Nieuwkoop Europe B.V. - Deutsche Gesellschaft für Hydrokultur e.V.

Nieuwkoop Europe B.V.

© Jochen Euler Unser Förderndes Mitgliede – ein Porträt


In diesem Frühjahr führte uns unsere "Reise zum Firmen-Portrait" nach Holland, unser Ziel: Nieuwkoop Europe B.V. in de Kwakel, in unmittelbarer Nachbarschaft von Amsterdam. Einige unserer alten Mitglieder werden sich bestimmt noch an unseren Besuch 1981 in Andel erinnern, denn erst seit Mai 2000 ist der Betrieb umgezogen.

Wir hatten ganz in der Nähe übernachtet, da wir schon für 9.00 Uhr bei Denny Gerritsen angemeldet waren und das wäre von Essen aus nur mit großen Anstrengungen zu machen gewesen.
Als wir in den Hoofdweg einbogen, und unser Ziel so vor Augen hatten, waren wir schon sehr beeindruckt: die Außen-Präsentation und der Empfang ließen schon auf einen erlebnisreichen Besuch schließen.

Seit 39 Jahren ist Nieuwkoop bereits das führende Unternehmen im Bereich der Hydrokulturen, Topfpflanzen und exklusiver Hardware. Seine Kunden und Partner sind vorwiegend gewerbliche Endverbraucher, Objektbegrüner, Exporteure, Gartencenter und Floristen in mehr als 40 Ländern in 3 Kontinenten.

„Unsere Leit-Idee, The Green Life-Style®, sagt eigentlich schon alles. (Hier können, müssen Sie sich die Galerie Hydrokulturen anschauen, um einen kleinen Eindruck davon zu bekommen.)
Nieuwkoop Europe B.V. hat sich zum Ziel gemacht, durch Innovationen und Kreativität eine Marktführungsposition als Zulieferer für den grünen Innen-Objektmarkt zu erwerben.

Die Grundlage des Sortimentes bilden die Hauptgruppen ‘Pflanzen’, ‘Hardware’ und ‘Dienstleistungen’.

Innerhalb der Hauptgruppe ‘Pflanzen’ unterscheidet sich Nieuwkoop Europe B.V. stark auf Grund eines marktorientierten Angebots an ‘Hydrokultur’ und ‘Erdkultur’.

Nicht nur in der Breite und Tiefe des Sortiments, sondern vor allem auch, was die Verfügbarkeit anbelangt, steht Nieuwkoop Europe B.V. an der Spitze dieses Marktsegmentes.

Die Hauptgruppe ‘Hardware’ ist in die Artikelgruppen ‘Pflanzenkübel’, ‘Dekoration’, ‘Werkzeuge & Materialien’ sowie ‘Seidenpflanzen’ unterteilt. Um diese Artikelgruppen zu gestalten, versetzen wir uns vor allem auch in die Lage unserer Abnehmer und gewerblichen Endverbraucher. Dabei beschränken wir uns nicht nur auf die Innenausstattungsgegenstände, sondern wir ergänzen unser Sortiment um ein Vielfaches an Artikeln, die bei der Durchführung von Pflegearbeiten von wesentlicher Bedeutung sind oder diese vereinfachen.
Unser Rundgang hat diese Aussage mehr als bestätigt!

Natürlich hört unsere Dienstleistung nicht beim physikalischen Produkt auf, der Hauptgruppe ‘Dienstleistungen’ widmen wir, wo dies erforderlich ist, mit einem anspruchsvollen Service und der Förderung im Bereich der professionellen Innenbepflanzung intensive Aufmerksamkeit. Egal ob es sich um die Lösung komplexer Logistikfragen oder um die Hilfe bei der Gestaltung der Bepflanzungspläne handelt, Nieuwkoop Europe B.V. sieht sich lediglich durch ihre eigene Kreativität und die ihrer Abnehmer begrenzt.

Nieuwkoop Europe B.V. wählt bewusst aus und importiert Artikel aus allen Himmelsrichtungen. Sowohl zugunsten der Hauptgruppe ‘Pflanzen’ als auch der ‘Hardware’ ermitteln wir unsere Position an der Quelle unserer Einkaufs- und Produktkanäle. Dadurch sind wir in der Lage, unsere Position am Markt wie kein anderes Unternehmen zu kontrollieren, zugunsten unserer Abnehmer.

