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Hydrokutur - Definition

© Jochen Euler

Zusammenstellung der Definitionen

Was ist eigentlich Hydrokultur!
Hydrokultur setzt sich aus den Worten

Hydro (griechisch:) heißt Wasser und
Kultur (lat. cultura), bedeutet, das im weitesten Sinne vom Mensch selbst gestaltend hervorgebrachte, im Unterschied zu der von ihm nicht geschaffenen und nicht veränderten Natur.

Hydrokultur ist also Wasserkultur;
das vom Mensch selbst gestaltend in / durch Wasser hervorgebrachte!

In der Literatur findet man an dieser Stelle den Hinweis auf Justus Liebig, der in seinem 1840 erschienenen Werk »Die Chemie in ihrer Anwendung auf Agricultur und Physiologie« unwiderlegbar feststellt: »Die Quellen der Nahrung der Pflanzen liefert ausschließlich die anorganische Natur.«

Seit ca. 160 Jahren wissen wir also genau, dass die Pflanzen nicht etwa »Erde essen«, sondern ihre Nährstoffe — voran Stickstoff, Kali und Phosphorsäure — in wässeriger Lösung dem Boden entnehmen. Der logische Schluss daraus: bietet man den Pflanzen die benötigten Nährstoffe in gelöster Form an, so werden sie ohne Erde besser wachsen, denn die Pflanze muss ja die Nährstoffe nicht erst aufarbeiten.

So schreibt Günter Gregg in dem Artikel: Warum eigentlich Hydrokultur?: "Damit begründete Liebig die moderne Pflanzenernährung auf Grundlage der Mineralstofftheorie und ist auch in gewisser Weise damit Vater der Hydrokultur!
1929 wurde das sogenannte "Tankkultur-Verfahren" als Kulturmethode in die gärtnerische Praxis eingebracht. Hydro-Vasen (etwa 1948) und der Pillnitzer Hydroziertopf (etwa 1956) waren erste Entwicklungen, die aber nicht wirklich überzeugen konnten.

Erst mit der Entdeckung des Blähtons als Pflanzsubstrat durch Gerhard Baumann im Jahre 1959 begann nach vielen Versuchen die erdelose Pflanzenhaltung in Gefäßen praktikabel zu werden. Der Siegeszug der Hydrokultur begann nach 1970 mit der Pflanzenanzucht in Blähton. In Deutschland nahmen die Liebhaber der Hydrokultur sehr schnell zu. Es gehörte schon zur Allgemeinbildung, sich mit Pflanzen in den "braunen Kügelchen" auszukennen.

Die "Hydrokultur" war das erste taugliche System, dass eine eindeutige Antwort auf die Frage lieferte: "Wieviel Wasser benötigt meine Pflanze?" und löste damit weitgehend den "Grünen Daumen" ab."

An Hand dieses kleinen historischen Abrisses lässt sich gut nachvollziehen, dass bis heute für erdelose Kukturverfahren unterschiedliche Bezeichnungen verwendet werden!

So sind bis heute unterschiedliche

Definitionen der Hydrokultur gebräuchlich

DGHK –Deutsche Gesellschaft für Hydrokultur führt in ihrer Satzung ihre Definition auf ihren Gründer, Prof. Röszler zurück:

 1.) Zweck des Vereins ist die wissenschaftliche und praktische Förderung der Hydrokultur, vorwiegend bei der Begrünung von Räumen und im Außenbereich von Wohnungen.

2.) Der Satzungszweck wird insbesondere durch nachstehende Aufgaben verwirklicht:
a) Sammlung und Auswertung wissenschaftlicher Erkenntnisse und praktischer Erfahrungen, die mit der Kultur erdeloser Pflanzen verknüpft sind.


Nach § 1 der Satzung der DGHK ist
Hydrokultur: die Kultur erdeloser Pflanzen

  • Das System ORIGINAL HYDROKULTUR, geht auf Gerd Baumann zurück:
    "Hydrokultur" als Kultursystem bedeutet im deutschsprachigen Raum:
    Zier-Pflanzenhaltung in Blähton im Anstau-Verfahren!
    Bei den verschiedenen Hydrokulturtöpfen ist eine Wasserstandshöhe von höchstens 20% der Kulturtopfhöhe anzustreben.
    Das entspricht für die 19er Kulturtopfhöhe einem Wasserstand von 3,8 cm.


"Erdelose Kulturverfahren im Gartenbau“,
ein Buch von Frank Göhler und Heinz-Dieter Molitor
In diesem Buch werden die erdelosen Kulturverfahren systematisch unterschieden

— Zur Hydrokultur werden alle Verfahren gezählt, bei denen die Pflanzenproduktion, abgesehen von den Anzuchtsubstraten, nur in Nährlösungen ohne Substrat erfolgt. Hierzu gehören die verschiedenen Formen der Tank- oder Wasserkultur, die Nährfilmtechnik (NFT), die Aeroponik oder die Plant Plane Hydroponic (PPH).

— Bei den Verfahren der Substratkultur dienen verschiedene Substrate, zum Beispiel Torf, Sägespäne, Steinwolle, Kies, Blähton, Schaumstoffe und andere, als Pflanzenstandort. Da die Art der Substrate die Kulturführung bis hin zum Pflanzenschutz deutlich beeinflusst, ist eine weitere Unterteilung der Substratkultur erforderlich:

• Verfahren mit natürlichen organischen Substraten,
• Verfahren mit inerten Substraten.

(Folgt man dieser Einteilung, so sind der Kultur mit natürlichen organischen Substraten unter anderem die Torfkultur, die Kultur auf Sägespänen, Holzfasern oder anderen Reststoffen natürlichen Ursprungs zuzuordnen. Die Anwendung erfolgt dabei in Containern oder Töpfen, Rinnen, Foliensäcken oder -schläuchen oder flächig in dünnen Schichten (Dünnschichtkultur).

Zur Kultur mit inerten (reaktionsträgen) Substraten gehören die Steinwollkultur, die Kieskultur, sowie verschiedene andere Verfahren mit Blähton, Perlite und synthetischen Schaumstoffen.)

(29.03.2010)

Update: 31.03.2016 16:15:01