Gloriosa superba L.

Mitgliederversammlung 2017 am Niederrhein

Nach jeder Mitgliederversammlung der letzten Jahre haben wir gesagt, geglaubt, dass so ein Event nicht zu überbieten ist, aber unser Geschäftsführer, Stefan Hecktor belehrt uns immer wieder eines Besseren!

Wenn wir hier im Ruhrgebiet vom Niederrhein hören, dann denken wir an den Xanten und die Nibelungensage, den Archäologischen Park, den St. Viktor-Dom und vielleicht noch an Hanns Dieter Hüsch, das stand aber alles nur im Beiprogramm, für die Gäste und Teilnehmer unserer MV, die besonders viel Zeit eingeplant hatten, unser Programm startete in Straelen und führte uns über Venlo nach Kleve.

 Auch in diesem Jahr hatten wir ein außergewöhnliches Tagungshotel, denn unser erstes Zusammenkommen fand im "Strahlener Hof" statt. Wie wichtig diese ersten Begegnungen sind, vom Kennenlernen bis hin zu den ersten Fachgesprächen, hat sich mittlerweile so herum gesprochen, dass wirklich fast alle Teilnehmer schon am Donnerstagabend angereist waren.

Man hatte für uns den Wintergarten eingedeckt und so trafen wir uns in einem gediegenen Ambiente. Nur konnte, durfte der Abend nicht allzu sehr ausgedehnt werden, denn der nächste Tag begann zu einer wahrlich sehr "unwirklichen" Zeit: Frühstück 6:00 Uhr , Busabfahrt 6:30 Uhr.

Nun, vor 6 Jahren hatte uns schon einmal so etwas erwartet, als wir von Lisse nach Aalsmeer zur "Flora Holland" gefahren sind!
Diesmal hieß unser Ziel "Landgard" Blumenversteigerung in Straelen-Herongen. Den Erfahrungen entsprechend hatte unser Geschäftsführer wieder einen Bus bestellt, denn solche Aktivitäten sollten nur gemeinsam erlebt werden.

1910 schlossen sich einige Landwirte vom Niederrhein zu einem Gartenbauverein zusammen und 1914 kam es in Straelen zur ersten Obst- und Gemüse- Versteigerung.
2005 schloss man sich in Straelen zur "Landgard-Gruppe" mit den Geschäftsbereichen Obst & Gemüse, und Blumen und Pflanzen zusammen und 2010 kam es zum "Jointventures" zwischen "Flora Holland" und "Landgard".

" Durch die Verbindung des genossenschaftlichen Grundgedankens und der Nutzung der Vorteile eines professionell geführten Vermarktungsunternehmens unterscheiden wir uns von unseren Wettbewerbern. Davon lassen wir uns bei jeder strategischen Entscheidung leiten. Mit maßgeschneiderten Produkt- und Dienstleistungskonzepten und ersthändigem Warenbezug bieten wir unseren Kunden ganzjährig ein qualitativ hochwertiges Sortiment aus regionaler, nationaler und internationaler Erzeugung".

Dieses Marketingkonzept konnten wir dann auf 3 Ebenen erleben: "Veiling Rhein- Maas" – "Bündelservice" – "Cash und Carry Markt", un dazu die Fotogalerie.
Eine breite Freitreppe im Haus führt den Besucher in das Wandel- und Eingangsfoyer. Dort wurden wir von unserem Moderator empfangen, schon die Zahlen waren beeindruckend, die er uns darlegte: 2016 belief sich der Umsatz auf 364 Mill. € durch einen Versteigerungssaal mit 8 Uhren, über 600 Käuferplätzen und 2.400 Anlieferern.

Von der Tribüne des Versteigerungssaales ging es dann auf einen "Touristenbalkon" in die Verteilhalle, die Fotos sprechen für sich! Auch wenn in Aalsmeer, "Royal Flora Holland"  alle Positionen ungefähr um den Faktor 10 größer sind, sind wohl Aalsmeer und Herongen das "Das Blumenzentrum" nicht nur für Europa.

Es ist beeindruckend, wenn auf 1o km Kettenbahnen aus den Versteigerungssälen, Container  nach Container von Hand verteilt werden, denn in Herongen kann man auch einzelne Paletten ersteigern und kaufen und muss nicht direkt einen ganzen Wagen nehmen. Und die ganze Prozedur ist spätestens gegen 11:00 Uhr abgewickelt.
Zum Abschluss dieses beeindruckenden Erlebnisses lud uns "Veiling Rhein-Maas", zum Frühstück ein.

"Veiling Rhein-Maas", ein spezielles Unternehmen: "Unser im Jahr 2010 gegründeter Marktplatz ist ein Joint Venture zwischen dem deutschen Unternehmen Landgard und dem niederländischen Unternehmen Royal Flora Holland. Veiling Rhein-Maas liegt unmittelbar an der niederländischen Grenze und ist durch die direkte Anbindung an die Autobahn A40 einfach zu erreichen. Der ganze Markt an einer Uhr!".