Die Zusammenarbeit mit verschiedenen Logistikpartnern versetzt uns in die Lage, in über 40 Ländern eine schnelle und gute Logistikleistung anbieten zu können. Dabei ist immer der Ausgangspunkt, dass Nieuwkoop Europe B.V. Bestellungen mit Logistiklösungen umsetzt, die auf die spezifischen Wünsche unserer Abnehmer abgestimmt sind, wo auch immer sie sich befinden.“


So heißt es im offiziellen Katalog; aber, was wir erlebt haben, übertraf das bei weitem!
Danny Gerritsen und Tonny van Hal begrüßten uns wie alte Freunde, die endlich wieder einmal zusammengefunden haben. „Warum seid ihr denn heute erst gekommen, wir haben euch schon im vorigen Jahr erwartet!“ Und nach ein zwei Sätzen waren uns die verbindenden Gemeinsamkeiten sehr deutlich: Hydrokultur, „Quo vadis Hydrokultur“ und auch unser diesjähriges IPM-Thema: Baustelle Hydrokultur!



Für unsere Ohren schon dann nicht alltäglich, so ganz neben bei, erwähnt Danny Gerritsen, dass es ihnen nicht nur um Pflanzen, Hydrokulturen und ‘Hardware’ geht, sondern dass Nieuwkoop sich für 93 Familien verantwortlich fühlt; aber nicht nur dieser sozialpolitische Aspekt kennzeichnet die Nachhaltigkeit, sondern auch ein ökologisch-ökonomisches Moment. Auf meine Frage nach den Energiekosten solch eines Betriebes, erklärte uns Danny Gerritsen, dass sie mit dem Nachbarbetrieb eine Wärme- Kraftkopplungsanlage betreiben, der Nachbar den Strom benötigt und sie die Wärme. Das riesige Kesselhaus mit drei Gaskesseln wird nur noch für den Notbetrieb in Bereitschaft gehalten.

Dieses nachhaltige Agieren eines Produktions- und Handelsunternehmens ist nach unserer Einschätzung genau so wichtig und tragfähig wie der Firmen- Slogan: Lebensstil in grün!

Danny Gerritsen betont sehr eindringlich zu Beginn unseres Gespräches, dass sich in Deutschland nur noch der Fachverband Raumbegrünung und Hydrokultur und die DGHK um die Hydrokultur kümmern.

„Wir leben von der Hydrokultur, sie ist unser kräftigstes Standbein. Wir haben natürlich die Entwicklung in den letzten zehn Jahren sehr aufmerksam verfolgt und haben gesehen, dass der Markt sich schon verändert hat. Es gibt für solche Veränderungen immer mehrere, vielleicht sogar viele Gründe und es ist müßig, Kraft und Gedanken daran zu verschwenden, welcher der Gründe wohl in die Sackgasse geführt hat. So verlangt der Markt heute auch Erdkultur z.B. für große Bäume, die wir auch in Erde kultivieren, (dazu auch einige Fotos in der Galerie Erdkulturen und Axel Maßmann – Erst ab 5m macht es so richtig Spaß!), was auch wir in unsere Produktion mit aufgenommen haben. Aber wir sagen immer wieder zu unseren Kunden, Hydrokultur ist unser A1 System, was wir am Liebsten für die Raumbegrünung vertreiben, weil es einfach unschlagbar ist. Wir müssen aber auch akzeptieren, dass nicht alle Pflanzen für uns rentabel in Hydrokultur produziert werden können, so haben wir auch nicht für alle Sortimentanfragen das passende Angebot in Hydrokultur. Hydrokultur in Garten-Centern ist vorbei, Hydrokultur ist kein Produkt nur oder für jeden Konsumenten, es hätte vielleicht anders laufen können, ist aber nicht geschehen, das Kapitel ist endgültig abgeschlossen. Es ist Hydrokultur vermarktet worden unter dem Ansatz: es ist alles so einfach, ist es aber nicht, man muss schon seinen Kopf einschalten. Wir müssen auch heute erkennen, dass wir nicht alle Chancen genutzt haben, die uns vom Markt geboten worden sind, vielleicht auch, weil wir zu engstirnig agiert haben.

Wir haben unser Geschäftsprinzip nie verlassen, nur an den Einzelhandel zu liefern und nie direkt an den Endverbraucher, so haben wir uns auch nie auf spekulative Produktionen eingelassen, z.B. 300.000 Pflanzen zu produzieren, die dann u.U. über Discounter vertrieben werden können. Was Nieuwkoop auszeichnet ist das Wissen um die Hydrokultur, die Pflanzen, die Trends, ausgerichtet auf die ganze Welt, und dafür sind wir auch schon mehrfach ausgezeichnet worden, z.Z. belegen wir den neunten Platz bei ca. 12.000 Gartenbau-Betrieben in Holland.

