Hoya

Die IPM Essen war wieder einmal die TOP - Adresse

© Jochen Euler

für die Internationale Grüne Branche

Auch in diesem Jahr standen der 23. und 26. Januar 2018 unter dem Motto - IPM - Besuch. Ob sich jetzt auch hier schon der Klimawandel bemerkbar macht???
In den vergangenen Jahren herrschte draußen der Winter mit Schnee und Eis und in diesem Jahr waren schon die ersten Schneeglöckchen durch die Erdkruste gebrochen!

Umso anregender drinnen, in den neu gestalteten Hallen; der Frühling in seiner schönsten Pracht.

Zuerst aber einmal ein paar Zahlen aus dem Schlussbericht der Messe Essen über die IPM 2018;

Zitat: “Der Landesverband Gartenbau Nordrhein - Westfalen ist seit Beginn der IPM ESSEN 1983 ein bedeutender und treuer Partner an unserer Seite. Ohne ihn wäre die IPM ESSEN heute nicht das, was sie ist: Die “Weltleitmesse des Gartenbaus“. Wir freuen uns deshalb besonders, dass wir unsere Zusammenarbeit bis 2030 verlängern“.

1.564 Aussteller präsentierten aus 45 Ländern der Fachwelt neue Produkte, starke Verkaufskonzepte und innovative Technik entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Der Anteil an ausländischen Besuchern ist von 36 Prozent auf 38 Prozent gestiegen. Darüber hinaus verfügen 71 Prozent der Messegäste über Einkaufs- und Beschaffungskompetenzen in ihrem Unternehmen - mit einem Zuwachs von rund zwei Prozent ein noch besseres Ergebnis als im Vorjahr. Insgesamt traten über 54.000 Besucher die Reise nach Essen an. „Das ist ein Spitzenergebnis. Die IPM ESSEN ist die globale Nummer eins der - Grünen Fachmessen -“, so Herr Kuhrt weiter. Die Ordertätigkeit bewegt sich 2018 wieder auf konstant hohem Niveau: Ein Drittel bestellte direkt auf der Messe Waren für die kommende Saison. „Wenn das Gartenbaujahr so positiv verläuft wie die IPM ESSEN 2018, sind wir sehr glücklich. Die “Grüne Branche“ ist auf dem Weg zu neuen Ufern: Die Pflanze wird nicht mehr als Solitär, sondern viel mehr als Teil einer modernen Lebenswelt verstanden“.


“Weltmeister-Floristik „live on stage“, spontane, schnelle Action-Floristik bei den “Flower Battles“ und ein Ausstellungsareal voller praxisnaher Trend - Floristik und blumiger Inspirationen für die erfolgreiche Vermarktung von Blumen und Pflanzen im Fachhandel“, fasst Helmuth Prinz, Präsident des “Fachverbands deutscher Floristen“ – Bundesverband (FDF), die diesjährige IPM ESSEN zusammen.

Die Hochrechnung des letzten Messetages mit einbezogen kamen 40.000 registrierte Fachbesucher (FKM). Der Fachbesucheranteil lag bei 97 (98) Prozent. „Eine Fortsetzung unserer Kooperation unterstreicht deutlich, wie wichtig unsere Arbeit für eine ganze Branche ist. Der “Landesverband Gartenbau NRW“ und die IPM ESSEN verfolgen dabei ein gemeinsames Ziel: Wir wollen die “Grüne Branche“ vorantreiben, ihr Motor und Impulsgeber sein“, sagt Eva Kähler-Theuerkauf, Präsidentin des “Landesverbandes Gartenbau NRW“ und Vorsitzende des IPM-Fachbeirates. Soweit die offiziellen Verlautbarungen und Statements, die Balsam für unsere DGHK Seelen sind; denn erinnern wir uns: unser ehemaliger Ehrenpräsident Günter Gregg hat vor 35 Jahren die IPM nach Essen geholt, genau am 18. Feb. 1983 haben sich zum ersten Mal die Tore geöffnet und genau diese Worte könnten aus seiner Zitatensammlung stammen. Aber zurück zu unseren Erlebnissen aus vergangenen Jahren. Aus Tradition startete ich meinen Rundgang vom Süd - Eingang, Halle 1, denn in den Jahren unseres Messe- Engagement hatten wir schwerpunktmäßig unseren Stand in Halle 2.


