Yucca guatemalensis Baker

Gallmilben

© Walter Wohanka, Prof. Dr.

Ungewöhnliche Schäden an Yucca und Ficus

Immer wieder verzweifeln die Besitzer von Yucca-Pflanzen an einem "Mehltau"- Befall (siehe Abb. 1 und 2), der extrem hartnäckig zu sein scheint und auf kein Fungizid reagiert. Kein Wunder – denn es handelt sich dabei nicht um eine Pilzerkrankung, sondern um Befall durch mikroskopisch kleine Gallmilben (Cecidophypopsis hendersonii).
Bei Ficus benjamina, insbesondere den panaschierten Sorten, findet man gelegentlich einen Schaden, der eher an Nährstoffmangel oder die Einwirkung von Chemikalien erinnert (siehe Abb. 3). Vor allem am Blattrand entstehen zunächst hell-, später dunkelbraune Blattflecke.
Erst die mikroskopische Untersuchung solcher Blätter zeigt, dass auch hier Gallmilben (Jutarus benjaminae) am Werke sind.

Die Bekämpfung der Gallmilben ist sehr schwierig. Falls möglich, sollten stark befallene Einzelpflanzen möglichst entfernt werden. Zur chemischen Bekämpfung können meist die gleichen Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden, wie gegen Spinnoder Weichhautmilben. Für den Objektbereich kommen meist nur ölhaltige Präparate oder Kaliseife in Frage. Auch Blattglanzmittel haben oft eine gute Nebenwirkung. Beim Einsatz ölhaltiger Pflanzenschutzmittel ist zu bedenken, dass diese, insbesondere bei Yucca, leicht zu Schäden führen können.

Was sind eigentlich Gallmilben?
Gallmilben (Eryophiidae) zählen zur Ordnung der Milben (Acarina) und haben einen wurm- oder spindelförmigen Körper mit einer Länge von nur 0,1 bis 0,2 mm langen und einer Breite von 0,02 bis 0,05 mm. Im Gegensatz zu anderen Milben verfügen die Gallmilben nur über zwei Beinpaare am vorderen Körperende (siehe Abb. 4). Weit verbreitet sind diese Schädlinge im Freiland an Gehölzen.

Dort verursachen sie häufig die namengebenden Gallen (siehe Abb. 5 und 6.) oder andere Missbildungen. Verschiedene Gallmilben, die so genannten frei lebenden Gallmilben, erzeugen jedoch keine „geschlossenen“ Behausungen. Diese Gallmilben regen oft nur einzelne Blattzellen zu abnormem Wachstum an.


Dadurch entstehen dann vergrößerte Blatthaare, die schließlich einen auch ohne Lupe sichtbaren Filz (siehe Abb. 7) ergeben. Der Fachmann nennt solche Stellen dann "Filzgallen". Für den Laien sind sie jedoch sehr leicht mit Pilzbefall, u.a. dem Echten Mehltau, zu verwechseln. In bestimmten Fällen sind die Missbildungen nur geringfügig und man erkennt weder Gallen noch einen Filzbelag. Solche frei lebenden Gallmilben erzeugen dann Blattflecke, die leicht mit abiotischen Schäden zu verwechseln sind, wie im Falle von Gallmilbenbefall an Ficus benjamina.
Prof. Dr. Walter Wohanka
Forschungsanstalt Geisenheim,
Von-Lade-Str. 1, 65366 Geisenheim
E-mail: Wohanka@fa-gm.de
Update: 02.03.2011 00:00:00