"Umtopfen in XXL": Edelstahl-Baumkübel erfolgreich abgedichtet

"Umtopfen in XXL": Edelstahl-Baumkübel erfolgreich abgedichtet

© Marina Ströer
27.11.2021
Eine organisatorische Herausforderungen in der Innenraumbegrünung

Ströer brachte zehn Bäume im "Lookentor Lingen" zum Schweben

In der Innenbegrünung sind neben dem fachlichen Knowhow auch ausgeprägtes Kostenbewusstsein im Interesse des Auftraggebers und organisatorisches Geschick gefragt – wie ein Projekt der Osnabrücker Firma "Ströer Innen- und Außengrün" zeigt. In der "Lingener Einkaufsmeile Lookentor" galt es im Frühjahr 2020, zehn Bäume aus undichten Pflanzgefäßen zu befreien und behutsam wieder einzusetzen, ohne dabei den trotz Corona noch laufenden Betrieb zu stören.

Die bis zu zehn Meter hohen Bäume – darunter sieben Vertreter der Art Ficus nitida sowie drei Bucida buceras – sind bereits seit 2014 ein fester Bestandteil der einladenden Atmosphäre. Sie schaffen im Innern der Shopping-Galerie ein natürliches Flair, in dem sich auch die Besucher wohlfühlen.

Der Betreiber des Lookentors hatte für die zehn Bäume eigens Pflanzgefäße aus Edelstahl in Würfelform mit einer Kantenlänge von einem Meter anfertigen lassen. Im Laufe der Zeit setzten diese Behälter jedoch Rost an und wurden undicht.

Dem Wasserverlust musste dringend Einhalt geboten werden
Marina Ströer von "Ströer Innen- und Außengrün" sagt: „Mittlerweile reichte es nicht mehr aus, den Gießrhythmus zu erhöhen, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Anstatt wie bisher nur alle 14 Tage zu gießen, musste nun bereits zweimal pro Woche Wasser gegeben werden. Dies konnte natürlich nicht so weitergehen.“

Weil sich die Anschaffungskosten für die Edelstahlgefäße pro Stück im vierstelligen Bereich bewegen, lag der Fokus bei der Suche nach einer wirtschaftlichen Lösung darauf, die bestehenden Behälter abzudichten und weiterzuverwenden.

Dies stellte in mehrfacher Hinsicht eine Herausforderung dar. Einerseits galt es, eine langfristig wirkende – also dauerhaft dichte – Lösung zu schaffen. Andererseits mussten bei diesem "Umtopfen in XXL" die Rinde und das Wurzelwerk der Bäume geschont werden, zumal diese Pflanzen stark wurzeln und den vorhandenen Raum in den Kübeln selbstverständlich bereits komplett erobert hatten. Außerdem sollten die Maßnahmen vor Ort den Betrieb nicht beeinträchtigen. Daher war bei der beauftragten Fachfirma Ströer Innen- und Außengrün von der Planung bis zur Ausführung größte organisatorische Sorgfalt gefragt.

 

Hohe Kostenersparnis durch Abdichtung und Wiederverwendung der Edelstahlwürfel
Um die Dichtigkeit der bestehenden Behälter dauerhaft zu gewährleisten, recherchierte Marina Ströer nach geeigneten Folien und wurde beim Osnabrücker Fachbetrieb Garten-Ideen Marschall fündig. Somit war schon im Vorfeld klar, dass eine Abdichtung nicht nur funktionieren, sondern auch weitaus günstiger sein würde als eine Neuanschaffung der Behälter.

„Das Verfahren, das wir uns überlegt hatten, dürfte unseren Kunden nur rund zehn Prozent gegenüber der Neuanfertigung der Gefäße gekostet haben. Unser Lieferant hatte die Folien genau auf die Edelstahlwürfel hin maßgeschneidert und verklebt. Wichtig für uns wie auch für den Kunden war die Zehn-Jahres-Garantie auf das Halten der Nähte“, betonte Marina Ströer.

Nur die Bäume waren in der Schwebe – aber nicht der Ablauf
Äußerste Sorgfalt war insbesondere beim Anheben der Bäume mittels eines Gabelstaplers und einer Hebeschlinge geboten. Zum einen wollten die Innenbegrünungsexperten die Rinden schonen und zum anderen ein Kippen der "schwebenden" Bäume verhindern. Schließlich musste unter anderem auch das direkte Umfeld mit den Lampen unter der Decke geschützt werden.

Um den reibungslosen Einbau der Folien zu organisieren, wurde ein elfter Behälter hinzugenommen. Auf diese Weise konnten die Bäume kurz nach dem Anheben direkt in einen bereits mit der hochfesten Folie vorbereiteten Kübel eingesetzt werden.

Alles im Lot – dank detaillierter Vorbereitung
In vorsichtiger Handarbeit wurde hierzu das Substrat von den Wurzeln gelöst, um die Bäume in die abgedichteten Behälter einpassen zu können. Drainagen und Gießschächte wurden in den Edelstahlwürfeln wiederhergestellt. Beim Einsetzen der Bäume achtete das Ströer-Team vor allem auf die mittige und lotrechte Positionierung der Pflanzen. Abschließend füllten sie das Substrat auf.

Um den Publikumsverkehr nicht zu stören, musste die komplette Maßnahme außerhalb der Öffnungszeiten der Shopping-Meile ablaufen. Daher verteilte sich der Prozess auf insgesamt vier Abende. „Dies erforderte natürlich ein gutes Zeitmanagement und gelang uns dank detaillierter Vorbereitung und genauer Abstimmung mit allen Projektbeteiligten“, blickt Marina Ströer zurück.
Weitere Infos: www.stroeer-gruen.de

(24.03.2022)

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