Grußwort der Familie Gregg - Deutsche Gesellschaft für Hydrokultur e.V.

Grußwort der Familie Gregg

© Marlis Gregg

Gärtner sein
Gärtner sein ist eine Gabe,
die der Himmel dem nur schenkt,
der des Schöpfers stetes Wirken
still in der Natur erkennt.

Dieses Gedicht von Wilhelm Schenkel hing bei uns zuhause im Eingang und schon die erste Strophe enthält eigentlich alles, was man über meinen Vater Günter Gregg wissen kann:
Dass er den Umgang mit Pflanzen täglich neu als Geschenk erlebt hat, dass der Beruf des Gärtners für ihn Berufung war, wie sehr ihn die unglaublich vielen Facetten lebenden Grüns faszinierten, der unbändige Wille einer Pflanze zum Wachstum – kurz: ihn die Natur mit Ehrfurcht und Dankbarkeit erfüllte und er es als seine Pflicht verstand, diese Freude zu teilen und das gesunde Leben mit Pflanzen in den Mauern unserer Städte zu verbreiten.

Er war ein tief gläubiger Mensch und hatte eine klare Antwort auf die ewige Frage nach dem Sinn des Lebens. Warum sind wir auf der Welt? Weil wir sie ein Stückchen besser machen sollen!

 … der des Schöpfers stetes Wirken still in der Natur erkennt?

Nun ja, "still" haben wir Günter Gregg wohl selten erlebt. Denn täglich zog er Bilanz: Habe ich heute alles getan, was ich konnte? Und stets lautete die Antwort: Es ist noch soviel zu tun!

Eine Idee zog die andere nach sich, eine Entwicklung trug schon die Weiterentwicklung in sich. War etwas umgesetzt, musste es bekannt gemacht und verbreitet werden! Was immer er las, hinterließ Spuren. Jedes Gespräch, das er führte, hatte wieder neue Konsequenzen. Stets kam er von einem Kundenbesuch, aus einem Gremium, von einer Sitzung nach Hause und sagte: „Wir müssen reden…“!

Bei Großgefäßen das Fassungsvermögen mit angeben – die Kapillarität des Blähtons genauer definieren – die Wasserstandsanzeiger besser justieren – den Minister überzeugen, dass Ausbildungsplätze im Gartenbau wichtig sind – dafür sorgen, dass die 5 Wachstumsfaktoren in jedem Schulbuch stehen … Keine Mühe war zu groß, aber vor allem: Keine Aufgabe war zu groß!

Und es war tatsächlich alles möglich! "Wovon das Herz voll ist, fließt der Mund über", sagt der Volksmund – und so haben die Hydrokultur-Themen unser Mittagessen bestimmt und die Anrufe von Gleichgesinnten unser Abendessen begleitet – Ihre Anrufe!

Niemand könnte glücklicher sein als mein Vater, dass Sie alle heute hergefunden haben. Angesichts des Engagements, mit dem Sie die DGHK in all den Jahren gelebt und belebt haben – Sie machen sie zu einer tragfähigen Plattform und einem dynamischen Zentrum.

Für Günter Gregg gab es nichts Schöneres als den Austausch mit Kollegen, mit Menschen, die gemeinsame Ziele teilen. Dann kann Freundschaft wachsen und blühen, so wie zu Ihnen, sehr geehrter Willi Höfer! Ich glaube, Ihre Beziehung war geprägt von größtem Respekt für die Fähigkeiten des Anderen, und getragen von der innigen Freude an den Gemeinsamkeiten. Da war der Kopf und ganz viel Herz – unermüdlich strömendes Herzblut für alles, was Sie für die Entwicklung der Hydrokultur, der "Original-Hydrokultur", geleistet und mit dem Gärtner Sein verbunden haben.

Gärtner sein erfordert Liebe und Verpflichtung im Beruf, ihm ist es anheim gegeben, was der Schöpfer einstens schuf.

Im Namen der ganzen Familie Gregg danke ich der DGHK und gratuliere Willi Höfer von Herzen als erstem Träger des Günter Gregg-Preises. Niemand könnte würdiger sein. Herzlichen Glückwunsch!

Marlis Gregg – Pure / Dortmund

(13.09.2016)

 
Update: 2016-11-09 16:28:33