Nun, die Halle 1a ist für mich als Pflanzenliebhaber vielleicht auch die interessanteste, wichtigste Halle: Neuheiten - Schaufenster! Genau so heißt auch unsere Galerie auf unserer Internetseite. Der Pflanzenliebhaber geht wahrscheinlich mit anderen Kriterien durch so eine Abteilung wie der Experte oder Spezialist; aber der Leser kann ja durch die Fotosammlung selber entscheiden. An dieser Stelle nur drei Beispiele. Die Buntnessel mit dem feinen, grünen Rand, die Primel mit dem gelben Herzen, dem pinkfarbenen Blatt mit der weißen Kante und die Zantedeschie, die ‘Calla lily Callafornia Red’, mit der sehr speziellen Blütenfarbe, von dunkel rostrot bis hin zu hellrot pink. Direkt neben dem Neuheitenschaufenster sind seit dem Messeumbau die preisgekrönten, floristischen Kreationen.

Hier soll ein Zitat für sich sprechen: “Jung, bunte Welt…. Was beschäftigt Jugendliche der Generation Y? Ängste, Druck, Kriege und Emotionen beeinflussen unser heutiges Denken und Handeln mehr als manch einer vermutet. Unsere Welt besteht nicht nur aus Elektronik, Smartphones und den neusten Trends. Dieses Thema habe ich bei der Gestaltung meines Straußes aufgegriffen. Jede Blumenzwiebel beschreibt ein anderes Thema“. Floristische “Standartware“ verbunden mit “Abfallprodukten“ ergeben eine Kreation, die stutzig macht und zum Nachdenken anregt.

Direkt daran schließen sich die Organisationen an, wie Hochschulen und Verbände. Hier zog mich der Stand der Humboldt - Universität / Berlin in seinen Bann! Als Herbert Mosel, Berlin - Hydrotip - und ich, 2009 Andrè Dekker, Spezialitäten - Gärtner in Maasdijk besucht haben, konnten wir zum ersten Mal diese Idee realisiert sehen: „Um die Pflanzen- Physiologie besser kennenzulernen ist eine Messeinrichtung geschaffen worden, die stündlich die Blatttemperatur misst und alle 10 s die Photosynthese, danach wird dann die Reflektion und der Chlorophyllgehalt gemessen. Bekommt die Pflanze zu viel Licht, schadet auch dies der Pflanze und sie hat Stress, zusätzlich wird der Öffnungsgrad der Poren gemessen, um die Verdunstung festzustellen. Dazu kommen CO2 und zusätzliche Pflanzenparameter, um die Wachstumsgeschwindigkeit zu bestimmen und um das optimale Klima einstellen zu können. Die Vermutung, dass Lichtmangel den größten Stressfaktor ausmacht, hat sich nicht bestätigt, denn die Luftfeuchtigkeit unter 70% war der größte Stressfaktor. Genauso verblüffend war die Erkenntnis, dass die Erhöhung von 300 auf 1.000 ppm CO2 die Wachstumsgeschwindigkeit verdoppelt“.
Diese Vorrichtungen hat jetzt die HU-Berlin marktreif für das Gewächshausmanagement entwickelt. Wir sind gespannt, wie der “Deutsche (Gärtnerei-)Markt“ darauf reagiert.


