Yucca guatemalensis Baker

Die Zukunft der Hydrokultur

Sehr geehrte Pflanzenliebhaber und Freunde der überaus erfolgreichen "Hydrokultur",
Liebe Mitglieder unserer Gesellschaft, ich grüße Sie alle recht herzlich.

Aus gesundheitlichen Gründen konnte ich leider unser Jubiläum in Mannheim - 50 Jahre DGHK - und auch die diesjährige Mitgliederversammlung in Geisenheim nicht miterleben; in Gedanken war ich dabei. Lieben Dank für Ihre herzlichen Grüße und guten Wünsche, die mich recht munter werden ließen, weil sie nette, gute Erinnerungen wach halten.

Unserem neuen Präsidenten und seinen Mitstreitern wünsche ich erfolgreiches Wirken im Sinne von Frohwüchsigkeit im Vergleich mit gesundem, starkem Pflanzenwachstum. Deshalb bitte ich Sie alle um Ihre persönliche Mitarbeit, in der Ansprache von
Freunden und Bekannten, um den großen Kreis der Pflanzenliebhaber unserer Gesellschaft mit Engagement zuzuführen, um unsere Aktivitäten zu erweitern und auszubauen.

Keine Liebhabergesellschaft kann ohne aktive Profis leben und erfolgreich sein. Aktuelle Kenntnisse, Erfahrungen und neue Entwicklungen müssen aus der Praxis fortlaufend an die Pflanzenliebhaber vermittelt werden. Zwei unserer Vorstandsmitglieder sind als wahre Pflanzenliebhaber zum Berufswechsel geschritten und sind heute anerkannte und erfolgreiche Profis im Umgang mit Pflanzen in Hydrokultur, Herr Stock - unser Präsident und Herr Ströer, - einer unserer Vizepräsidenten. Dr. Molitor, Dr. Strauch und Dipl. Ing. Hecktor sind Ihnen ja als bewährte Fachleute und sachkundige Berater schon vertraut und bekannt.
Somit wünsche ich uns, der DGHK, einen kraftvollen und guten Start in die neue Phase der Hydrokultur-Geschichte, sicher auch im Sinne unseres Gründers Prof. Paul Röszler.

Es gibt sehr viel zu tun, um das akkurate Wissen um eine gesunde Pflanzenhaltung nicht durch Gleichgültigkeit, Leichtsinn oder Besserwisserei aufs Spiel zu setzen. Die Pflanzenhaltung in Gefäßen ist begründet auf einem "natürlichen System" und bedarf entsprechender Pflege und Beachtung, bezüglich der drei Zonen im Gefäß!

Nach intensiver und mühevoller Aufbauarbeit zur Nutzung der wertvollen Erkenntnisse aus der Hydrokultur, weltweit - aberdoch auch besonders intensiv und wegweisend in Deutschland, erleben wir ab 1990 eine Spaltung der Interessen und einen gewaltigen Vermarktungsverlust bei Tisch- und Kleingefäßen, warum?

Die drei Zonen mit System würden in Kleingefäßen nicht beachtet, sie sind auch kaum auf so wenige Zentimeter machbar; Fremdanbieter und Fremdvermarkter wurden immer billiger und somit die Gefäße immer kleiner, der Markt überschwemmt und alle, langjährigen Erfahrungen nicht beachtet!

In der Innenraumbegrünung haben sich Pflanzenauswahl, die Kultur, Pflege und Erfahrung mit den Pflanzen im Innenraum in Hydrokultur, durchgesetzt. Die biologischen Aktivitäten gesunder Grünpflanzen im Raum wurden erkannt und wohltuend ernst genommen. Somit konnten Aussagen der "NASA" zur Verbesserung und Erhaltung gesunder Raumluft durch Grünpflanzen aller Orten bestätigt werden. Pflanzen schaffen Wohlbefinden und Lust zum Arbeiten durch eine spürbare Klimaverbesserung, die durch europäische Wissenschaftler lebhaft bestätigt werden. Stillgelegte Arbeitsräume, bedingt durch elektrostatische Aufladung z.B. in Bonn, Arbeits- und Tagungsräume der FDP, konnten durch qualitativ gute Raumbegrünung kurzfristig wieder voll genutzt werden. Es gibt viele solcher Beispiele und Erfahrungen.

Fazit: Die Innenraumbegrünung hat ihre Notwendigkeit bewiesen und damit ihre Anerkennung gefunden und wird weiter um unserer Gesundheit Willen wachsen müssen! Dies heißt nicht, dass es nicht an vielen Punkten Grund zur Nachbesserung gibt. Auch Fehler bezüglich der Pflanzen-Standorte müssen dringend angesprochen werden; damit dieser erfolgreiche Kulturbereich in seinem System nicht leidet, sondern weiter wachsen kann. Wir Menschen müssen lernen Kultur- und Zierpflanzen zu achten; uns Zeit zu nehmen zur Pflanzenpflege und erkennen, dass wir ohne bioaktive Pflanzen keine brauchbare Luft zum Atmen haben würden, ebenso wie unsere Tiere.

Wachsen muss die Innenraumbegrünung so überzeugend, dass die Architekten Pflanzenstandorte bei Neubauten ganz selbstverständlich mit einplanen, genauso selbstverständlich wie die Anschlüsse für elektrischen Strom, Wasser, Gas oder Heizung. Das verlangt unsere Gesundheit und sollte auf Grund des heutigen Wissens durch uns gefordert werden.

Der Markt für Tischgefäße ist durch grobe Fahrlässigkeit, lautlos, aber brutal mit den Kleingefäßen untergegangen. Auch Tischgefäße
benötigen ihr System! Das Angebot in Tischgefäßen muss kurzfristig neu aufgebaut werden! Dies bedarf Fachkenntnis und Nutzung
der Erfahrung bei Durchsetzung der für Pflanzen lebensnotwendigen Fakten. (GG)
01.09.2002
Update: 19.04.2009 00:00:00