StOptimal® - Deutsche Gesellschaft für Hydrokultur e.V.

StOptimal®

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Unser Präsident - Ein Portät


StOptimal®, so hieß unser nächstes Ziel auf unserer Rundreise "Betriebsbesichtigungen" unserer Fördermitglieder.

Unterweikertshofen, ein kleines Örtchen in der unmittelbaren Nähe von Dachau, also ein idealer Standort für Raumbegrüner, um den Raum München – Augsburg zu bedienen.
Wenn wir den Namen nennen, dann verdichtet sich das Bild, denn wir waren bei unserem Präsidenten, Udo Stock, eingeladen!

Bevor wir Udo Stock persönlich zu Wort kommen lassen, möchten wir Ihnen aber ein paar Fotos von unserem Beuch zeigen: Unser Nachmittag bei unserem Präsidenten.

„Am 1. Mai 1950 habe ich in Koblenz das Licht der Welt erblickt. Nach meinem Hauptschulabschluss im Jahre 1965 begann meine Lehre, als Gas - und Wasserinstallateur in Koblenz, die 1968 erfolgreich, abgeschlossen wurde.

Im 35. Lebensjahr habe ich meine Liebe zur Pflanzenwelt (Bonsai) entdeckt. ‘Alles fing an mit einem Bonsai’. Bereits nach kurzer Zeit waren es schon mehrere Bonsai- Bäume, die mein Zuhause und das meiner Brüder, die auch bald dieses Hobby mit mir teilten, schmückten. Es dauerte nicht mehr lange und das eingebrachte Wissen über Bücher reichte nicht mehr aus, das Bonsai - Fieber hatte uns gepackt und mehr Wissen war jetzt gefragt.
Im Bonsai Zentrum Heidelberg besuchten wir unter der Leitung von Herrn Paul Lesniewicz mehrere Seminare, aber auch in anderen Bonsai - Fachgeschäften erhielten wir fundiertes Fachwissen über die Haltung, Schönheit und Ästhetik von Pflanzen in Gefäßen und Schalen. Schon nach kurzer Zeit reichte der Platz für unser Hobby in unseren Wohnungen nicht mehr aus. Was tun?
Die Idee:
Gründung eines Bonsai-Fachzentrums!
So entstand 1983 das erste Bonsai- Fachzentrum in Rheinland-Pfalz. Jetzt konnten wir nicht nur unserem Hobby nachkommen, denn Platz war jetzt ausreichend vorhanden, wir hatten nun auch noch die Möglichkeit unser Wissen weiterzugeben.

Durch die Gründung eines Bonsai- Arbeitskreises deren Leitung ich übernahm, konnten wir viele Liebhaber in der Bonsai -Welt gewinnen und unseren Kunden den Umgang mit Ihren Pflanzen erleichtern.
Im Laufe der Zeit folgten viele Ausstellungen und Referate über Pflanzen (Bonsai) und deren Haltung. 1990 verlegte ich, aus privaten Gründen, meinen Wohnsitz von Rheinland-Pfalz nach Bayern, in den Großraum München. Unser Bonsai - Fachzentrum wird von meinen Geschwistern bis heute erfolgreich weitergeführt.

In Bayern verspürte ich den Wunsch, mich der Pflanzenwelt ganz hinzugeben. Meine Idee: Gründung eines Begrünungsunternehmens im Bürosektor. Hierfür musste man allerdings verkaufen können! Wie denn, wenn man es nicht gelernt hatte. In den folgenden 3 Jahren lernte ich verkaufen, indem ich als selbstständiger Handelskaufmann in ganz Deutschland Industriewerbung verkaufte.

Unter anderem absolvierte ich 8 Semester Fernstudium in Marktwirtschaft und Marketingbereich.
Am 15.02.1993 war es endlich soweit. Die Gründung eines Fachgeschäftes mit Hydrokultur im Objekt - und Raumbegrünungsbereich erfolgte.

