Lantana camara L.

Anzucht von "Hydropflanzen"

Grundsätzlich erfordert die "Hydrokultur" speziell für dieses Verfahren angezogene Pflanzen. Diese werden in darauf spezialisierten Fachbetrieben bereits als Jungpflanzen in Blähton bewurzelt und weiterkultiviert. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass keine mikrobiell zersetzbare organische Substanz mit der Anstaulösung in Kontakt kommt die zu Fäulnis und Wurzelkrankheiten führen kann. Die Jungpflanzen werden in einem hydrofähigen inerten Substrat vermehrt. Das kann beispielsweise Blähton der Körnung 2/4 oder bei größeren Stecklingen auch Blähton 4/8 sein. Weitere Möglichkeiten sind die Vermehrung in Perlite, diversen Kunststoffschäumen, Bimsgranulat, Vermikulit oder Seramis. In den 1980er Jahren wurden umfangreiche Versuche zur Anzucht von Jungpflanzen für die "Hydrokultur" durchgeführt ( Literaturdatenbank unter dem Stichwort "Vermehrung").

Vielfach werden auch in gärtnerischer Erde bewurzelte oder angezogene Jungpflanzen ausgewaschen, weil diese eher und zumeist preiswerter zur Verfügung stehen. Das Substrat lässt sich in diesem Stadium der Pflanzenentwicklung noch relativ leicht vollständig entfernen, wobei Verletzungen der Wurzeln soweit als möglich verhindert werden müssen. Über solche Wunden werden leicht Krankheitserreger übertragen, die zum Ausfall der Pflanze führen können.

Lassen sich auch größere Pflanzen auf "Hydrokultur" umstellen?
In der gärtnerischen Praxis werden auch größere Pflanzen auf Hydrokultur umgestellt, wenn diese am Markt nicht als Hydropflanze erhältlich sind. Auch wenn dafür technische

Hilfsmittel eingesetzt werden (siehe Abbildung), ist der Aufwand groß und der Erfolg nicht garantiert. Von einer Umstellung auf Hydrokultur ist bei größeren Pflanzen deshalb eher abzuraten. Haben die Pflanzen bereits einen kompakten Wurzelballen gebildet, ist es kaum noch möglich das organische Substrat ohne erhebliche Verletzungen der Wurzeln zu entfernen. Am ehesten gelingt es noch bei Pflanzenarten, die relativ wenige, aber dicke Wurzeln bilden. Das Risiko, dass die Pflanze die Umstellung nicht überlebt ist allerdings immer gegeben. Aus diesem Grund kommen für solche Pflanzen eher die sogenannten Semisysteme in Betracht, bei denen ein mehr oder weniger wasserspeicherndes Granulat, wie beispielsweise gebrochener Blähton, Seramis, Bims und diversen Mischungen aus mehreren Komponenten verwendet werden. Auch bei dieser Verfahrensweise muss sichergestellt sein, dass der alte Wurzelballen nicht in die Anstauzone eintaucht und ein Sicherheitsabstand von etwa 5 cm eingehalten wird.  

Bei der Anzucht verwendete Gittertöpfe aus Kunststoff können im weiteren Verlauf der Kultur problematisch sein. Sie sind sehr stabil und können die Pflanzen bei der weiteren Entwicklung des Wurzelsystems stark behindern und zu Einschnürungen führen.

(09.08.2016)

 
 
 
Update: 09.08.2016 19:50:13