Interessant und wichtig ist die Tatsache, dass Nieuwkoop mit Erfolg den englischen Markt für die Hydrokultur erschlossen hat. So waren bei einem Seminar in Manchester von ca. 100 Betrieben 40 anwesend. Unser Markt wächst ständig, so haben wir in den letzten drei Jahren unsere Produktion kontinuierlich vergrößern müssen. Natürlich war auch uns der „Rock im letzten Jahr etwas zu groß“, aber wir sind bis heute schon wieder reingewachsen. Auch wir sind nicht davor geschützt, Hydrokultur so zu betreiben, also ob es unser Hobby wäre, wobei wir die Bedingungen des Marktes nicht aus den Augen verlieren dürfen, der Markt diktiert die harte Wahrheit.

Unsere Kunden in Dänemark und Frankreich haben als erstes wieder Erdkulturen von uns erwartet.
Wir produzieren in 2 Betrieben in Belgien und 1 Betrieb in Holland extensiv Hydrokultur und zusätzlich in einem weiteren Betrieb in Holland Kentien.

Die DGHK könnte doch einmal anlässlich der Horti Fair (Die Horti Fair gilt als führende internationale Messe für den Gartenbau.) hier bei uns ein Treffen, die Mitgliederversammlung machen, laut Internet gibt es schon DZ ab 30,00 Euro, das müsste doch attraktiv sein, oder? Die Messe findet im Oktober statt.“

Und nun zum Rundgang:

In De Kwakel sind ca. 80.000 m² unter Glas. Alle Pflanzen werden über die Quarantänestation angeliefert, die sogar offiziell (vom Staat) überwacht wird, sie ist durch eine doppelte Schleuse mit dem restlichen Betrieb verbunden. Bisher ist noch nie etwas passiert. Das Einzugsgebiet ist nördliches Südamerika, Florida, Costa Rica, China, Australien und Neuseeland, die Pflanzen müssen bis Juli, August angeliefert werden. Die Akklimatisation kann bis einem Jahr dauern; täglich werden die Pflanzen gezählt, um auch so den Überblick für die Kunden zu behalten.
Aber nicht nur die Lieferanten kommen aus der ganzen Welt, bei Nieuwkoop ordert mittlerweile auch (fast) die ganze Welt, entsprechend aufwendig ist der Nieuwkoop - Versand Versand strukturiert.
So haben z.B. die Elektrokarren, die die bestellten Pflanzen einsammeln, einen Mini-PC auf ihrem Cockpit und die entsprechenden Daten werden direkt in den Zentralrechner eingegeben.

So ist auch die Energieversorung den modernen, ökologischen Bedingungen angepasst worden, der Betrieb wird, gemeinsam mit dem Nachbarn, über eine Wärme-Kraft-Koppelung versorgt, der Nachbar benötigt viel elektrischen Strom für seine Rosenzucht und die Wärem wird von Nieuwkoop abgenommen.

Die Bewässerung wird entsprechend den Erfahrungen, je nach Sorte variiert, Ebbe und Flut, Anstau mit Trockenphasen für die Kakteen, bis hin zur Tröpfchen- Bewässerung der Stämme bei den Palmen, gesteuert.



Beeindruckend war dann zum Schluss des Rundganges die Präsentation des Accessoires: wer hier nicht das genau passende Zubehör an Übertöpfen und sonstigen Dekorationen findet, nach dem er schon immer gesucht hatte, der wird wahrscheinlich der Trend-Setter der übernächsten Saison werden.

Mit einer kleinen Stärkung haben wir uns dann von Danny Gerritsen und Tonny van Hal verabschiedet, vielleicht haben wir ja durch diesen kleinen Bericht, etwas von dem vermitteln können, was wir an diesem Vormittag erlebt haben.

Wir waren von der offenen und vertrauten Aufnahme überwältigt, die Präsentation und die Gespräche haben uns bestärkt, in unserem gemeinsamen Engagement für die Hydrokultur nicht locker zu lassen, nicht nach hinten zu schauen, um nach möglichen Versäumnissen zu suchen und damit sinnlos Zeit und Kraft zu binden, sondern sich offen und kreativ auf die Zukunft zu stürzen.
Und die ganze fotodokumentation finmden Sie unter der Rubrik Nieuwkoop Hydrokulturen! (JoGaEu)



(09.07.2009)

Update: 2017-08-21 17:30:28