Die älteste Blumenzwiebel in Kultur

Die älteste Blumenzwiebel in Kultur

© Fluwel
03.10.2021

Es gab eine Zeit, da waren Tulpen teurer als Gold und Edelsteine. Davon haben die meisten sicher schon einmal gehört. Das war zu Beginn des 17. Jahrhunderts, als die Niederlande sich zur größten Wirtschaftsmacht der Welt entwickelten.

Damals waren besonders geflammte Tulpen sehr beliebt und wurden zu einem echten Statussymbol. In der Hoffnung, reiche Gewinne erzielen zu können, investierten viele Menschen ihr gesamtes Vermögen in Blumenzwiebeln. Als 1637 bei einer Versteigerung in Haarlem allerdings keine der angebotenen Exemplare den erwarteten Preis erzielen konnte, brach der Markt zusammen und kostete viele Existenzen. Heute gilt diese sogenannte “Tulpomanie“ als erste Spekulationsblase der Geschichte. Was viele nicht wissen: Die meisten geflammten Sorten von damals verdankten ihr besonderes Aussehen einem Virus, der die Blütenfarbe veränderte. Einer der Gründe, warum die alten Tulpen heute alle vom Markt verschwunden sind – alle, bis auf eine: Die “Zomerschoon“. Sie stammt tatsächlich noch aus der spannenden alten Zeit und ist bis heute in Kultur.

Es ist verbrieft, dass sie am 5. Februar 1637 für sage und schreibe 1010 Florin verkauft wurde! Zwar ist nicht sicher zu sagen, wie viel Wert ein Florin (auch “Florentiner“ genannt) damals hatte, aber es gibt Überlieferungen, dass in Friedenszeiten Adelige ganze Dörfer für 100 Florin erstehen konnten.

Doch zurück zur “Zomerschoon“: Im Garten des Hortus “Bulborum“ in Limmen können Besucher beispielsweise die uralte und mittlerweile virusfreie Schönheit noch heute bewundern. Dort blüht die historische Tulpe in jedem Jahr neben tausenden ihrer jungen Kolleginnen. Leider gibt es aber weltweit nur noch wenige Exemplare. Denn damit die Genetik der Pflanze erhalten bleibt, müssen die Zwiebeln seit 400 Jahren in jedem Herbst gepflanzt und im Sommer darauf wieder geerntet, geteilt und geputzt werden. Genau diese Tatsache macht sie für Sammler von Raritäten aber so attraktiv. Daher kultivieren auch einige wenige Blumenzwiebelgärtner die “Zomerschoon“ noch heute. Einer davon ist der Niederländer Carlos van der Veek.

Der Blumenzwiebelspezialist bietet auf seinem Webshop Fluwel rund 100 verschiedene Tulpensorten an. Neben den Klassikern auch viele Raritäten. Die “Zomerschoon“ ist dort zwar offiziell nicht zu bestellen, doch für besonders Zwiebelverrückte würde van der Veek eine Ausnahme machen. Scherzhaft sagt der Gärtner: „Aus purer Liebhaberei haben wir noch ein paar Zwiebeln der “Zomerschoon“ in unserer Gärtnerei, weil sie eine so fantastisch lange Geschichte hat. Und wer weiß: Vielleicht wiederholt sich die Historie ja und ein Investor bietet uns 1.010 Euro für eine Zwiebel! Dafür würde ich dann auch die

Schönste aussuchen.“ Für deutlich weniger Geld gibt es online aber auch andere Tulpen mit ähnlichem Look wie die “Zomerschoon“ zu ergattern – zum Beispiel die rot-weiß geflammte “Grand Perfection“. Wer diese oder andere Blumenzwiebeln aus dem großen Sortiment im eigenen Garten blühen haben möchte, kann sich auf fluwel.de übrigens schon jetzt seine Favoriten für 2022 zusammenstellen und vorbestellen. Geliefert werden die Zwiebeln dann zur passenden Pflanzzeit Ende September.

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