Yucca guatemalensis Baker

„Kann ich auch meine in Erde gehaltenen Zimmerpflanzen-Lieblinge auf Hydrokultur umstellen?“

Antwort: Ja, man kann es, kann es eventuell auch selber machen.
Aber bitte nur gesunde, wüchsige Pflanzen.
"Alte Bäume verpflanzt man nicht mehr", das gilt auch für Zierpflanzen.


Was brauchen Sie für die Umstellung:
  • Mineralisches Tonsubstrat,
  • Kulturtopf für Hydrokulturpflanzen,
  • Wasserstandsanzeiger
  • Hydrokultur-Langzeitnährstoff
  • Pflanzgefäß entsprechend der Größe des Kulturtopfes

Und so wird es gemacht:
Die Pflanze die Sie umstellen wollen, sollte einen feuchten Erdballen haben, also vorher gut gewässert sein.
Die Erde auswaschen; das kann in einem Behälter oder auch unter fließendem Wasser geschehen. Es dürfen keinerlei Erdreste an den Wurzeln verbleiben, weil jede organische Masse die Nährlösung (Wasser + Nährstoff) nachteilig beeinflusst.
Sich beim Auswaschen lösende Wurzelbärte sofort wegschneiden. denn die Pflanze kann sie nicht mehr nutzen und sie würden sowieso verrotten.
Nun ist ein Rückschnitt der Wurzelkrone notwendig (außer bei Jungpflanzen). Die Hauptwurzeln entsprechend dem Volumen des Kulturtopfes stutzen und horizontale Wurzeln möglichst so herausschneiden, dass nicht unnötig viele Schnittstellen entstehen.

Pflanze nun in den Kulturtopf stellen und mit Tonsubstrat anfüllen. Für das sich später entwickelnde Kleinklima im Gefäß ist es sehr hilfreich wenn das mineralische Tonsubstrat vorher mit Wasser (Trinkwasserqualität) gut angefeuchtet wird.
Jetzt den Wasserstandsanzeiger in die dafür vorgesehene Halterung am Kultutopf stecken und die Pflanze in das dafür vorgesehene Gefäß stellen.

In wenigen Wochen, entwickelt die Pflanze im feuchten Tongranulat neue Wurzeln, sogenannte Wasserwurzeln. Gießen Sie in dieser Zeit nur mäßig, so, dass das Granulat feucht bleibt und kein erkennbarer Wasserstand entsteht. Damit unterstützt man das Wurzelwachstum sehr, denn durch das feuchte Substrat dringt die temperierte Luft an die Wurzeln und ermöglicht intensive Wurzelatmung.
Es ist auch sehr wertvoll, Ihre umgestellte Pflanze in dieser Zeit nicht extremen Bedingungen auszusetzten, wie z.B. praller Sonne, starker Luftbewegung oder sehr trockener Raumluft. Stark belaubte Pflanzen kann man auch mit durchlöcherter Schlauchfolie bzw. übergestülpte durchlöcherte Folienbeutel vor starker Verdunstung schützen.
Am Glanz der Blätter und der neuen Triebbildung erkennen Sie bald das beginnende Wachstum und dürfen sich freuen, dass Ihr Liebling diese Totaloperation gut überstanden hat.

Jetzt sollten Sie der Pflanze Nährstoff - am Besten Hydrokultur-Langzeitnährstoff - anbieten und im "Ebbe- und Flut-Rhythmus" gießen.

Das heißt: Wasser auffüllen bis zur 'opt.' - Markierung am Wasserstandsanzeiger und erst wieder nachgießen, wenn der Wasserstand bis auf die 'Min.'-Markierung abgesunken ist.

Einen weiteren Artikel zu diesem Thema finden sie unter dem Titel: Umpolen - Umstellen

(10.02.2009)
(25.10.2011)
(15.11.2015)

Update: 01.05.2016 11:06:14