Lantana camara L.

Seramis

Der Ursprung des Seramis-Pflanzgranulates liegt in Mogendorf im Westerwald.
Dort hat der Hersteller Effem GmbH (Verden) eine Betriebsstätte eingerichtet, wo Produktion und Forschung stattfinden.
Das Pflanzgranulat ist nämlich porös gebrannter Ton - daher hat man auch den Westerwald ausgewählt. Diese Region gilt als Hochburg für den Tonabbau. Dort werden pro Jahr etwa 3 Mio. Tonnen im Tagebau
aus dem Boden geholt.

Den abgebauten Ton mischt man in der Produktionsstätte in Mogendorf im ersten Arbeitsgang mit Wasser. In flüssiger Form lässt er sich nämlich besser weiterverarbeiten. Im nächsten Arbeitsgang wird der Ton dann porosiert, so dass später eine gute Wasser-Aufnahmefähigkeit und ein hohes Porenvolumen vorhanden sind. Nach dem Trocknen wird der Ton gebrochen gesiebt und gebrannt. Die graugrünen Tonbröckchen verwandeln sich so in das charakteristische, rotbraune Pflanzgranulat. Durch Besprühen mit Wasser vermeidet man, dass das Granulat später beim Kunden während des Auspackens und der Weiterverwendung zu sehr staubt.
Seine Wasseraufnahmefähigkeit beträgt bis 100%, dies entspricht etwa 35 Volumenprozente. Das Porenvolumen liegt bei über 80%, das Schüttgewicht bei 390 g/l!
Die gleichmäßige Porenverteilung sorgt für die gute Durchfeuchtung des strukturstabilen Substrates. Der ph-Wert liegt zwischen 6,2 bis 7,5, der Gehalt an löslichen Salzen liegt bei 0,05 % (nach Cordula Flüthmann).
  • Die gute Wasserleitfähigkeit ist vorteilhaft

  • Die Untergrundbewässerung hat den Vorteil, dass die Bewässerungstechnik weitgehend verborgen und vor Manipulation durch Dritte geschützt bleibt.

  • Das Gießwasser lässt sich im Extremfall über einen einzelnen Bewässerungspunkt mindestens 300 cm weit sicher horizontal verteilen. Dies gilt mit Einschränkung auch für die vertikale Verteilung nach oben.

  • Die Saugspannung nimmt mit etwa 0 - 7 hPa je cm Granulatschicht nach oben hin ab. Bis in eine Höhe von 40 cm wird das Granulat gut durchfeuchtet.

  • Der Wasserübergang vom Pflanzgranulat in den Wurzelballen ist umso besser, je feuchter das Granulat selbst ist. Tiefer am Beetgrund gepflanzte Ballen werden sicher versorgt. Pflanzen mit kleinen Wurzelballen in der oberen Schicht müssen bis sie eingewurzelt sind, zusätzlich von oben gegossen werden.

  • Zur halb- oder vollautomatischen Bewässerungssteuerung hat sich der Tensiostat bewährt. Als Richtwert kann etwa 35 hPa angestrebt werden.

  • Die Grundfläche sollte möglichst eben gestaltet werden. Eine geneigte Fläche führt zu Zonen unterschiedlicher Feuchte. Grobe Abweichungen dürften nicht folgenlos sein, insbesondere, wenn ¡n Zonen Wasser länger steht.

  • Durch die sehr gute Wasserleitfähigkeit des eingesetzten Pflanzgranulats ergeben sich Vorteile:
    Substrataufschüttungen bis etwa 70 cm sind möglich, wobei die Bewässerung von der gleichen Grundebene aus erfolgen kann. Voraussetzung ist allerdings, dass die physikalischen Eigenschaften stimmen. Dies ist zu beachten, wenn ein anderes als das im Versuch verwendete Produkt Seramis eingesetzt werden soll.

  • Leicht unterschätzt wird der Wasserbedarf zum Sättigen des Granulats nach Auffüllen der Beete. In diesem Fall ist unbedingt die rechnerisch zu ermittelnde Wassermenge zur vollständigen Sättigung zu verabreichen. Beim Angießen von oben täuscht die optisch feuchte oberste Schicht über die wahren Verhältnisse in den tieferen Schichten hinweg. Diese Erstbefeuchtung muss unbedingt mit einer Nährlösung durchgeführt werden.

  • Einem Düngemittel mit hohem Phosphatgehalt ist der Vorzug zu geben. Dadurch wird ein nennenswerter Anteil der natürlichen Phosphatbindung des Granulats abgesättigt. Die relativ schlechte Beweglichkeit von Phosphat bleibt erhalten. Deren Auswirkungen dürften allerdings begrenzt sein. Die Pflanzen bringen in der Regel einen nennenswerten Phosphatvorrat im Wurzelballen aus der Anzucht mit und erschließen sich mit der Durchwurzelung rasch phosphathaltige Zonen. Dies gilt auch für die anderen Nährstoffe, so dass die beobachteten Ungleichmäßigkeiten in der Nährstoffverteilung weitgehend kompensiert werden.

  • Eine weitere Verbesserung lässt sich durch deutlich höhere Wassergaben gleichzeitig mit der Düngezugabe erreichen. Noch besser wäre vermutlich eine kontinuierliche, automatische Bewässerungsdüngung, bei der ständig in geringer Konzentration Wasser und Nährstoffe verteilt werden.

  • Auf Dauer problematisch ist hingegen der Abfall des pH-Werts durch das im Dünger vorhandene Ammonium. Dies macht die Problematik der Verwendung von Mehrnährstoff-Düngerlösungen mit feststehendem Ammonnitrat-Verhältnis in Verbindung mit Dauerbepflanzungen deutlich. Eine Anpassung der N-Form an die unterschiedlichen Bedingungen des Objekts ist deshalb unumgänglich.

  • Die meisten Pflanzenarten wuchsen von Anfang an ohne Probleme. Die großen Bäume (Ficus-Arten) wurden gut mit Wasser versorgt, da diese einen großen Ballen hatten und damit in den feuchten, unteren Schichten des Pflanzgranulats standen.


- In Hydrokultur (Blähton) angezogene Pflanzen erwiesen sich als nicht geeignet in Pflanzgranulat.

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  • Anthurien, meist als Unterpflanzen unter größere Bäume gepflanzt, vertrockneten sehr häufig. In der ersten Zeit hätten diese Pflanzen einige Zeit regelmäßig von oben gegossen werden müssen. Diese Pflanzenart wächst relativ schwach und bildet nur sehr langsam neue Wurzeln.

  • Einige Kakteen verfaulten. Sie wurden ¡n relativ niedrigen Substratstärken von 25 bis 35 cm und damit ¡n eine vergleichsweise feuchte Zone gepflanzt; diese Bereiche veralgten an der Oberfläche stark. Wasserbedürftige Pflanzen sollten umgekehrt nicht in Bereiche mit hoher Substratstärke ("Hügelbereiche") gepflanzt werden.

(aus Bambach, G. et al. (2003d): Düngung & Bewässerung bei flächiger Begrünung).

Update: 04.01.2016 15:23:20