 Mein nächstes Ziel galt der “Hydrokultur“.
Der Weg dorthin führte an alt vertrauten Ständen vorbei: so z.B. Landgard, und “Kientzler Jungpflanzen“.
Nach dem für den Besucher etwas unglücklich gestalteten Versuch im Vorjahr, hatte man eine Aussteller und Besucher freundlichere Lösung gefunden; obwohl wir als DGHK auf die Zuordnung der “Hydrokultur“ zum Bereich Floristenbedarf sicherlich gerne verzichtet hätten.

In diesem Jahr war unser Kultursystem nur mit drei / vier Ausstellern vertreten: aus NL / Venlo “Nature’s Green“ und aus Bad Iburg “Hutzel Hydrokulturen“, mit einem Gemeinschaftsstand und Leo Thissen mit “Hydrokulturen vom Niederrhein“ und “Nieuwkoop Europe BV“ aus den Niederlanden.

Robert van Aerts und Frank Hutzel verwickelten mich direkt in ein wichtiges Gespräch, wobei die Diskussionsrunde per Zufall durch Willi Höfer und Sohn erweitertet wurde.

Seit Jahren verfolgen wir mit angespanntem Interesse die Stagnation im Tischgefäße - Sektor. All unsere Gesprächspartner verbreiten einen verhaltenen Optimismus, wenn es um Raumbegrünung und Solitäre geht; nur, und das war unser Thema, wenn es um den 11/12 Topf geht, um den Tisch-Gefäße-Markt, auch im privaten Bereich, dann scheint der Bewusstseinswandel noch in weiter Ferne.

An welchen Stellen müssen die Hebel angesetzt werden, damit auch Pflanzen, Topfpflanzen als lebende Wesen betrachtet werden und nicht als dekorative Wegwerfware?!

“Wenn Pflanzen schreien könnten“, so hieß vor Jahren unser Schwerpunktthema in “Hydrokultur intern“, und den Artikel: “Die letzten Hilfeschreie einer Pflanze“, können Sie auf unserer Seite nachlesen. Darum vertreten wir dieses Kultursystem, denn mit Hilfe der “Hydrokultur“ wird jeder Interessierte, kann jeder Interessierte zum Pflanzenliebhaber werden. Genau so sind wir vor fast 40 Jahren zur “Hydrokultur“ gekommen, weil unsere Erdkulturpflanzen immer eingingen. Entweder waren sie, während unserer Abwesenheit ertränkt worden oder sie waren vertrocknet. Der erste Stand, “Nature’s Green“ / “Hutzel/Hydrokulturen“ repräsentierte schwerpunktmäßig Gefäße, der zweite Stand, “Hydrokulturen vom Niederrhein“, Pflanzen und “Live Bilder“, der Hype der letzten Jahre. Nicht nur mit Glycerin präparierte Moose werden vom Markt gefordert, sondern auch Bildkonstruktionen mit 11/12 Töpfen. Leo Thissen hat zusammen mit der Fa. Behrendt- Jagodzinski einen Rahmen und Kulturtopf entwickelt, der abgedeckt wird, sodass der Blähton, auch wenn man den Topf wegen des Wachstums drehen muss, nicht herausrieseln kann.
Diese Bilder sprechen für sich!
 Zum Schluss sollen noch zwei Besonderheiten erwähnt werden. Ein österreichisches Unternehmen bot Blumendünger-Granulat aus Schafwolle an “Molly BIO Schafwoll- Dünger“. Es handelt sich dabei um einen ökologischen Multifunktionsdünger mit hohem Stickstoffgehalt für den Hobby- und Profianwender. LED-Leuchten bleibt ein wichtiges Thema; interessant war nur, dass die “Philipps GreenPower LED flowering lamp 2.0“, eine Lampe, die man problemlos, allerdings ohne Vorschaltgerät, in den alten Osram- Strahler schrauben könnte, in Deutschland nicht verkauft wird. Leider sind unsere Recherchen bisher erfolglos geblieben.

(21.04.2018)

Update: 21.04.2018 19:00:01