Herbert Wörner - Deutsche Gesellschaft für Hydrokultur e.V.

Herbert Wörner

Blumenparadies — Neusäß-Vogelsang


Unsere diesjährige Sommerreise
führte uns nach Süddeutschland und da wir ja seit einigen Jahren unsere Förder - Mitglieder besuchen, stand diesmal Diedorf bei Augsburg – Herbert Wörner's "Pflanzenparadies" auf unserem Programm.
Wir kamen von Bamberg und als wir Augsburg hinter uns ließen, und unser Navi uns nach Diedorf lotste, kamen wir schon an einem beeindruckenden Garten - Center Wörner vorbei. Aber wir wollten ja pünktlich sein und darum fuhren wir zu der verabredeten Adresse.

In Diedorf - Lettenbach fanden wir dann auch ohne Umschweife die Gärtnerei Wörner und als wir uns geradeso auf die Besichtigung einstellen wollten, wurden wir schon auf dem Parkplatz von einer couragierten Dame herzlich begrüßt, die uns wieder zurück schickte, zum Pflanzen - Paradies in Neusäß – Vogelsang, dort würden wir bereits erwartet und der Kaffee sei auch schon fertig!
Trotz des kleinen Schlenkers über den Stammsitz der Gärtnerei Wörner, waren wir regelrecht verblüfft über das, was dann plötzlich vor uns lag. Fünf riesige Gewächshäuser luden uns zur Besichtigung ein.Wir kennen hier im Ruhrgebiet kein Garten - Center von dieser einladenden Noblesse!

Wenn wir so an unsere hiesigen Erfahrungen denken, kommt man sehr schnell zu dem Vergleich und erkennt auch sofort den Unterschied: "Turnschuh oder Lackschuh"! Von den Betriebstätten, die wir in dieser kurzen Zeit besichtigen konnten haben wir auch entsprechend Fotos gemacht.

Die nackten Zahlen sind schon beeindruckend:
"Gesamtfläche 17.000 m2
Gewächshausfläche 3.385 m2
Warmhaus 1.177 m2
Kalthau864 m2 s
Überdachte Freifläche 864 m2
Bewässerung im Haus über Ebbe - Flut, Außen Ebbe – Flut, Sparregner, Sprühschläuche, Ringleitung,Zisterne 315 m3 über 3.000 m2 aufgefangenes Wasser."

Herr Wörner und sein Betriebsleiter Thomas Haag empfingen uns natürlich in der Hydrokultur – Abteilung, hier nahmen wir in einer exquisiten Sitzgruppe Platz, deren Ausmaße schon einer etwas größeren Terrasse bedurft hätten, um sie ins "richtige Licht zu setzen".
Bei Kaffee, Cappuccino und einem kleinen Snack hat uns Herr Wörner sehr engagiert erst einmal seinen Betrieb, seine gärtnerische Philosophie, seine Ideen rund um den "grünen Sektor" vorgestellt.

Natürlich knüpfte auch Herr Wörner an die uns unmittelbar umgebende Hydrokultur an, an die uns alle so berührende Situation, dass Hydrokultur zur Zeit im Grunde nur noch in der Raumbegrünung eine Rolle spielt, die auch wir später noch vertieft haben.

"Wörner … da wächst Lebensfreude" so steht es auf dem Hauptkatalog und bei dem von Herrn Wörner geführten Rundgang sahen und fanden wir alles, was zu einer ansprechenden und anspruchsvollen Begrünung von Haus und Garten benötigt wird. Der Schwerpunkt des Sortiments liegt dabei auf der Pflanze aber kombiniert mit den passende Accessoire, von Quellsteinen über Kiesel bis hin zu Findlingen. Und, was uns besonders aufgefallen ist, wohin man auch sah, überall "wuselten" Mitarbeiter herum, so dass wir faktisch nur saubere, von Fachleuten gepflegte Pflanzen sahen.
"Alle unsere Mitarbeiter sind „vom Fach“, freundlich und stets bemüht, den Wünsche der Kundschaft aufs Zuvorkommendste zu befriedigen."

