IPM ESSEN 2019 - Deutsche Gesellschaft für Hydrokultur e.V.
Yucca guatemalensis Baker

IPM ESSEN 2019

© Jochen Euler "Nachhaltigkeit und Klimawandel waren bestimmende Themen auf der Weltmesse des Gartenbaus".

"Die IPM ESSEN 2019 blickt auf vier erfolgreiche Messetage zurück. Vom 22. bis zum 25. Januar 2019 zeigten 1.546 Aussteller aus 46 Ländern ihre Neuheiten und Innovationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Gartenbaus. Innerhalb  von 4 Tagen zeigten die Aussteller aus 46 Nationen,  davon 65 Prozent aus dem Ausland, ihre Exponate. Die Hochrechnung des letzten Messetages mit einbezogen kamen 41.000 registrierte Fachbesucher (FKM). Die umfangreichen Rahmenprogramme besuchten neben internationalen Teilnehmern unter anderem Ehrengäste, Pressevertreter und Influencer, kommunale Vertreter und Sponsoren. Der Fachbesucheranteil lag wieder bei 97 Prozent. Die Besucher informierten sich über neueste Trends und orderten Ware für die kommende Saison. Im Fokus der "Weltleitmesse des Gartenbaus" standen die gesellschaftsbestimmenden Themen Nachhaltigkeit und Klimawandel. Durch das Partnerland Belgien konnten im Vergleich zum Vorjahr mehr belgische Besucher in die Ruhrmetropole gelockt werden".

„Die IPM ESSEN hat einmal mehr bewiesen, dass sie der Pflichttermin im Kalender der "Internationalen Grünen Branche ist. Wir ziehen eine durchweg positive Bilanz. Wir freuen uns, dass die "Weltleitmesse des Gartenbaus" erneut eine hochkarätige Plattform war, auf der die Weichen für das vor uns liegende Gartenbaujahr gestellt wurden“, resümiert Oliver P. Kuhrt, Geschäftsführer der Messe Essen. Der Anteil der Besucher aus dem Ausland lag bei rund 40 Prozent. „Ein Spitzenwert, der zeigt, welche internationale Tragweite die IPM ESSEN hat“, kommentiert Kuhrt.

Klimawandel und Nachhaltigkeit spielen Hauptrollen auf der IPM ESSEN
Beim Blick in die Messehallen fiel besonders eines auf: Die Aussteller präsentierten vermehrt Produkte, die nachhaltig und klimawandelgeeignet sind. Dazu gehörten stress- sowie hitzetolerante Pflanzen- und Gehölzsorten, umweltfreundliche Verpackungslösungen, Bio-Dünger und -Substrate, Fair-Trade-Weihnachtssterne, luftreinigende Zimmerpflanzen oder insektenfreundliche Gewächse. Eva Kähler Theuerkauf, Präsidentin des "Landesverbandes Gartenbau Nordrhein-Westfalen" und Vorsitzende des Messebeirates, fasst zusammen: „Gärtnerische Produkte fördern die Biodiversität. Bäume spenden im Sommer wohltuenden Schatten und verbessern die Luftqualität. Wie leistungsstark unsere Branche in diesem Bereich ist, konnten wir auf der IPM ESSEN eindrucksvoll unter Beweis stellen. Eines steht fest: Wir Gärtner können Klima“!

Verbraucher kaufen verstärkt hochwertige Produkte

Auffällig ist, dass sich der Trend zu hochwertigen Produkten auch 2018 verstärkt hat. Im Einzelhandel wurden größere und hochwertigere Pflanzen zur Abgrenzung zum Massenmarkt besonders nachgefragt. Ebenso berichten deutsche Großhändler und die niederländische Vermarktung Plantion, dass [Zimmerpflanzen – insbesondere Grünpflanzen - zunehmend wieder in Mode kommen würden. Die positive Entwicklung der letzten Jahre bei Stauden innerhalb des Marktsegments der Gartenpflanzen setzte sich auch 2018 fort. Bei Stauden wurde in der Nachsaison der Beet- und Balkonpflanzen eine hervorragende Nachfrage festgestellt.