Was einst als Ein-Mann - Betrieb begann, ist heute ein erfolgreiches, innovatives und flexibles Team von Mitarbeitern. Aber auch das reichte mir noch nicht aus! Mein Wissen, das ich mir in diesen Jahren über Objekt- und Raumbegrünung mit Hydrokultur angeeignet habe, wollte ich unbedingt an andere weiter geben, die auch in den gleichen Bereichen tätig waren. So kam ich gerne den Aufforderungen nach, die mir Interhygreno- Nordkirchen, Hygreno- Stuttgart und Nürnberg anboten, Fachreferate im Bereich der Objekt- und Raumbegrünung über Hydrokulturen zu halten. Im Bereich der Objekt- und Raumbegrünung gibt es noch sehr viel zu tun! Darüber sind wir uns wohl alle einig.“


Kann man eigentlich die Philosophie von StOptimal® beschreiben? Welches sind denn dann die Wesensmerkmale, die unentbehrlichen Fixpunkte, die diesen kontinuierlichen Trend widerspiegeln?

Wir haben einen ganzen Tag mit Udo und Sonja Stock zusammengesessen und versucht „des Pudels Kern“ heraus zu kristallisieren.

Udo Stock begegnet der Pflanze als lebendes Wesen, mit Charakter und Individualität; er verabscheut die heute so landläufige Meinung, Pflanzen als Waren, als Wegwerf-Gegenstand und als Handelsobjekt zu betrachten.


„Nur wenn ich wieder den Zugang zu den Pflanzen finde, erhalten sie wieder den Stellenwert, der ihnen in der großen Symphonie des Lebens gebührt, kann ich, werde ich im Endeffekt erfolgreich sein!“

Gibt es für mich einen Schlüssel, einen Zugang, einen Weg, um an dieser Einstellung zum Leben teilzuhaben? Natürlich!
Unser Leben wird seit ca. zweihundert Jahren von den Naturwissenschaften ganz massiv geprägt, determiniert; allein in diesem Wort steckt schon die halbe Wahrheit: determinieren beinhaltet sowohl bestimmen, entscheiden, als auch begrenzen und abgrenzen!

Wir haben diese Polarität -bestimmen <=> abgrenzen- aus den Augen verloren, all zu oft grenzen wir uns zu sehr ab, lassen uns von den Naturwissenschaften von unendlich weiten Bereichen des Lebens abschotten, ohne unseren Blick einmal nach links oder rechts zu wenden. Bitte nur erst einmal den Blick, denn wir können ja dabei sogar noch auf unseren vorgegebenen Wegen bleiben! Wenn ich z.B. den Begriff „Energie“ höre, dann denke ich sofort an die Formel der Mechanik: Energie = Kraft * Weg!

Dass im Sinne der Mechanik Energie = Wärme ist, bleibt dann oft „schon auf der Strecke“. Nicht irgendwelchen Spekulationen will ich hier nachgehen, sondern der Frage, kann ich als aufgeschlossener Mensch wieder zu einer Qualitätsstufe zurückfinden, die mir die Sensibilität zurückgibt, die ich benötige, um z.B. Temperaturen mit den Händen zu empfinden.

Kann ich wieder ein Gefühl dafür entwickeln, was in der Wärmelehre mit „Wärmeeindringzahl“ bezeichnet wird?
Kann ich wieder sensibel werden für die Wärme, die Energie, die eine gesunde Pflanze aussendet?
Wenn ich meine Sinne wieder in diese Richtung lenke und schärfen könnte, kann ich als Raumbegrüner und Pflanzenliebhaber wieder den Punkt erreichen, den man in Gärtnerkreisen mit „dem grünen Daumen“ und „mit der Liebe und Zuneigung des Meisters“ (aus «Fürnehmliche Erinnerungen« - Verständige Gartenmeister- 1703) bezeichnet!
Stattliche Pflanzen, Besonderheiten und Groß-RaumBegrünung versuchen fotografisch das Gesagte zu unterfüttern.


