Lantana camara L.

Durchatmen mit Hydrokultur

© Engelbert Kötter

Schwerpunktthema: Wohlbefinden mit Grün

Hydrokulturen, die lassen sich nicht nur "mit offenen Augen genießen"! Hydrokulturen helfen aktiv mit, wenn es um die Verbesserung der Raumluft geht. Und das mit Brief und Siegel.

Vielerlei Wohlfahrtswirkungen lassen sich inzwischen für das dekorative Raumgrün nachweisen. Die wichtigsten, das steht zweifelsfrei fest, sind im Zusammenhang mit der psychischen bzw. psychosomatischen Wirkung der Innenraumbegrünung zu verstehen. Im Blick auf die physiologische, ja sogar medizinische Wirkung, da ist die Befeuchtung der Raumluft der wichtigste Wirkungsfaktor - noch vor der ja nur marginal wirksamen Eliminierung von Giftstoffen im Raum.

Pflanzenauswahl ist entscheidend
Die TASPO hat es jüngst berichtet (Nr. 1 vom 3. Januar 2003, Gala-Bau report): Während durch "normale" Raumbegrünungen mit Pflanzen des landläufigen Standardsortimentes der Innenraumbegrünung nur effektive 2 bis 5 % Erhöhung der relativen Raumluftfeuchte erreicht werden können, gelingt das mit den geeigneten Pflanzen sogar auf Zielgrößen über 40 %! Auf Zielgrößen, wie sie (Arbeits-)Mediziner und Gesundheitsbehörden fordern und in z. B. Arbeitsstättenrichtlinien etc. festgeschrieben haben. Das Ziel dabei: die im Winter mit seinen Übergangszeiten vorherrschende niedrige Luftfeuchtigkeit in Räumen signifikant zu erhöhen und zu halten. Denn andernfalls drohen die typischen Erkrankungen der Atemwege, wie sie durch trockene Schleimhäute ebenso schmerzhaft wie kostenträchtig verursacht werden.

Deutliche Luftfeuchtigkeitserhöhungen gelingen aber nicht von ungefähr. Um sie tatsächlich zu erreichen und garantieren zu können, werden die so genannten "Prima Klima"-Pflanzen® verwendet. Dabei handelt es sich um spezielle Selektionen aus den Gattungen Musa, Sparmannia und Cyperus, die anders als ihre weitaus weniger transpirierende Verwandtschaft wahre "Hochleistungsverdunster" sind.


Langer Weg bis zum Durchbruch
Das Prinzip der so genannten "Prima Klima"-Pflanzen® ist schon seit über 15 Jahren bekannt. Damals hat der junge Diplom-Biologe Manfred R. Radtke im Rahmen seiner Diplomarbeit an der Universität Würzburg das Transpirationsverhalten des gesamten

Zimmerpflanzen-Sortimentes nachgemessen und dabei festgestellt, dass signifikante Unterschiede im Ausstoß des reinen Wasserdampfes bestehen, wenn man die Gattungen und Arten genauer betrachtet. Selbst Arten, von denen man hohe Verdunstungsleistungen hätte erwarten können, sind durch das Raster der Anforderungen gefallen: "Schefflera actinophylla zum Beispiel verdunstet nur im Sommer viel, wenn das Problem der trockenen Raumluft irrelevant ist. Im Winterhalbjahr aber macht die Pflanze dicht." Radtke erkannte die Marktbedeutung seiner Entdeckung, schützte seine "Prima Klima"-Pflanzen® und vertreibt sie seitdem. Zusammen mit Hydrogärtner Paul Lampert in Geiselhöring, der sie mit produziert. Landauf, landab berichtete inzwischen das Fernsehen über diese Pflanzen, ebenso wie es Zeitungen und selbst Zeitschriften wie 'mein schöner Garten' taten. Nur der Gartenbau schien bislang das Marktpotenzial völlig übersehen zu haben, das in diesen Pflanzen steckt. Doch inzwischen regen sich allenthalben Begehrlichkeiten in der Branche, als Innenraumbegrüner nicht länger als Bittsteller akquirieren zu müssen, sondern mit den "Prima Klima"-Pflanzen® handfeste, weil garantierte Gesundheitsvorteile verkaufen zu können: Der Gärtner und Innenraumbegrüner als Wertschöpfer, weil Krankheitskosten-Killer! Denn dass Fehlzeiten von Mitarbeitern nach entsprechender Begrünung reduziert werden konnten, ist in Beispielsbetrieben belegbar. Ein Glücksgriff für unsere Branche in so überaus Kostenbewussten Zeiten!

Verkaufsargument für jeden: Brief und Siegel
Das derlei Produktversprechen rund um die deutlich verbesserte relative Luftfeuchtigkeit im Raum keine "heiße Luft" sind, das kann jeder Raumbegrüner seinen Hydro-Kunden mit Brief und Siegel versichern. Denn Radtke (Gesellschaft für Biotechnologie, Veitshöchheim), der außer mit Paul Lampert auch mit Bernhard Häring und dem Energie-Ingenieur Horst Endrich kooperiert, kann für jedes zu begrünende Objekt über ein spezielles, aufwändiges Simulationsprogramm durchspielen, wie sich mit der Begrünung die Luftfeuchtigkeit im Raum zum Besseren verändern wird. Und er weist danach aus, wie viele Pflanzen welcher Art und Größe vom Begrüner eingesetzt werden müssen, um letztlich dem Auftraggeber bestimmte relative Luftfeuchte-Werte garantieren zu können.

Zum ersten Mal hat die Raumbegrünungs-Branche damit ein ingenieurstechnisches Instrumentarium an der Hand, um denen zu begegnen, die Pflanzen bislang als grünes Beiwerk abgetan haben, es als Kostenverursacher mit gerümpfter Nase betrachtet haben - und jetzt dank der "Prima Klima"-Pflanzen® am eigenen Leib erfahren können, wie wunderbar es sich durchatmen lässt - mit unseren Hydrokulturen!

© Engelbert Kötter

(21.03.2007)

Update: 21.01.2013 15:41:15