Zur Zeit werden an zwei Standorten Freilandpflanzen im Außen- und von saisonalen Blühpflanzen im Innenbereich produziert, sogar eine kleine Baumschule, ca. 1 ha, ist dem Pflanzenparadies Neusäß angegliedert. Auch diesen Rundgang haben wir dokumentiert.

Und was heute von besonderem Interesse und ökonomischer Wichtigkeit ist; Herr Wörner hat, auf Grund seiner bäuerlichen Nachbarn einen Wärmeverbund mit einem Bauern geschlossen. So heizt er nicht nur mit Biogas, sondern hat für seine Grünabfälle aus dem GaLa-Bau, die er selber kompostiert, eine Anlage konzipiert, die mit den Biogasen den Kompost dämpft.

Denn Grünabfälle können ebenso zu Biogas "verarbeitet" werden wie Speisereste. Bei wem nun größere Mengen organischer Abfälle anfallen, aber nicht die Möglichkeit besteht einen Wärmeverbund beizutreten oder zu gründen kann sich an Unternehmen zur Speiseresteentsorgung wenden und hier zum einen etwas für die Umwelt tun und auf der anderen Seite sogar noch einen finanziellen Vorteil daraus schlagen.



Der Einkauf außer der selbst produzierten Produkte findet statt:
* Im Bereich Pflanzen europaweit, Gehölze ca. 2/3 in Norddeutschland, 1/3 in Süddeutschland, Saisonpflanzen größtenteils regional in Süddeutschland, wegen kurzen Beschaffungswegen und sonst über die großen Vermarkter
* die Hartware wird größtenteils über gelistete Lieferanten der Sagaflor AG beschafft.
Herr Wörner beschäftigt z.Z. 2 Betriebsleiter, 6,5 Gärtner, 3 Floristinen, 3 Kräft im kaufmännischen Bereich, und
5 Auszubildende und 1 zusätzliche Aushilfskraft, z.B. Schüler nach saisonalem Bedarf
Auch die technischen Zahlen beeindrucken mich als Ingenieur:
* Gabler Gewächshaus 12 m Schiffbreite, 4 m Binderabstand
* Eindeckung Thermopaneel und Steg 5-Fach Platten im Warmhaus bzw Anlieferung/ Sozialtrakt, ESG im Kalthaus
* Stehwände Isolierverglasung im Warmhaus, Einfachglas bzw Steg 5-fach
* Klimaregelung über RAM: Lüftung, Schattierung, Heizung, Licht. Bewässerung
* Heizung über Lufterhitzer, Versorgung über Gas.

Das Ziel, so betont Herr Wörner sehr überzeugend, ist es, einem breiten Kundenspektrum ein neues Einkaufserlebnis anzubieten, welches unsere Mitbewerber, z.B. die umliegenden Baumärkte, in dieser Form nicht bieten. Dies kann nur durch individuelle Bedienung und Betreuung, sowie fachliche Beratung gewährleistet werden, denn der Kern-Einzugsbereich ist der westliche Landkreis Augsburg sowie die westlichen Stadtteile von Augsburg. Auch hier einige Beispiele für das ausgeklügelte Sortiment.

So begründet sich auch die Philosophie des Hauses:
"Wir sind die Pflanzenspezialisten für Haus und Garten
Wir stehen mit unserem Namen für die Qualität unserer Produkte
Wir zeigen Ideen und lösen Probleme rund um die Pflanze
Wir beraten unsere Kunden kompetent mit freundlichen Fachkräften
Wir sind leistungsstark durch Einkauf in einer großen Gruppe"

Ca. 3 Stunden hat unser Besuch gedauert, mehr als die Hälfte unter der sachkundigen Begleitung und Führung von Herrn Wörner, unser spontaner Kommentar als wir wieder im Auto saßen: schade, dass Neusäß von Essen so weit entfernt ist, dann wären wir bestimmt öfter dort zu Besuch, auch als Kunden.


(11.07.2017)
(16.10.2010)

Update: 2017-07-11 10:37:00