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Viele bunte Kugeln - Wie alles begann

© Gabriele Euler

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Viele bunte Kugeln -
wie alles begann:
Meine Schwester Vera brachte uns von einem Kurzurlaub aus der Eifel eine Blumenschale mit.
"Guck mal, Kuddel, das ist doch genau das Richtige für dich, wo ihr doch so oft verreist seid."

Sie war offensichtlich sehr stolz auf ihr Mitgebringsel. In den Händen hielt sie eine dieser typischen, nett bepflanzten Blumenschalen, in denen immer die Farben rot und blau vertreten sind, neben weiteren kleinen Pflanzen mit grün-weiß oder gelb-weiß gemusterten Blättern. Neu an dieser Pflanzschale war aber eine blaue Glaskugel, die seitlich in der Erde steckte. "Wofür ist denn diese Kugel? Wir haben doch noch gar kein Weihnachten !" "Das weiß ich auch, aber ihr wollt doch über den Jahreswechsel verreisen und mit dieser Blumenschale kann dir gar nix passieren, denn die Glaskugel ist wie ein kleiner Wasserturm und gibt deinen Blumen automatisch zu trinken. Ich habe sie auf dem Bauern- und Handwerkermarkt gekauft, der im Herbst immer veranstaltet wird."
Aha, jetzt wusste ich aber Bescheid!

"Vera, liebes Schwesterlein, wir haben keine Probleme mit unseren Pflanzen, denn wir leben in und mit der Hydrokultur. Du wirst in unserer ganzen Wohnung nicht eine Erdpflanze finden, hast du denn daran nicht gedacht?"
"Doch schon, aber die Kugel war so schön, da konnte ich nicht widerstehen und die Idee ist doch nicht schlecht oder? Außerdem seid ihr doch so große Pflanzenliebhaber, ich habe geglaubt, ihr freut euch!"

"Tun wir ja auch, die Kugel ist wirklich sehr schön, mal sehen was wir damit machen. "Der Nachmittag verlief trotzdem harmonisch. Nun hatten wir den Salat: Ich erinnerte mich schwach an ein Märchen mit einer goldenen Kugel, viel Wasser im Brunnen und an eine Verwandlung, aber ich wollte weder ein Frosch werden, noch ein König sein, also musste die Verwandlung irgendwie anders geschehen. Was für die Erdkultur gut war und offensichtlich auch funktionierte, konnte für die Hydrokultur vielleicht nutzbar gemacht werden. Schnell war die Erde in dem Glasröhrchen mit einer Rouladennadel rausgepuhlt und unter fließendem Wasser wurde alles gründlich ausgespült. Die Glaskugel füllten wir mit Wasser, dem wir unseren Flüssigdünger zugemischt hatten, das ging besser als erwartet, vorausgesetzt, man hat keinen Datterich. Mit einem Löffelstiel bohrten wir nun eine Vertiefung in den Blähton und steckten das Glasröhrchen hinein. Nun hieß es nur noch, Tee trinken und abwarten. Tagelang passierte nichts Außergewöhnliches und wir dachten nicht mehr an die blaue Kugel.

Beim Freitagsabendkrimi passierte es dann ganz plötzlich und ohne Vorankündigung; der Mörder schlich über die Terrasse zur Eingangstüre, da machte es: "Blub!"
Wir schauten uns beide an, denn das passte nicht zum Film, da machte es wieder. "Blub, blub, blub!!!"

Ja, das war für uns das Signal, uns nun egal, ab jetzt wussten wir ganz genau, dass der Miniwasserturm funktionierte. Unsere Pflanze hatte Durst und sich an der kleinen Tankstelle bedient. Wir waren begeistert von diesem System, es erinnerte uns an die Wassertanks von Dr. Blaicher, nur sind diese ja verkleidet und bilden mit dem Hydrokulturgefäß eine Einheit. Dadurch nehmen sie auf der Fensterbank sehr viel Platz weg und außerdem fanden wir unsere blaue Glaskugel viel schöner.
Inzwischen sind drei Jahre vergangen und wir haben viele bunte Kugeln dazu gekauft. Ob auf der Messe "Haus und Garten" oder in Baumärkten, unsere Sammlung ist sehr umfangreich, ebenso die Farbenvielfalt. Es ist bei uns eine regelrechte Kugelei ausgebrochen.

Dabei haben wir auch Unterschiede festgestellt:
Weiße Kugeln, mögen sie auch noch so schön sein, veralgen ziemlich schnell, vor allem im Sommer bei starker Einstrahlung. Größere Kugeln haben oft einen sehr dünnen Stiel und werden dann gefüllt einfach zu schwer, selbst im Gefäß stehend, drohen sie noch zu kippen und mit ihnen der ganze Topf.
Doch trotzdem, sind wir nach wie vor von unserer "Wasserturmanlage" begeistert. Unsere Fensterbank ist viel bunter geworden, das finden wir sehr schön, da unsere Grünpflanzen ja nicht so oft im Jahr blühen. Wir können jederzeit verreisen, ohne die Pflegedienste der netten Nachbarin in Anspruch nehmen zu müssen. Wie oft hat in solchen Zeiten der Wasserstandsanzeiger geklemmt und die Pflanze ist ersoffen! Immer hatte die Nachbarin dann ein schlechtes Gewissen, sie hatte es doch nur gut gemeint und konnte ja gar nichts dazu. Damit ist nun Schluß, denn wir haben inzwischen alle Wasserstandsanzeiger entfernt und gegen Kugeln ausgetauscht. Wenn man diese stattdessen in die Öffnung stellt, haben sie einen festen Stand und kippen nicht mehr, wie man auf der Abbildung sehen kann. Nie mehr hat uns unser Langzeitbewässerungssystem in Stich gelassen, selbst in diesem Jahr, als es so lange so heiß war und wir oft auch abgelenkt waren durch die Fußballweltmeisterschaft, hatten wir alles im Griff und den Überblick nicht verloren, einfach Klasse!

Nun ist wieder Advent und in vielen Städten sind die Weihnachtsmärkte aufgebaut. Auch hier bekommt man schöne Glaskugeln, manchmal sogar mundgeblasen, aber dafür nicht ganz so billig, wie z.B. bei Tschibo. Wer sucht noch ein kleines Weihnachtsgeschenk für einen Pflanzenliebhaber oder eine liebe Blumenfreundin? So eine schöne Glaskugel könnte es sein und wer sich jetzt noch nicht entscheiden kann und will, der kann ja dann zum Frühlingsanfang richtig aus- und zuschlagen.

Wir wünschen allen Pflanzenliebhabern und Hydrokulturfreunden, ob mit oder ohne Glaskugeln, ein frohes und geruhsames Weihnachtsfest und zum Jahreswechsel alles Gute und ein gemütliches: "Blub, blub, blub!!!"

Marlit und Kurt Schnädelbach aus Herten

(27.12.2006)
(08.02.2013)

Update: 08.02.2013 18:11:37