Renaissance des Blumen-Geschenks
Blumen und Pflanzen als Geschenk erfreuen sich bei den verschiedenen Konsumententypen laut Aussage der Facheinzelhandelsgärtner wieder einer größeren Beliebtheit. Diese Beobachtung wird auch durch Erhebungen der "Royal FloraHolland" über ihre hauseigene Marktforschung für Deutschland bestätigt. Im Rahmen eines Konsumenten-Trackers, bei dem wöchentlich rund 700 wechselnde Konsumenten in Deutschland zu ihrem Blumen- und Pflanzenkauf befragt wurden, stellte sich heraus, dass das Blumengeschenk seine Attraktivität in den letzten vier Jahren wieder habe steigern können. Der Anteil der Blumensträuße im Preissegment über 20 Euro, die im Blumenfachgeschäft gekauft würden, habe in Deutschland laut "Royal FloraHolland“ in den letzten vier Jahren um neun Prozent zugelegt. Auch würde der Anteil jüngerer Konsumenten, die wieder Blumen und Pflanzen kaufen, in Deutschland erfreulicherweise tendenziell zunehmen.

Platz ist auf dem kleinsten Balkon
"Der Trend "Grow your own" geht weiter: Der Anbau von eigenem Obst und Gemüse erfreut sich großer Beliebtheit. Oft ist allerdings nicht immer genug Platz vorhanden und auch das Handling darf nicht zu aufwendig und kompliziert sein". (© IPM) Dass dieser Trend auch bei jüngeren Leuten angesagt ist, haben wir in der eigenen Familie erlebt. Ein Kräutergarten für die Fensterbank, auch für schattige Plätze bestens geeignet, zeigen die Fotos.
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Aber zurück zu unseren aktuellen Erlebnissen.
Aus Tradition startete ich meinen Rundgang vom Süd-Eingang, Halle 1, denn in den Jahren unseres Messe-Engagement hatten wir schwerpunktmäßig unseren Stand in Halle 2.

Nun, die Halle 1a ist für mich als Pflanzenliebhaber vielleicht auch die interessanteste, wichtigste Halle: Neuheiten-Schaufenster! Genau so heißt auch unsere Galerie auf unserer Internetseite.

Der Pflanzenliebhaber geht wahrscheinlich mit anderen Kriterien durch so eine Abteilung wie der Experte oder Spezialist; aber der Leser kann ja durch die Fotosammlung selber entscheiden.

Die Garten-Strohblume (Xerochrysum bracteatum Granvia® Gold), die Primel (Primula Hybride BELARINA 'Candy Frost') oder das Veilchen (Viola X wittrockiana Pansy Cool Wave® Strawberry Swirl), eigentlich so aller Welt Blumen, präsentieren sich in einer Eleganz und Schönheit, die mich immer wieder nur staunen lässt.

Direkt neben dem Neuheitenschaufenster sind seit dem Messeumbau die

preisgekrönten, floristischen Kreationen zu sehen, in diesem Jahr alle in Pastell.

Mein nächstes Ziel galt der "Hydrokultur". Der Weg dorthin führte an alt vertrauten Ständen vorbei: so z.B. Landgard und "Kientzler Jungpflanzen".

In diesem Jahr war unser Kultursystem nur mit drei Ausstellern vertreten: "Nature's Green" aus NL/Venlo und "Hutzel Hydrokulturen" aus Bad Iburg, mit einem Gemeinschaftsstand und "Nieuwkoop Europe BV" aus den Niederlanden. Der Stand, "Nature's Green" / "Hutzel/Hydrokulturen" repräsentierte schwerpunktmäßig Gefäße.

Vertikalbegrünung ist auch ein wiederkehrendes Thema, mit den unterschiedlichsten Substraten und Systemen!

Was mich immer wieder irritiert ist die Tatsache, dass bei all den vorgestellten Systemen mir ständig die Frage durch den Kopf geht, wieso kennen all diese Unternehmen nicht die Untersuchungen und Ergebnisse, die auch bei uns in der DGHK durchgeführt, gesammelt und sogar veröffentlicht wurden?!

Als Hydrokulturliebhaber, der in den 1970er Jahren dieses wichtige und hoch interessante System auf einer der ersten IPM-Messen kennengelernt hatte, suche ich immer wieder in Gesprächen, gerade auf der wichtigsten Messe der "Internationalen Grünen Branche", eine schlüssige Antwort zu finden.

(01.04.2019)

Update: 2019-05-01 11:52:52