Besonders beeindruckend, auch für die Teilnehmer, die vor 6 Jahren mit in Aalsmeer waren, war dann unser nächstes Ziel, der Bündelservice. Maschinell unterstützt werden hier Schnittblumen gebündelt, die 10 Rosen, Gerbera, dann einen gemischten Strauß, den Event-Strauß für die Supermärkte, "von Aldi über Lidl oder wie sie auch alle heißen". Es werden ausschließlich für die Discounter 30 bis 32 Mill. Sträuße pro Jahr für 2,99 € und zusätzlich noch 2,3 bis 2,5 Mill. handgebundene Sträuße, die entsprechend teurer sind, produziert.

Zu besonderen Anlässen, wie Ostern oder Muttertag werden in 2 Schichten von 120 Frauen 25.000 Sträuße pro Tag gebunden! Dieses Ereignis haben wir in der Galerie Bündelservice dokumentiert.

Die Blumen und das Grün, etc. dazu, werden nicht nur von Veiling geliefert, sondern auch direkt u.a. aus dem Ausland importiert. Der Kunde ist im Endeffekt der Endverbraucher. Wenn man bedenkt, dass 330 bis 350 Mill. Blumenstiele pro Jahr gekauft und verkauft werden und wenn man dann nur 1/10 ct. pro Stiel als Dispositionsmarge ansetzt, macht das z.B. immer noch 0,35 Mill € aus. Dazu kommt, dass diese Großkunden größte Priorität auf Qualität haben. Auf jedem Strauß ist ein Herstellercode gedruckt, so dass jeder Blumenstiel z.B. bis nach Afrika zurückverfolgt werden kann. Ganz besonders wichtig für die Nachhaltigkeit bei der Produktion. Diese Nachhaltigkeit wird weltweit kontrolliert, denn man muss bedenken, dass es z.B. in Afrika Produzenten mit Anbauflächen für Rosen von bis zu 120 ha gibt. Aber es muss ja auch alles verkauft werden, natürlich im Cash & Carry Markt

Der Rundgang durch die Produktionsstätten konnte einem schon den Atem verschlagen, vielleicht können die Fotos einen bescheidenen Eindruck von den Dimensionen vermitteln.

Um uns von diesem, für den normalen Betrachter, Schock zu erholen, hatte unser Geschäftsführer den Nachmittag in dem vielleicht beliebtesten Einkaufsziel des Ruhrgebietes, in Venlo geplant. Ziel war natürlich "Nature`s Green", Robert van Aerts; aber für die meisten Teilnehmer stand noch ein Rundgang durch die Altstadt auf dem Plan, denn auch aus persönlicher Überzeugung lohnt es sich schon, einen Abstecher in unsere Nachbarstadt an der Maas zu unternehmen und das nicht nur zum "Shoppen".

(Bld 3-24) Kaffee und Kuchen gab es dann im traditionellen holländischen Stil bei "Nature`s Green". Wir berichteten bereits in "Hydrokultur intern 02 – 2016" und stellten "Nature`s Green" und Robert van Aerts vor.

Hier stand selbstverständlich "NEXTGEN LIVING WALLS", natürlich in "Hydrokultur", im Mittelpunkt. Die einfache Montage der Pflanzwände, die (Wasser-)Reservoirs in RAL-Farben ermöglichen eine "Tower-Höhe" bis zu 10 m. Für die Bepflanzung ist es wichtig, dass immer dieselbe Topfgröße (13/12) in derselben Farbe infrage kommen, ein großer Vorteil gegenüber der auch möglichen Erdbepflanzung.

In dem Konferenzraum waren eine "Grüne Wand" mit Erdbepflanzung und eine mit "Hydrokultur" installiert. Die "Erd-Wand" stand seit 3 Jahren, die "Hydrokultur-Wand" seit März / April diesen Jahres. Der Unterschied war schon frappierend, die 3jährigen Erdpflanzen waren natürlich schon größer, die halbjährige "Hydro-Wand" war selbst für den Fachmann nicht mehr als "Baustelle" zu erkennen. 
Und natürlich dazu die entsprechende Fotosammlung

Zum Abschluss des Tages fuhren wir wieder in unser Hotel, hier konnten wir bei einem guten Abendessen den Tag ausklingen lassen, denn im Gegensatz zum vorherigen Abend war weniger Hektik angesagt, denn am nächsten Tag fand die Mitgliederversammlung ja in Kleve statt und die Entfernung betrug nur 45 km.
Somit konnte der Wecker auf eine angemessene Zeit eingestellt werden.

Wie schon im vergangenem Jahr wird aus Platzgründen der Teil 2: "Hydrokulturen vom Niederrhein", Leo Thissen in der nächsten Hydrokultur intern 01 – 2018 erscheinen.

19.11.2017)

Update: 19.11.2017 11:40:05