Es müssen diese Möglichkeiten sein, die ja auch heute immer wieder Menschen auszeichnen, besonders „erfolgreich“ mit Pflanzen umgehen zu können. Welche Möglichkeiten aber erschließen mir diesen Weg wieder von neuem, ermöglichen mir einen Zugang zu diesen verborgenen Schätzen, die den Umgang mit den Pflanzen mir wieder von einer anderen Seite gestatten.

Ob es eine allgemeingültige Antwort auf diese Frage gibt, muss ausgeschlossen werden; wie in allen Sparten dieser Welt, unseres Lebens, muss sich jeder Mensch wahrscheinlich seine eigene Antwort erarbeiten. Der erste Schritt wird allerdings immer ähnlich verlaufen, er muss sich für Bereiche unseres Lebens wieder öffnen, die heute in unserem Alltagsleben nur eine Nebenrolle spielen, teilweise verpönt und durch zweifelhafte Begrifflichkeiten in Verruch geraten sind.

So habe ich z.B. Kontakt zu einer Taiji-Qigong – Meisterin bekommen und nach jahrelangen Übungen kann ich bestätigen, dass ich wieder mit meinen Handflächen Energie spüren kann. Jiao Guorui, der Vater unserer Taiji - Qigong – Meisterin, sagt: „Die Lehre von Qigong Yangsheng sind (Qi-)Übungen zur Pflege des Lebens“;
genau das, was in den Gedanken der „Fürnehmlichen Erinnerung“ der Verständigen Gartenmeister von 1703 ausgedrückt wird.

Vielleicht ist es durch diesen kleinen Ausflug gelungen, etwas von dem zu vermitteln, was wir in dem langen Gespräch mit Udo und Sonja Stock erfahren haben. Andreas Pfeiffer schreibt in seinem Praktikumsbericht: „Erstaunt war ich über den sehr guten Zustand der Pflanzen in den Objekten, da ich durch ein vorheriges Praktikum in einer Raumbegrünungsfirma ein anderes Bild gewohnt war. Gleich in den ersten Tagen des Praktikums bekam ich die vielen Bausteine mit, wie z.B. die geöffneten Kulturtöpfe, die erklärten, wie diese hohe Qualität zustande kommen kann.“ Hydrokultur, ob im Anstauverfahren mit Blähton oder in einem anderen Verfahren, ist die Urpflanzenhaltung dieser Erde. Durch unsere modernen Verfahren in der Pflanzenhaltung haben wir ganz massiv die Mechanismen gestört, die im Laufe der Entwicklung zu einer hervorragenden Erdkultur geführt hatten. Wenn heute Hydrokultur betrieben wird, dann gehen wir nicht nur auf die Urpflanzenhaltung zurück, sondern wir versuchen auch, die problematischen Fehlentwicklungen zu korrigieren.

„Als der Mensch in seiner frühen Entwicklung in geschlossene Räume ging, um einfacher, bequemer leben zu können, hat er die Pflanze mitgenommen. Leben ist aber nur denkbar in einem sozialen Rahmen, nur wenn der Mensch kommunizieren, sich austauschen kann, kann er sich entwickeln, kann er überleben,“ sagte Udo Stock zum Ende des Gespräches.

"Nur haben wir heute die Kommunikation mit den Pflanzen gekappt, wir haben sie verlernt. Pflanzen sind etwas Lebendes und haben mit Trend nichts zu tun, wir haben uns von der Pflanze getrennt, aber das ist etwas anderes.
Nicht: Was müssen wir anders machen(?), ist die Devise, sondern, wir machen es einfach, wir unterliegen keinem Zwang, wir tun es aus uns selbst heraus, intrinsisch. Unsere Devise ist nicht, der Kunde ist König, wenn wir so handelten, wären wir Schauspieler, wir kommen mit guten Gedanken zur Pflege, das spüren die Pflanzen und die Menschen, die mit den Pflanzen leben":

Update: 2018-01-10 15:03:16