Leserbriefe — Müssen Pflanzen vor Sonnenlicht geschützt werden? - Deutsche Gesellschaft für Hydrokultur e.V.

Leserbriefe — Müssen Pflanzen vor Sonnenlicht geschützt werden?

© Tim Engelke

Eine aus unserer Sicht sehr wichtige Rubrik auf unserer Seite ist dem Schwerpunktthema "Licht" gewidmet. Der erste Artikel wendet sich direkt dem Hauptthema zu. "Eine Pflanze lebt vom Licht" und darum sollen hier nur zwei weitere Beispiele folgen: "Wie viel Licht brauchen Ihre Zimmerpflanzen?" und  "Ihrer Pflanze das richtige Licht geben."
So schickte uns ein interessierte Leser, Tim Engelke, zwei hochinteressante Berichte geschickt, die das Thema eines alten Artikels wieder aufnehmen und für den Pflanzenfreund und Raumbegrüner entscheidend wichtig sind.

 

Praktischer Sonnenschutz für Pflanzen auf der Terrasse oder dem Balkon
Sonnenlicht ist bekanntlich für alle Pflanzen überlebenswichtig, doch gilt es vor allem in den heißen Sommermonaten, sämtliche Pflanzen vor einer zu starken Sonneneinstrahlung zu schützen. Wer darauf verzichtet, riskiert eine nachhaltige Schädigung – denn auch Pflanzen können unter einem Sonnenbrand leiden. Aber wie können die Gewächse eigentlich am besten vor der UV-Strahlung geschützt werden?

Jede Pflanze hat einen von Natur aus gegebenen Sonnenschutz, die sogenannte Kutikula. Dabei handelt es sich um einen wachsartigen Überzug, der die Sonnenstrahlen in gewissem Maße abhält und den hitzebedingten Wasserverlust verringert. Wenn die Pflanzen jedoch durchgehend der Sonne ausgesetzt sind, reicht dieser Selbstschutzmechanismus häufig nicht mehr aus. Hier ist also der Hobbygärtner selbst gefragt, um die Pflanzen vor extremer Hitze und Sonnenbrand zu schützen. Dazu eignen sich gerade auf der Terrasse oder dem Balkon vor allem die klassischen Sonnenschirme. Diese sind in den meisten Fällen flexibel einstellbar, sodass die Pflanzen zu jeder Tageszeit in ausreichendem Maße vor der Sonne geschützt werden können.

Man sollte allerdings darauf achten, dass der Sonnenschirm einen möglichst hohen UV-Schutz bietet, da es laut dem Bundesamt für Strahlenschutz genau diese Art der Strahlung ist, die besonders schädigende Effekte haben kann. Abschließend sei gesagt, dass die Gewächse vor allem in den heißen Sommermonaten mindestens zwei Mal pro Tag bewässert werden müssen, um eine Austrocknung zu verhindern. Am besten gießt man die Pflanzen übrigens morgens und abends – ohne dabei die Blätter zu stark zu benetzen, da die Wassertropfen die Sonnenstrahlen verstärken und so zu einer Art Brennglas werden können.

Eine Frage des Materials: Welches Glas eignet sich am besten für das Gewächshaus?
Wenn es um die perfekte Lichtverteilung im Gewächshaus geht, scheiden sich bekanntlich die Geister: Während die einen auf den Einsatz von diffusem Licht durch die Verwendung von Milchglas setzen, schwören die anderen auf die volle Lichtdurchlässigkeit von Klarglas. Häufig ist die Wahl des Materials aber nicht von dem persönlichen Geschmack des Hobbygärtners, sondern vielmehr von dem gewünschten Einsatzzweck abhängig. Aber in welcher Situation sollte man zu Klar- und wann besser zu Milchglas greifen? Und inwiefern unterscheiden sich diese beiden Glasarten eigentlich voneinander?

Die An- und Aufzucht verschiedener Pflanzen in einem Gewächshaus ist in gewisser Hinsicht eine Wissenschaft für sich. Dass Obst und Gemüse viel Licht benötigen, um nicht in ihrem Wachstum gehemmt zu werden, wissen die meisten Gärtner – doch zu viel Licht kann bekanntlich eher schädlich als förderlich sein. Aus diesem Grund kommt es gerade bei Gewächshäusern auf den sogenannten Lichttransmissionsgrad an. Dabei handelt es sich um die Lichtmenge, die ungehindert durch das Glas hindurchtreten kann. Bei Gewächshäusern aus voll durchsichtigem Klarglas liegt dieser Grad verständlicherweise deutlich höher als bei solchen, die aus Milchglas bestehen. Doch stellt sich für viele Hobbygärtner die Frage, welche Glasart denn nun besser geeignet ist, um von einer möglichst ertragreichen Ernte profitieren zu können.

Die Unterschiede von Milch- und Klarglas bei Gewächshäusern
Während es bei der Materialwahl der Gartenmöbel hauptsächlich auf den persönlichen Geschmack ankommt, steht bei der Auswahl der passenden Glasart für das Gewächshaus deutlich mehr auf dem Spiel – unter Umständen nämlich die gesamte Ernte. Daher folgen nun die wichtigsten Unterschiede zwischen Klar- und Milchglas in Bezug auf das Pflanzenwachstum und den Lichteinfall.

Gewächshäuser aus Klarglas: Aufgrund der vollen Lichtdurchlässigkeit von Klarglas können die Sonnenstrahlen ungehindert in den Innenraum des Gewächshauses eindringen. Hier kann es zu dem gefürchteten Brennglaseffekt kommen, durch den selbst sonnenliebende Pflanzen wie beispielsweise Tomaten binnen kurzer Zeit verbrennen können. Abhilfe schaffen hier entweder ein dünnes Gartenvlies, mit dem die Intensität der Strahlung gedämpft wird, oder sogenannte Doppelstegplatten aus Klarglas. Durch deren speziellen Aufbau wird das Sonnenlicht nicht mehr gebündelt, sondern gestreut, sodass es sich gleichmäßig im Innenraum verteilen kann. Trotzdem herrschen im Sommer sehr hohe Temperaturen in dem Gewächshaus aus Klarglas. Hier kann es helfen, die Glasflächen in den Mittagsstunden abzudecken. Im Winter sorgt die hohe Lichtdurchlässigkeit für einen zum Teil deutlich spürbaren Temperaturanstieg, sodass viele Obst- und Gemüsesorten auch in der kalten Jahreszeit wachsen können.

 

(09.11.2019)

Update: 2019-12-21 11:23:38