die hoch konzentriert sofort mit Bestandteilen des Basisdüngers unter Bildung schwer löslicher Verbindungen (Ca-Phosphat) reagieren würde. In der verdünnten Anwendungskonzentration besteht dieses Problem nicht. Die Ammonnitrat-Stammlösung kann hingegen bei Bedarf zusammen mit dem Basisdünger angesetzt werden.
In der Regel werden die Rezepturen Basisdünger/Kalksalpeter oder Basisdünger/Ammonnitrat zur Anwendung kommen. Die Rezeptur mit schwefelsaurem Ammoniak ist nur in relativ seltenen Ausnahmefällen notwendig und dann erfahrungsgemäß auch nur hin und wieder.

In der Tabelle wurde bewusst darauf verzichtet, genauere Angaben zum HCO3-Gehalt des Wassers zu machen. Die Wahl der N-Form hängt nämlich auch von der Höhe des N-Angebotes ab. Es empfiehlt sich nach einiger Zeit den pH-Wert der Nährlösung in den Gefäßen zu überprüfen und gegebenenfalls das N-Angebot zu verändern.

Bei den empfohlenen Düngemittel handelt es sich um Profidünger, die in der Regel nur sackweise bezogen werden können. Die Planta Düngemittel GmbH hat sich freundlicherweise bereit erklärt Mitgliedern der DGHK kleinere Gebinde abzufüllen.

Planta Düngemittel GmbH
Schwanenstraße 22
D-93128 Regenstauf
Tel.: 09402/8125
Fax: 09402/6530
E-Mail: info@plantafert.com

Sie erhalten die jeweiligen Komponenten des Basisdünger-Systems in Gebinden zu 1, 5 oder 10 kg als Mitglied der DGHK zu einem Sonderpreis. Weitere Informationen siehe auch im Internet unter Planta Düngemittel. (HDM)

(12.10.2009)

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