Lantana camara L.

Eine kleine Hydrokultur–Landschaft

© Udo Stock e.K.

Tipp für Innenraumbegrüner!

Vor einigen Jahren bekamen wir, die StOptimal®, den Auftrag, eine alte, schon in die Jahre gekommene Hydrokultur–Landschaft, die sich im Eingangsbereich eines Unternehmens befand, wieder herzurichten oder besser gesagt: zu erneuern. Das wenige Leben, das wir noch vorfanden, reckte und streckte sich in Richtung Fensterscheibe, um ein wenig Licht von außen zu ergattern. Sehr schön an der Wuchsrichtung der Pflanzen zu erkennen, aber nicht mehr schön für den Eingangsbereich eines Unternehmens.

Als erstes, noch vor dem Erstellen eines Angebotes, stellte sich uns die Frage: Wie kann man eine Landschaft in Hydrokultur so gestalten, dass alle Pflanzen die Möglichkeit haben, sich schön, gleichmäßig und gesund von allen Seiten zu entwickeln?

Richtig ist, dass wir nicht die Ersten in der Raumbegrünung waren, die sich diese Frage gestellt hatten. So wurden in der Vergangenheit Manschetten um den Kulturtopf gelegt, in denen man den Kulturtopf mit seiner Pflanze drehen wollte - auch eingesetzt - allerdings mit wenig Erfolg. Schon nach kurzer Zeit hatten Wurzeln, den Kulturtopf in der wasserführenden Zone an seinen Öffnungen verlassen, da sonst keine andere Möglichkeit für sie bestand, und sich zwischen Kulturtopf und Manschette ausgebreitet. Ein Drehen der Pflanze wurde hierdurch unmöglich. Unter anderem wurde der Weg für die Wurzeln ins Freie zusätzlich durch den Einbau der Manschette verhindert. Nicht nur das Drehen der Pflanze wurde so beeinträchtigt, sondern auch das Absterben der Pflanzen konnte durch diese Art der Kultivierung schon bald nicht mehr verhindert werden, wie im Bild oben zu erkennen ist. 

Wir wussten, dass es einen Weg geben musste, der unsere Kunden, unsere Pflanzen, sowie auch uns zufrieden stellen sollte. Es hat auch nur kurze Zeit gedauert, bis wir eine Vorstellung von einer Möglichkeit hatten, wie ein solches Ziel zu erreichen war.

Der erste Schritt, der uns zu diesem Ziel führen sollte, war wohl der schwerste und schmutzigste, die alte Anlage vom Tongranulat und vom Unrat zu befreien. Das alte Tongranulat wurde in Säcke abgepackt, damit es später wieder zum Auffüllen der Pflanzlandschaft zur Verwendung kommen konnte. 

Unsere Pflanzlandschaft sollte nicht mit Pflanzen vollkommen ausgefüllt werden, wir entschieden uns für den Gedankengang "Weniger ist mehr“. Unter anderem wollten wir mit unseren Hydrokulturen und deren Anordnung in der Pflanzlandschaft, eine starke Familie darstellen, welche dieses Unternehmen auch heute noch führt und geprägt hat.
Wir fanden einen schönen geraden Steinboden vor und entschieden uns für drei alte Hydrokultur Gefäße 70 x 70 cm im Quadrat, die an bestimmten Stellen der Anlage platziert wurden. Auf den Böden der alten Gefäße sollten später runde, bepflanzte Hydrokulturgefäße mit Bodenrollen zum Stehen kommen.

 

Damit unsere zukünftigen runden Gefäße auch mittig in den rechteckigen Gefäßen platziert werden konnten, wurden von uns Holzplatten zugeschnitten, lackiert, angepasst und aufgelegt.

 

 

 

 

Mit dem Einbringen eines vierten Gefäßes, sollte durch ein Wasserspiel, unsere Landschaft zusätzlich belebt werden. Nachdem alle vier Gefäße in der Anlage platziert waren, konnte das Verfüllen mit dem alten Tongranulat beginnen.

 

 

 

 

 

Zum Abschluss wurden drei Ficus benjamina 'De Gantel' in den Größen 180 - 200 cm, 160 - 180 cm und 140 - 160 cm eingesetzt - Vater, Mutter und Kind. Durch diese Anordnung und Gleichheit symbolisierten wir eine starke Familie. Unser Wunsch, die drei Pflanzen durch einen Brunnen noch zu unterstreichen, wurde vom Unternehmen leider abgelehnt.

Doch unser Ziel, eine kleine Pflanzlandschaft so zu gestalten, das alle Pflanzen leicht gedreht werden können, und so eine gleichmäßige Entwicklung, versehen mit Gesundheit und Schönheit, auf lange Zeit gewährt werden konnte, wurde erfolgreich ausgeführt.

Präsident der DGHK
Udo Stock e.K.

(04.12.2013)

Update: 14.03.2015 12:12:23